Alle Artikel mit dem Schlagwort: Klimakrise

Kein Grad weiter!

In den vergangenen Tagen hat der Herbst bei uns Einzug gehalten. Die Temperaturen sind deutlich gesunken und selbst der Regen ist dieses Mal nicht rechts und links an Solingen vorbeigezogen. Rund 47 Liter/qm sind in den letzten drei Tagen (25. – 27.9.20) laut unserer Wetterstation gefallen, so viel, dass bereits erste Stimmen laut werden, die nach Sonnenschein rufen. Doch ein Blick auf den eigenen Regenmesser und den vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung herausgegebenen Dürremonitor verrät uns, dass es viele Wochen durchregnen müsste, um den Boden auch in einer Tiefe von 1,80 Meter zu durchchfeuchten. Und selbst ohne wissenschaftliche Daten muss man beim sonntäglichen Waldspaziergang schon mehr als alle Augen zudrücken, um die Zeichen der Klimaveränderungkrise zu übersehen. Nach den beiden sehr heißen und trockenen Jahren 2018 / 2019 gibt es zu Beginn des Jahres 2020 schon wieder sehr wenig Niederschlag. Steht uns ein weiteres Dürrejahr bevor? Der Dürremonitor am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig (UFZ) misst die Feuchte im Boden und weiß damit genau über dessen Zustand Bescheid. Wie das funktioniert und was wir mit diesem …

Das große Rauschen

Im Sommer 1996 bereisten mein Mann und ich für drei Wochen per Zelt Alaska. Nie zuvor in meinem Leben hatte ich solch eine unberührte, schier unendliche Weite gesehen. Bäume ragten wie Pfeifenreiniger in die Höhe, weil man als Nadelbaum aufgrund der zu erwartenden Schneemassen im Winter eben keine ausladenden Äste ausbildet. Gefühlt hinter jeder Kurve erwartete uns ein neuer majestätischer Gletscher, selbst der Prince William Sound sah sieben Jahre nach der Havarie des Öltankers Exxon Valdez oberflächlich gesehen gut aus. Wandern, Heilbutt-Angeln, einem Gletscher vom Boot aus beim Kalben zusehen, ein unvergesslicher Urlaub. Heute, vierundzwanzig Jahre später, weiß ich es besser. Der Klimawandel ließ schon damals die Gletscher schmelzen (in meinem Fotoalbum nannte ich das „Rückzug“), der Prince William Sound hat sich auch heute, 30 Jahre nach der Katastrophe, noch nicht wieder vollständig erholt (wird er das jemals?) und die Trans-Alaska-Pipeline, die ich damals auf meinen Fotos auszublenden versuchte, ist für mich heute zum Sinnbild allen Übels geworden. In weiteren vierundzwanzig Jahren, also im Jahr 2044, werde ich womöglich 74 Jahre alt sein. Es wird …

Am Wegesrand

Am Wegesrand gibt es viel zu entdecken und wenn man wie ich mit einer App zur Pflanzenbestimmung ausgestattet ist, kann so eine Wanderung schonmal deutlich länger dauern. Meine erste kostenlose und empfehlenswerte App war Flora Incognita. Diese hat allerdings – gerade bei Pflanzen im Wachstum und ohne Blüten – häufig Bestimmungsschwierigkeiten. Mittlerweile bin ich auf die Bezahl-App Picture this umgestiegen, die ich ausnahmslos empfehlen kann. Nicht erst seit der Lektüre des Buches „Anstiftung zum gärtnerischen Ungehorsam“ bin ich aufmerksam unterwegs. Schon lange interessiere ich mich dafür, welche Pflanzen der Klimaveränderung trotzen und sich an bestimmten Standorten ganz von alleine vermehren. Auf meinen Wanderungen durch meine fränkische Zweitheimat habe ich dieses Mal viele Pflanzen bestimmt und einigen Flugverkehr beobachten können. In meiner Galerie habe ich die Fotos der Pflanzen zusammengestellt. Deren botanischen Namen und die Bezeichnungen unter denen sie auch bekannt sind, erhält man mit Klick auf das Foto. Sollte ich mich bei einer Zuordnung geirrt haben, lasst es mich wissen. Übrigens, als Buchhändlerin, die weiß, dass ein Titel nur durch seine ISBN eindeutig bestimmt wird, …