Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kritik

Alles könnte anders sein: Eine Kritik

In Daniel Pennacs Werk „Wie ein Roman“ plädiert der Autor für die unantastbaren Rechte des Lesers. Vom 3. Recht, ein Buch nicht zu Ende zu lesen, mache ich nun Gebrauch und beende Harald Welzers „Alles könnte anders sein“ nach nur 100 gelesenen Seiten. Nur fertig gelesene Bücher dürfen rezensiert werden Dies wiederum ist eine der Regeln, die ich mir und meiner Nachwuchsredaktion, den Bücherkindern, auferlegt habe. Für den erzählenden Roman gilt sie in meinen Augen auch unbedingt, denn so manche Geschichte kommt nach einem schwachen Start noch richtig in Fahrt, manch anderes Buch wiederum enttäuscht auf den letzten Seiten. Aber gilt die Regel auch für Ratgeber? Vielleicht. Dennoch möchte ich meine Meinung zu den ersten 100 Seiten niederschreiben und meine Kritik am Buch erklären. Alles könnte anders sein Eigentlich mache ich – soweit vorhanden – von der Möglichkeit Gebrauch, vorab ein paar Seiten eines Buches zu lesen, bevor ich es kaufe. Viele Verlage bieten das Hineinblättern in ihre Titel beispielsweise auf der Verlagswebseite an. Bei „Alles könnte anders sein“ habe ich mir das jedoch erspart, …

Ich muss gar nichts!

Seit November 2009 habe ich einen Account bei Twitter, nur wenige Monate später startete ich mit Social Media auf Facebook durch. Einige andere Netzwerke kamen und gingen, manche blieben, darunter Instagram und Whatsapp. Ich bin 47 Jahre alt und ich muss gar nichts! Vermutlich ist das Punkt eins, der mich an diesem Buch stört. Aber wie übersetzt man den Originaltitel Ten arguments for deleting your Social Media Accounts  right now sinnvoll? Ein DU und ein MUSS in einem Titel spricht mich persönlich so gar nicht an. Don’t judge a book by its title OK, Vorurteile zur Seite geschoben und los. Bücher in Form von Listen sind ja derzeit äußerst beliebt und zahlreiche Sachbücher locken mit einem 10-Punkte-Plan, um unliebsame Verhaltensweisen zu verändern oder abzulegen.  Bei Laniers Buch wirken diese 10 Gründe aber sehr bemüht und mich beschleicht das Gefühl, dass die Aufteilung des Buches eher Wunsch des Marketings und nicht des Autors war. Zudem klingen einige der Gründe in meinen Ohren viel zu reißerisch und ein „Social Media macht dich zum Arschloch“ oder „Social Media …

Braucht es Verrisse? – (M)eine Antwort

Lieber Thomas, ich danke dir für deinen Blogbeitrag. Im übrigen ein sehr guter Text, denn er hat mich nach dem Lesen im Morgengrauen einen ganzen Tag lang gedanklich beschäftigt. Das spricht für ihn. Ich mag es, wenn das geschriebene Wort etwas in mir auslöst. Da ist es egal, ob es sich um einen Zeitungsartikel, einen Blogbeitrag oder einen fiktiven Roman handelt. Allen, die Thomas‘ Artikel noch nicht gelesen haben, bitte ich, dies vorab zu tun, denn es reicht nicht aus, bei der Überschrift „Wozu braucht es Verrisse?“ stehen zu bleiben und zu antworten. Ich glaube, zwei Dinge deines Beitrags haben mich am meisten beschäftigt. Zum einen das Wort „Verriss“ und zum anderen mein Gefühl, dass es in deinem Text gar nicht nur um Literatur-Kritik geht: „Ist es nicht ein offenkundiges Manko, dass immer mehr gebildete Menschen lavieren, wenn man ihnen eine klare Haltung abfordert, ob etwas gut oder schlecht ist – zumindest, wenn es Kunst und Kultur betrifft?“ Kommen wir zu dem Wort „Verriss“, das ich persönlich ganz furchtbar finde. Bei Wikipedia heißt es dazu …

Offene Antwort auf den Buchmarkt-Beitrag vom 26.01.14

Dies ist meine Antwort auf „Das Sonntagsgespräch“, das das Magazin „Buchmarkt“ am vergangenen Sonntag mit der Überschrift Gabriele Hoffmann über den Stellenwert von „Leanders Lieblingen“ und über richtige Leseförderung veröffentlichte: Gabriele Hoffman, (einst) Kinderbuchikone in deutschen Landen, hat dem Branchenmagazin „Buchmarkt“ ein Interview – oder war es doch eher eine Werbeveranstaltung? – gegeben und dort solch haarsträubende Behauptungen aufgestellt, die ich – nach reiflicher Überlegung – nicht unkommentiert stehen lassen kann. Dass Gabriele Hoffmann in ihrem Arbeitsleben viel für die Wahrnehmung von Kinderbüchern getan hat, ist unumstritten. Sich aber als die einzig wahre Kennerin des Kinderbuchmarktes und der Leseförderung darzustellen (Zitat – BM: Wollen Sie die „Marcellina“ der Kinderliteratur werden? GH: Warum nicht? Niemand sonst hat so viel Erfahrung mit lesenden Kindern.) ist anmaßend und an Selbstverliebtheit kaum noch zu übertreffen. Frau Hoffmann lässt im Interview nur eine Meinung zu und das ist ihre eigene. Sie stellt Behauptungen auf ohne diese mit Beispielen zu belegen (Zitat zum Thema Leseförderung – GH: Ich finde da wird viel falsch gemacht. … Zum Beispiel werden fast ausschließlich Bücher …