Alle Artikel mit dem Schlagwort: Klassiker

Fahrenheit 451

Einen Klassiker zum ersten Mal zu lesen und das 65 Jahre nach Erscheinen seiner ersten deutschen Fassung, ist schon etwas Besonderes, denn selbst wenn ich ein Buch mehrfach lesen würde – was ich selten tue – wäre es später doch nie wieder so wie beim ersten Mal. Bei „Fahrenheit 451“ kam noch ein weiterer Aspekt dazu, denn tatsächlich wurde Ray Bradburys Klassiker gerade von Peter Torberg neu übersetzt und ich konnte sowohl auf diese Neuübersetzung als auch auf die bislang einzige und 2008 zuletzt überarbeitete Übersetzung von Fritz Güttinger zurückgreifen. Zunächst hatte ich vor, die Bücher parallel zu lesen, doch tatsächlich gab ich nach 30 Seiten auf und wendete mich ganz der Neuübersetzung zu, die sich flüssiger lesen ließ, da ich weniger über altertümliche Formulierungen und Satzbauten stolperte. Das soll aber nicht heißen, dass die neue Übersetzung vokabulartechnisch ins 21. Jahrhundert geschubst wurde. Vielmehr wurden Sätze gefälliger zusammengefügt und ja, auch zum Teil anderes, aktuelleres Wortmaterial genutzt. Das hatte zur Folge, dass ich „Fahrenheit 451“ quasi in einem Rutsch las, atemlos einer fast 70 Jahre …

„Wer die Nachtigall stört …“

Das Lesen von Klassikern flößt mir immer gehörigen Respekt ein. Zu gering ist meine Leseerfahrung diesbezüglich. In meinem Elternhaus überwog von jeher die Unterhaltungsliteratur und auch der damalige Deutschunterricht konnte meine Begeisterung für klassische Werke leider nicht wecken. Zunächst familiär- später dann berufsbedingt wandte ich mich hauptsächlich der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur zu. Doch gerade in den letzten Jahren wuchs der Wunsch, hin und wieder einen sogenannten Klassiker einzustreuen. Diese Idee führte dank der sozialen Netzwerke (Fragt NIE öffentlich, welche Klassiker ihr unbedingt lesen solltet!!) zu einer unüberschaubaren Liste, die mich in meinem Bestreben eher ausbremste als beflügelte. Schließlich wagte ich mit Thomas Manns „Buddenbrooks“ den Anfang und konnte feststellen, dass Klassiker gar nicht weh tun. Mit Salingers „Fänger im Roggen“ erging es mir ähnlich, obwohl man dieses Buch wohl besser zwischen zwanzig und dreißig liest. Fünfundfünzig Jahre nach seinem Erscheinen in den USA folgte nun „Wer die Nachtigall stört …“, das 1962 in Deutschland erschien und seit Mitte Juli in einer vollständig überarbeiteten deutschen Übersetzung von Nikolaus Stingl vorliegt. Von den bisher oben erwähnten …