Alle Artikel mit dem Schlagwort: Flüchtlingshilfe

Bewerbung mal anders

Seit über drei Jahren lebt Mohammad aus Damaskus in Deutschland, fünf Monate davon als Gastsohn in unserem Zuhause. Als seine deutsche „Familie“ möchten wir ihn bei der Stellensuche unterstützen und geben ihm hier den Raum, sich neben den bereits beschrittenen herkömmlichen Bewerbungswegen auf etwas andere Art und Weise vorzustellen.

Amtsschimmel

Mein Ritt auf dem Solinger Amtsschimmel

Gleich vorweg. Ich komme ganz gut klar mit Ämtern und Behörden und sie eigentlich auch mit mir. Das kann man auch in diesem Beitrag nachlesen: Einfach mal DANKE sagen. Aber manchmal eben auch nicht, und wenn ich dann auch noch herausfinde, dass ich es hätte viel einfacher haben können, wenn nur einer den Mund aufgemacht hätte, dann macht mich das richtig wütend und dann verschaffe ich mir Luft. Genau hier! Antrag auf Zeugnisbewertung Um mit einem ausländischen Hochschulabschluss in Deutschland beruflich Fuß zu fassen, ist es von Vorteil, diesen bei der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen bewerten zu lassen. Die Webseite Anerkennung in Deutschland ist da wirklich hilfreich. Recht zügig ist klar, welche Unterlagen für die Bearbeitung aus welchem Land benötigt werden. Das meiste – beispielsweise Ausweisdokumente oder den Asylbescheid – kann man sogar einfach als Kopie beilegen. Bei den Abschlussurkunden der zu bewertenden Hochschulqualifikation sieht das schon anders aus. Glücklicherweise konnten die Originale samt der Übersetzung durch einen vereidigten Übersetzer in Damaskus bei der Flucht aus Syrien mitgeführt werden und so sollte eine amtlich beglaubigte …

Als Mohammad bei den Leos einzog

Vor einigen Wochen erschien bei Spiegel Online unter dem Titel „Als Mohammad bei Heinrich einzog“ die Geschichte eines Hamburgers, der für vier Monate einer syrischen Familie in seinem Haus ein Zuhause gab. Zu diesem Zeitpunkt lebte „unser“ Mohammad gerade mal zwei Wochen bei uns, aber schon damals überlegte ich, nach einer Weile ebenfalls über unser Zusammenleben zu berichten und deshalb wähle ich heute – in Anlehnung an obigen Artikel – dieselbe Überschrift. Als Mohammad bei den Leos einzog Für meinen Bericht muss ich sicherlich ein wenig ausholen. Hilfsbereitschaft, Offenheit, Aufgeschlossenheit und eine Portion Neugierde stecken in jedem von uns, aber ohne eine Familie (oder Freunde), die diese Eigenschaften vorlebt, werden diese Merkmale nach und nach verkümmern. Ich hatte das große Glück in einer Familie aufzuwachsen, in der unter anderem auch diese Attribute gepflegt wurden, deshalb war es für mich vor gut einem Jahr auch völlig normal, etwas meiner freien Zeit in die Flüchtlingshilfe zu investieren. Und ich wähle hier bewusst nicht das negative Wort „opfern“, da ich nämlich für meine gut investierte Zeit als Belohnung …

Mein ganz persönliches „Wir schaffen das!“

Ein Jahr ist es her, dass Angela Merkel ihren berühmten Satz „Wir schaffen das!“ aussprach. Heute wird viel über diesen Satz diskutiert. Ob er spontan aus dem Bauch herauskam, werden wir wohl niemals erfahren. Und auch wenn uns Angela Merkel mit diesem Satz gleich einmal mit in die Verantwortung nahm, uns eine Bürde auferlegte, die aufgrund des jahrelangen Wegguckens ungleich schwerer ausfiel, war es doch ein Satz, den ich zum damaligen Zeitpunkt brauchte und an den ich auch ein Jahr später noch glaube. „Wir schaffen das!“ – Wenn nicht wir, wer sonst? Im bin Jahrgang 70 und in einer vergleichsweisen ruhigen Zeit aufgewachsen. Den linken Terror der Roten Armee Fraktion bekam ich als Kind nur unterschwellig mit, Gorbatschows Glasnost und Perestroika als Teenager dafür in vollem Umfang. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der vieles im Umbruch zum Guten war. Ich lebe in einer Demokratie, bin krankenversichert, trenne meinen Müll und in der Wupper vor meiner Haustür schwimmen sogar wieder Lachse. Ich führe ein schönes Leben, dafür habe ich nichts getan, ich wurde einfach …