Alle Artikel in: Mein Alltag und ich

Mehr Log im Blog oder KW 1

Die Zeit zwischen den Jahren (die Redensart bezeichnet übrigens die Tage zwischen 25. Dezember und 6. Januar, wie mich gerade das Internet lehrte) ist für mich immer eine sehr nachdenkliche Zeit. Das alte Jahr ist noch nicht vorüber und klingt heftig nach, das neue steckt in den Startlöchern und scharrt mit den Hufen. Was war gut in 2019, was lief nicht ganz so, was will ich in 2020 ändern? Klar, diese Überlegungen könnte ich auch an jeden x-beliebigen Tagen im Jahr anstellen, aber dieses Zwischen den Jahren bietet sich irgendwie immer besonders an, vermutlich auch, weil ich dann meistens frei habe und mir die Luft in der zweiten Heimat um die Nase wehen lasse. Mehr Log im Blog Was ich 2020 auf jeden Fall versuchen möchte ist, mehr Log, also mehr Tagebuch hier zu führen und in loser Reihenfolge über meinen Alltag und Erlebtes zu berichten. Dabei möchte ich (mich) unter der Überschrift Was schön war an die guten Dinge der vergangenen Tage erinnern, vergisst man bei all den schlechten Nachrichten nämlich schnell. Aber auch …

#NeustartKlima 29.11.19

Ich bin Jahrgang 70, ich bin groß geworden in einer Zeit als die Wupper einer der am stärksten verschmutzten Flüsse Europas war, als der saure Regen unsere Wälder zerstörte und das Ozonloch uns in Atem hielt. Ein umfangreiches Wasserschutzprogramm, Filteranlagen in Fabriken und Kraftwerken, die Einführung von Katalysatoren in Autos, das Verbot von FCKW in den 80er Jahren konnte damals Schlimmeres verhindern. Aber heute? Ende Januar hielt Greta Thunberg ihre vielbeachtete Rede in Davos. Sie sprach davon, dass unser Haus brennt und wir, die Erwachsenen und die Politiker*innen endlich handeln sollten. Im März hagelte es erneut Kritik. Dieses Mal aus den Reihen der Wissenschaftler*innen, die auf einer Pressekonferenz in Berlin die Klimapolitik der Bundesregierung kritisierten und zum dringenden Handeln aufriefen. Seitdem ist wieder mehr als ein halbes Jahr vergangen, in dem die Lücke zwischen Wissen und Handeln nicht annähernd geschlossen und lediglich ein Klimapaketchen auf den Weg gebracht wurde. I want you to panic, sagte Greta damals in Davos auch noch. Und ich fürchte, diese Panik ist angebracht, denn keine Erfindung dieser Welt wird die …

Zehn Fragen für zurückgekehrte Reisende

Regelmäßig stelle ich verschiedensten Kinderbuchmenschen in der Interview-Reihe auf meinem Blog zehn Fragen. Beate Schäfer, die ich dort ebenfalls befragte und die in meinem Urlaub eine Abwesenheitsnotiz aus Bhutan bekam, hat den Spieß umgedreht und mir „Zehn Fragen für zurückgekehrte Reisende“ gestellt. Hier kommen meine Antworten. Wo bist du gewesen und wie kam es, dass du dort hingefahren bist? Ich war im Oktober mit meinem Sohn für zwei Wochen in Bhutan im Himalaya. Das Königreich grenzt  im Süden an Indien und im Norden an Tibet. „Schuld“ an dieser Reise war meine Freundin Miriam, die dieses Land bereits dreimal bereiste und mir stets davon vorschwärmte. Was hast du gegessen? Alles, was auf den Tisch kam und fast täglich die Nationalspeise aus Chili und Käse: Ema Datshi (ཨེ་མ་དར་ཚིལ), und das obwohl mir scharfe Gerichte sonst immer etwas suspekt sind. Die Verbindung aus Chili und Käse (der die Schärfe noch nicht angekommen hat) ist genial, mag aber vielleicht auch an den besonderen Chili-Schoten liegen, deren Sorten-Name ich noch nicht in Erfahrung bringen konnte. Wo hast du geschlafen? Unsere …

Schäm dich!

Ich sitze vor einem leeren Blatt Papier und überlege, wie ich diesen Beitrag beginnen soll, wohin er mich gedanklich wohl führen wird. Warum ich ihn überhaupt schreibe, liegt vermutlich an der Tatsache, dass niemand – zumindest im medialen Raum – davor gefeit ist, dass man mit dem moralischen Zeigefinger auf ihn oder sie zeigt. Egal was wir auch tun, was wir auch sagen, es gibt immer jemanden oder eine Gruppe, die genau der entgegengesetzten Meinung ist. Nun könnte man meinen, das sei zutiefst demokratisch, ich jedenfalls finde, dass das lediglich als Totschlagargument genutzt wird, um die verbale Keule auszupacken. Trump und Co. haben „gute“ Arbeit geleistet, denn jedes Thema wird in WIR und DIE ANDEREN aufgespalten. Da wo wir früher freudig Fotos unseres Grillabends geteilt haben, herrscht heute betretene Stille, schließlich hat man keinen Bock auf Diskussionen mit Vegetariern oder Veganern. Oder andersherum postet man ganz laut ein rohes Stück Fleisch mit dem Verweis „Take this, ihr Grünzeugfresser!“. Ihr könnt es drehen und wenden wie ihr mögt, es kommt nie was Gutes bei raus, unsere …