Alle Artikel in: Lesen und Arbeiten

Nimm den Zug

Oft werde ich durch Empfehlungen im Netz auf neue Bücher aufmerksam, manchmal suche ich auch gezielt nach einem Autor oder einer Autorin, weil ich schon etwas anderes von ihm oder ihr gelesen habe, ein anderes Mal gibt eine Leseprobe den Ausschlag für eine Lektüre. Bei meinem aktuellen Buch traf nichts von alledem zu. Der Klappentext war es, der mich nach „Vom Schweden, der den Zug nahm und die Welt mit anderen Augen sah“ greifen ließ, auch das Cover gefiel mir gut, weshalb ich es schon während des Lesens für Instagram ablichtete. Die Frage, wie ich es denn finden würde, ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Warum meine Antwort „Bin noch unentschlossen, weil ich etwas ganz anderes erwartet habe“ lautete, und wie ich es dann am Ende wirklich fand, will ich euch kurz erklären und beginne mit Cover und Klappentext, ganz so wie ich das Buch entdeckte. Was würdet ihr erwarten? Eine Reisebeschreibung unterschiedlichster, geschichtsträchtiger Eisenbahnrouten? Infos über Land und Leute? Kleine Anekdoten aus dem Zugabteil? Eine Liebeserklärung eines zum Bahnreisen Bekehrten? – Irgendwie bekommt …

Anstiftung zum gärtnerischen Ungehorsam

Anstiftung zum gärtnerischen Ungehorsam

Über Bücher, die sich unversehens in mein Leben schleichen und dann auch noch bleibenden Eindruck hinterlassen, freue ich mich immer ganz besonders. Eine befreundete Autorin musste bei diesem Buch direkt an mich denken (ich frage mich natürlich bei welchem Wort im Titel?!) und schlug es mir innig als nächste Lektüre vor. Danke, Gina, für die Hartnäckigkeit, die sich für uns beide gelohnt hat! Ideen säen für eine bessere Welt Der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare) hat bei mir Einzug gehalten. „Schuld“ daran hat auch die Autorin Christiane Habermalz, deren Buch „Anstiftung zum gärtnerischen Ungehorsam“ genau das tut, was der Titel verspricht: Ideen säen, um unsere unmittelbare Umgebung wie Balkon, Baumscheibe, Park oder eigenen Garten ein wenig ökologischer zu machen. Die Autorin berichtet humorvoll, lehrreich, augenöffnend über heimische Wildpflanzen, Generalisten und Spezialisten unter den Insekten, über Biodiversität und Artensterben. Als Journalistin hat sie gut recherchiert und mit vielen Fachleuten gesprochen, deren Forschungsergebnisse erschreckend sind. Auch mir ist klar, dass sich für große Fortschritte die Politik ändern muss und nicht nur mein Vorgarten. Aber ich merke ein ums …

Alles könnte anders sein: Eine Kritik

In Daniel Pennacs Werk „Wie ein Roman“ plädiert der Autor für die unantastbaren Rechte des Lesers. Vom 3. Recht, ein Buch nicht zu Ende zu lesen, mache ich nun Gebrauch und beende Harald Welzers „Alles könnte anders sein“ nach nur 100 gelesenen Seiten. Nur fertig gelesene Bücher dürfen rezensiert werden Dies wiederum ist eine der Regeln, die ich mir und meiner Nachwuchsredaktion, den Bücherkindern, auferlegt habe. Für den erzählenden Roman gilt sie in meinen Augen auch unbedingt, denn so manche Geschichte kommt nach einem schwachen Start noch richtig in Fahrt, manch anderes Buch wiederum enttäuscht auf den letzten Seiten. Aber gilt die Regel auch für Ratgeber? Vielleicht. Dennoch möchte ich meine Meinung zu den ersten 100 Seiten niederschreiben und meine Kritik am Buch erklären. Alles könnte anders sein Eigentlich mache ich – soweit vorhanden – von der Möglichkeit Gebrauch, vorab ein paar Seiten eines Buches zu lesen, bevor ich es kaufe. Viele Verlage bieten das Hineinblättern in ihre Titel beispielsweise auf der Verlagswebseite an. Bei „Alles könnte anders sein“ habe ich mir das jedoch erspart, …

Unfog your mind

Ich habe ein Faible für schön gestaltete Bücher. Dies ist sicherlich auch dem Umstand geschuldet, dass ich in meinem letzten Leben einmal den altehrwürdigen Beruf der Schriftsetzerin erlernt habe. Es ist mir daher immer eine besondere Freude, die Bücher des Verlags Hermann Schmidt aus Mainz in meinen Händen zu halten, der wie kein anderer Inhalt und Text verbindet, in der Gestaltung seiner Titel neue Wege beschreitet und so für noch mehr Freude beim Lesen sorgt. Unfog your mind Mit jeder Menge Denkanstößen, kurzen Experimenten und Lifehacks pustet der Philosoph und Speaker Leander Greitemann in 20 Kapiteln den Nebel weg, der uns häufig im wahrsten Sinne des Wortes unseren Geist vernebelt, uns der Leichtigkeit beraubt und Veränderungen im Leben unmöglich erscheinen lässt. Die Mischung aus eigener Erfahrung, humorvollen Anekdoten, dennoch wissenschaftlich fundiert lässt einen förmlich durch die Seiten fliegen. Hier ist die außergewöhnlich schöne Gestaltung durch Katrin Schacke zu erwähnen, die den Lesegenuss gleich noch zum Augenschmaus werden lässt. Einen Blick ins Buch kann man auf der Seite des Verlags werfen. Bitte HIER entlang … Markieren …