Alle Artikel in: Lesen und Arbeiten

You go me on the cookie!

Bei vielen Dingen in unserem Leben schalten wir unbewusst auf unseren Autopiloten um. Autofahren, dabei den Nachrichten lauschen oder mit dem Beifahrer plaudern? Nichts leichter als das. Auch den immer gleichen Weg beispielsweise zur Arbeit laufen wir ganz automatisch. Genauso verhält es sich als Muttersprachler mit der deutschen Sprache. Der, die, das? Kein Problem! Redensarten, Sprichwörter? Eine meiner leichtesten Übungen! Pronomen, Präpositionen, Kasus? Hauptsache ich weiß, wie man es richtig macht. Erwischt! Ich erinnere mich noch genau an so manche Deutschfrage, die mir von meinen im Sprachniveau B1 oder B2 befindlichen Freunden oder Gastsöhnen gestellt wurde und von mir mit einem „Uff, das muss ich erst einmal nachschlagen.“ oder völlig verzweifelt mit „Das ist eben so.“ beantwortet wurde. Obwohl man hier nicht wirklich von „beantworten“ sprechen kann. Die deutsche Sprache ist keine einfache Sprache. Geschrieben genauso wenig wie gesprochen. Wobei letzteres besonders auf Englisch sprechende Menschen zutrifft. Aber spätestens mit unseren Umlauten erwischen wir auch den letzten Araber, der sich bis dato in der deutschen Aussprache noch recht gut geschlagen hatte. Wie schön also, dass …

Mein Leben mit Martha

Ich kenne Martina Bergmann. Viele Jahre schon. So wie man sich eben kennt, wenn man auf Facebook und Twitter unterwegs ist und derselben Branche angehört. Martina ist Buchhändlerin in Ostwestfalen, führt dort auch einen kleinen Verlag. Zwangsläufig liefen wir uns damals – als das Netzwerken losging – über den Weg. Seitdem bekomme ich hin und wieder etwas von Martina in meine Timeline gespült. Fragmente. Hier ein Blogbeitrag, da ein Rant und regelmäßig die Kolumne im Börsenblatt, in der sie kein Blatt vor den Mund nimmt. Ich halte Martina für eine ehrliche Haut. Aber kennen, nein, kennen tu ich sie nicht, jedenfalls nicht über das übliche Social-Media-„Kennen“ hinaus, an diesem Ort, wo jeder sowieso nur preisgibt, was und wie sie oder er es möchte. Der Algorithmus tut sein Übriges. Wie gut also, dass es Bücher gibt, und wie schön, dass es „Mein Leben mit Martha“ gibt, das mir auf vielfältige Weise gefallen hat und mir zumindest ein wenig das Gefühl vermittelt, die Frau Bergmann aus dem Netz ein wenig besser zu kennen. Mein Leben mit Martha …