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Stolpersteine in Solingen

Auf den Spuren der Reichspogromnacht

Ein Mensch ist erst dann vergessen, wenn sein Name vergessen ist. – Aus dem Talmud Gestern nahm ich an einer Gedenkveranstaltung für die Solinger Opfer der Reichspogromnacht teil. Diese besondere Form des Gedenken – ein Stadtrundgang zu den Tatorten des 9. November 1938 –  hat mich zutiefst bewegt. Denn Daniela Tobias vom Unterstützerkreis Stolpersteine in Solingen schilderte die grausamen Ereignisse anhand von historischen Fotos und Zeugenaussagen genau dort, wo sie vor 80 Jahren stattfanden. So entstand für mich das Gefühl, zeitversetzt auf den dunkelsten Spuren meiner Heimatstadt Solingen zu wandeln. Diese zwei Fotos markieren Beginn und Ende des abendlichen Stadtrundgangs. Das linke Foto entstand auf dem jüdischen Friedhof, auf dem Max Leven beerdigt ist. Der ehemalige Kulturredakteur der unter den Nazis verbotenen „Bergischen Arbeiterstimme“ wurde in der Nacht auf den 10. November in seiner Wohnung vor den Augen seiner Familie erschossen. Das zweite Foto zeigt die Gedenktafel am Hochbunker an der Malteserstraße, wo bis zur Reichspogromnacht die Solinger Synagoge stand. Sie brannte bis auf die Grundmauern nieder und wurde anschließend abgerissen. Der jüdischen Gemeinde „kaufte“ …

Hẹn gặp lại, Kiên!

Lieber Kiên, zehn Monate sind eine lange Zeit. Doch sie erscheint wie verflogen, wenn man zurückblickt. Im September 2017 bist du in unser kleines Zimmer unterm Dach eingezogen. Wir hatten großes Glück, dass du bereits so gut Deutsch sprachst, so konntest du direkt von Anfang an mit Volldampf am Familien- und Schulleben teilnehmen. In den vergangenen zehn Monaten hast du nicht nur viele Freunde gefunden, ein großartiges 11. Schuljahr hingelegt, sondern unser Familienleben bereichert. Wir haben dir Ironie beigebracht, dich zum Diskutieren und Fragenstellen ermuntert und deine asiatische Höflichkeit ein wenig europäisiert. Du kennst nun deutsche Mülltrennung, weißt, dass man auch ohne täglichen Fleischkonsum „überleben“ kann und hast erfahren, dass deutsche Klassen „nur“ 30 Schüler haben, die sich sogar aktiv beteiligen (und nicht schlafen – kleiner Insider). Aber einen Gast aus einem fremden Land aufzunehmen, heißt auch, viel über eine andere Kultur zu lernen und manches auch über sich selbst zu erfahren – und damit meine ich nicht nur die Entdeckung meiner Leidenschaft für deine vietnamesischen Frühlingsrollen. Kiên, wir hoffen, dass du dich ein Leben …