Neueste Artikel

Leichter Trab oder KW 2

Zack, ist die Woche rum. Ihr kennt das. Und manche Wochen sind so vollgestopft mit Ereignissen, dass ich froh bin, Tagebuch zu führen und mein Smartphone zu haben, um anhand der Fotos die Woche noch einmal Revue passieren zu lassen.

Leichter Trab

Gleich vorweg, ich mochte KW 2. Das Schritttempo der ersten Woche wurde zwar signifikant erhöht, aber der leichte Trab der vergangenen Tage gefiel mir gut. Ich bekam einiges gewuppt, ohne dass es zu stressig wurde.

Inventur in der Schatzinsel

Am Montag hatte ich meine erste Inventur, also genau genommen nicht ich, sondern die Buchhandlung, in der ich einmal pro Woche arbeite. Mit dem Barcode-Scanner ausgestattet piepste ich mich durch Ratgeber, Kochbuch und Reiseliteratur und hatte am Ende 1.871 Artikel in die Warenwirtschaft eingepflegt und hoffentlich kein Buch vergessen. Von den Begehrlichkeiten, die geweckt werden, wenn man jedes Buch in die Hand nimmt, mag ich erst gar nicht sprechen. Und einmal mehr wurde mir klar, was für ein tolles und abwechslungsreiches Sortiment wir in unserem doch recht kleinen Laden unterbringen. Eben doch eine richtige Schatzinsel hier 🙂

Meine eigentliche Morgenroutine hat sich leider auch in KW 2 noch nicht wieder eingestellt, allerdings möchte ich auch nicht mehr um 5:30 Uhr aufstehen, einmal weil ich keinen Bock mehr auf die angesammelten Schlafdefizite habe, zum anderen weil ich es kann. Die Kinder sind groß und eigentlich könnte ich locker bis 8 im Bett liegen bleiben, aber das ist auch nicht mein Ding. Dennoch fand man mich in der letzten Woche weder auf der Yogamatte noch meditierend vor und ich merke doch, dass mir das fehlt. Die Gelenke werden steifer, der Morbus Bechterew wittert Morgenluft, und mit Achtsamkeit in den Tag zu starten, hat noch niemandem geschadet. Ich werde euch kommende Woche erzählen, ob es mit Aufstehen um 6 geklappt hat.

Ansonsten habe ich in den vergangenen Tagen noch Ordnung in mein virtuelles Bücherkinder-Büro gebracht, neue Abläufe mit den Kids per WhatsApp besprochen, selbige noch einmal bei Slack beschrieben und einen Instagram-Account für die Redaktion erstellt. Voll virtuell, die Alte 😉 Apropos, ich habe mir jetzt beim Optiker eine Lese-/Bildschirmbrille bestellt, die stelle ich euch demnächst mal vor. Vermutlich kann ich damit zukünftig der Nackensteife entgegenwirken, die sich zu gerne einstellt, wenn ich mal wieder versuche, durch den unteren Teil meiner Gleitsichtbrille auf den Bildschirm zu gucken. Die sich im fortgeschrittenen Alter befindlichen Leserinnen und Leser dieses Blogs werden mich verstehen. Und, ich kann jetzt Knäckebrot backen. Habe mich erinnert, dass es in Meike Winnemuths Buch das so ein schönes, einfaches Rezept gab. Hat geklappt. Ich sage nur Seite 162.

Was schön war

Also eigentlich siehe oben, aber besonders schön war mein Konzertbesuch mit dem großen Sohn am Freitag. Im Solinger Konzertsaal spielten die Bergischen Symphoniker auf. Unter dem Titel „Fake Muse“ gab es jede Menge Filmmusik, aber auch super interessante Informationen von Konzertmeister Miki Kekenj und Moderator Michael Forster, der sogar im Hobbit-Kostüm auftrat. Mehr Infos dazu hier: Symphoniker greifen in die Trickkiste der Kino-Musik. Ein toller Abend.

Scherenrohlinge im Industriemuseum

Eine knapp 8 km lange Wanderung führte mich und meine Begleitung heute durch zwei Täler, vorbei am Industriemuseum, das wir uns dann gleich auch noch angeschaut haben, und wieder zurück. Das Besondere daran war, dass meine Begleitung und ich uns usprünglich aus dem Netz kannten, schon eine Weile auch persönlich und wir unseren Vorsatz, doch endlich mal gemeinsam wandern zu gehen, heute endlich umgesetzt haben. Schöner Nebeneffekt war auch, dass ein weiterer Vorsatz, im Wochen-Durchschnitt pro Tag mindestens 10.000 Schritte zu laufen, nicht schon in KW 2 gescheitert ist. Als Titelbild seht ihr deshalb auch mein Wochendiagramm.

Das war doof

Doof war das Wetter gepaart mit den immer noch kurzen Tagen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass es gar nicht hell wird. Allerdings weiß ich ja, dass die Tage wieder länger werden und die Erde gerade jeden Regentropfen gebrauchen kann. Doof kann ich es ja trotzdem finden.

Was mich beschäftigt

Diese Woche habe ich mich intensiv mit meinem Da- oder Nicht-Dasein in den diversen Sozialen Medien beschäftigt. Wider Erwarten gab es viele Rückmeldungen auf mein öffentliches Nachdenken zum Thema bei Facebook. Hier und da drehe ich gerade an den Stellschrauben, um den derzeit richtigen Umgang – gerade auf Facebook und Twitter – für mich zu finden. Ich glaube, ich bin auf einem guten Weg.

Mehr Log im Blog oder KW 1

Die Zeit zwischen den Jahren (die Redensart bezeichnet übrigens die Tage zwischen 25. Dezember und 6. Januar, wie mich gerade das Internet lehrte) ist für mich immer eine sehr nachdenkliche Zeit. Das alte Jahr ist noch nicht vorüber und klingt heftig nach, das neue steckt in den Startlöchern und scharrt mit den Hufen. Was war gut in 2019, was lief nicht ganz so, was will ich in 2020 ändern? Klar, diese Überlegungen könnte ich auch an jeden x-beliebigen Tagen im Jahr anstellen, aber dieses Zwischen den Jahren bietet sich irgendwie immer besonders an, vermutlich auch, weil ich dann meistens frei habe und mir die Luft in der zweiten Heimat um die Nase wehen lasse.

Mehr Log im Blog

Was ich 2020 auf jeden Fall versuchen möchte ist, mehr Log, also mehr Tagebuch hier zu führen und in loser Reihenfolge über meinen Alltag und Erlebtes zu berichten. Dabei möchte ich (mich) unter der Überschrift Was schön war an die guten Dinge der vergangenen Tage erinnern, vergisst man bei all den schlechten Nachrichten nämlich schnell. Aber auch nicht so Gutes oder Sachen, die mich ärgerten, sollen ihren Platz bekommen. Vielleicht werde ich auch hin und wieder mal ein paar gute Links teilen. Das wird sich zeigen, hier ist ja schließlich nichts in Stein gemeißelt.

KW 1 in 2020

Die erste Kalenderwoche in diesem Jahr begann bereits im vergangenen Jahr und zwar am vergangenen Montag, den 30. Dezember. Tatsächlich ist die Zählweise im deutschsprachigen Raum nach ISO 8601 genormt. Was man nicht alles lernt, wenn man mal eben einen Blogbeitrag schreiben will. Nach dieser Norm ist die Kalenderwoche 1 diejenige, die den ersten Donnerstag des neuen Jahres enthält. Somit hätten wir auch das geklärt und sind alle ein wenig schlauer.

Die vergangene Woche verbrachte ich zur Hälfte in meiner zweiten Heimat in Mittelfranken. Dort haben wir seit 10 Jahren ein kleines Ferienhäuschen mit einem wunderbaren Blick ins Fränkische.

Das tolle Sonnenwetter habe ich dann gleich für ausgiebige Wanderungen in der Umgebung genutzt. Ein schönes Kontrastprogramm nach den doch bisweilen ganz schön trubeligen Weihnachtstagen mit bis zu 14 Personen am Tisch.

Silvester haben wir ganz geruhsam mit meinen Eltern und meiner Tante (alle in den 80ern) gefeiert und auf’s neue Jahr mit Wasser angestoßen, weil wir irgendwie alle keine Lust auf Sekt hatten. Den haben wir dann einfach beim Neujahrs-Frühstück geöffnet. Am 2. Januar hieß es dann für mich nach zwei schönen Wochen Abschied nehmen. Zum Glück war die Autobahn nicht zu voll. Zuhause hatte mich der Alltag dann auch schnell wieder eingeholt, denn schließlich musste ich noch die Bewertungen und meine Top-Ten-Liste für den Leipziger Lesekompass 2020 abgeben, in dessen Jury ich schon seit vielen Jahren sitze.

Was schön war

Besonders schön in dieser Woche waren meine Wanderungen in Franken, leider ist derzeit sehr wanderunfreundliches Wetter hier in Solingen, dennoch sollte ich meiner Wanderlust auch hier viel regelmäßiger frönen. Tut mir einfach gut.

Am Freitag traf ich mich mit meiner syrischen Freudin, ihrer Schwester und einer weiteren Bekannten zum Kaffee. Zum Teil hatten wir uns schon lange nicht mehr gesehen und hatten uns deshalb auch so einiges zu erzählen. Das war wirklich schön und sollten wir viel öfter machen.

Das war doof

Unser Hund leidet auch Tage nach Silvester immer noch unter der Knallerei, die gelegentlich abends stattfindet. Vergangene Nacht stand er hechelnd und zittern fast zwei Stunden in unserem Schlafzimmer und ließ sich nicht beruhigen, weil irgendein Idiot um Mitternacht noch ein paar Böller zünden musste.

Was mich beschäftigt

Die derzeitigen Nachrichten machen mich traurig, nachdenklich und erfüllen mich mit Angst. Damit diese nicht die Überhand gewinnt und mich lähmt, habe ich meine Social-Media-Aktivitäten ziemlich zurückgefahren und beschränke mich derzeit weitgehendst auf Instagram. Manchmal brauche ich schöne Bilder und die Lage der Welt nur in homöopathischen Dosen.

 

#NeustartKlima 29.11.19

Ich bin Jahrgang 70, ich bin groß geworden in einer Zeit als die Wupper einer der am stärksten verschmutzten Flüsse Europas war, als der saure Regen unsere Wälder zerstörte und das Ozonloch uns in Atem hielt. Ein umfangreiches Wasserschutzprogramm, Filteranlagen in Fabriken und Kraftwerken, die Einführung von Katalysatoren in Autos, das Verbot von FCKW in den 80er Jahren konnte damals Schlimmeres verhindern. Aber heute?

Ende Januar hielt Greta Thunberg ihre vielbeachtete Rede in Davos. Sie sprach davon, dass unser Haus brennt und wir, die Erwachsenen und die Politiker*innen endlich handeln sollten. Im März hagelte es erneut Kritik. Dieses Mal aus den Reihen der Wissenschaftler*innen, die auf einer Pressekonferenz in Berlin die Klimapolitik der Bundesregierung kritisierten und zum dringenden Handeln aufriefen. Seitdem ist wieder mehr als ein halbes Jahr vergangen, in dem die Lücke zwischen Wissen und Handeln nicht annähernd geschlossen und lediglich ein Klimapaketchen auf den Weg gebracht wurde.

I want you to panic, sagte Greta damals in Davos auch noch. Und ich fürchte, diese Panik ist angebracht, denn keine Erfindung dieser Welt wird die Erderwärmung aufhalten, wenn wir – wir alle – nicht endlich handeln. Wir brauchen eine Klimapolitik in Berlin, in NRW, in Solingen, die vor Augen hat, was auf dem Spiel steht und sieht, dass unser Haus bereits in Flammen steht. Und wir alle müssen lernen, dass Lebensqualität nicht bedeutet, so viele Ressourcen wie möglich zu verbrauchen, aber Verzicht auch nicht bedeutet, in einem klimaneutralen Erdloch zu hausen.

Vielleicht ist die Zeit reif für einen neuen Begriff von Wohlstand, einen, der nicht ausschließlich an wirtschaftliche Erfolge geknüpft ist, sondern auch den Menschen und sein Wohlbefinden im Blick hat. Diesen Weg beschreitet das Königreich Bhutan im Himalaya bereits seit über 10 Jahren, indem es das Bruttonationalglück seiner Bevölkerung misst. Und vielleicht ist es unter diesen Umständen dann doch kein Zufall, dass ausgerechnet dieser kleine Staat eines der wenigen Länder ist, die negative CO2-Emissionen haben.

Das stimmt mich bei aller Panik dann doch ein wenig hoffnungsvoll.

Zehn Fragen für zurückgekehrte Reisende

Regelmäßig stelle ich verschiedensten Kinderbuchmenschen in der Interview-Reihe auf meinem Blog zehn Fragen. Beate Schäfer, die ich dort ebenfalls befragte und die in meinem Urlaub eine Abwesenheitsnotiz aus Bhutan bekam, hat den Spieß umgedreht und mir „Zehn Fragen für zurückgekehrte Reisende“ gestellt. Hier kommen meine Antworten.

Wo bist du gewesen und wie kam es, dass du dort hingefahren bist?
Ich war im Oktober mit meinem Sohn für zwei Wochen in Bhutan im Himalaya. Das Königreich grenzt  im Süden an Indien und im Norden an Tibet. „Schuld“ an dieser Reise war meine Freundin Miriam, die dieses Land bereits dreimal bereiste und mir stets davon vorschwärmte.

Ema Datshi

Was hast du gegessen?
Alles, was auf den Tisch kam und fast täglich die Nationalspeise aus Chili und Käse: Ema Datshi (ཨེ་མ་དར་ཚིལ), und das obwohl mir scharfe Gerichte sonst immer etwas suspekt sind.
Die Verbindung aus Chili und Käse (der die Schärfe noch nicht angekommen hat) ist genial, mag aber vielleicht auch an den besonderen Chili-Schoten liegen, deren Sorten-Name ich noch nicht in Erfahrung bringen konnte.

Zimmer mit Aussicht

Wo hast du geschlafen?
Unsere erste und letzte Nacht haben wir in einem Hotel in Paro verbracht, das 1974 erbaut wurde, um die Gäste, die zur Krönung des 4. Königs eingeladen waren, unterzubringen. Erst seit dieser Zeit hat Bhutan sich überhaupt für Touristen geöffnet. Bis auf zwei Nächte, die wir auf unserer Trekkingtour im Zelt verbrachten, haben wir immer in sehr bequemen Betten in Hotels oder Gasthäusern geschlafen. Durchgelegene Matratzen gab es nicht eine.

Erzählst du mir was über eine Landschaft oder über eine Straße oder ein Haus?
Oder? Nun gut, ich entscheide mich für die Straße. In Bhutan gibt es nur wenige Verkehrsschilder und keine Ampel. Im Grunde ist das auch nicht verwunderlich, denn bei etwa 19 Bewohnern pro km2 ist die Verkehrsdichte in Bhutan eher überschaubar. Es gibt eine Straße, die von Westen nach Osten führt und sich an Bergen entlanghangelt oder in Serpentinen über selbige hinwegführt. Neben asphaltierten Teilen, gibt es auch immer wieder abenteuerliche Strecken in Staub oder Matsch, die hin und wieder aufgrund von Erdrutschen nur einspurig zu befahren sind. Leitplanken gibt es so gut wie nie und meistens kommt das rot-weiß-gestreifte Flatterband zum Einsatz, um ein Abrutschen ins Tals zu verhindern. Doch trotz aller Widrigkeiten, herumlaufenden Hunden und mitten auf der Straße schlafenden Kühen, kam es zu keinerlei Zwischenfällen und das Autofahren war um Längen geruhsamer als in Deutschland.

Absicherung Bhutan Style

Gibt es ein Alltagsphänomen, das dir aufgefallen ist?
Das, was ich Zuhause augenzwinkernd gerne als buddhistische Gelassenheit bezeichne, ist mir in Bhutan begegnet. Gedanken, Rede und Handlung wirken für Buddhisten auch in die Zukunft, da sie sich im ständigen Kreislauf der Wiedergeburt befinden. Es ist also nicht verwunderlich, dass sie stets gutes Karma sammeln, um irgendwann ins Nirvana zu gelangen. Vermutlich basiert ihre Gelassenheit also auch auf ihrer Religion. Ich wünschte mir für mich und uns auch mehr buddhistische Gelassenheit, mehr Weisheit Unwichtiges von Wichtigem zu unterscheiden und die Energie, sich für letzteres mit aller Kraft zu engagieren.

Social Media at its best!
Mein Treffen mit Pema (rechts) und Thinley.

Welche Begegnung hat dich besonders berührt?
Besonders glücklich hat mich mein Treffen mit Pema gemacht, die in Trongsa lebt und arbeitet und mich mit ihrer Kollegin Thinley bei meiner Durchreise im Hotel besuchte. Pema folge ich schon eine ganze Weile auf Instagram und als klar wurde, dass ich nach Bhutan reisen und ihre Heimat kreuzen würde, haben wir zwei uns einfach verabredet. Der Abend war großartig, wir haben uns bestens verstanden und ich hoffe sehr, dass mich die beiden irgendwann mal in Deutschland besuchen werden. Social Media at its best! Wenn das doch immer so verbindend wäre …

Was hast du über das Leben von Mädchen und Frauen mitgekriegt?
Bhutanerinnen sind selbstbewusst. Das ist es, was ich am meisten mitbekommen habe. Egal ob wir eine Bäuerin auf dem Feld trafen, in einer kleinen Gaststube bedient, von kleinen Grundschülerinnen begrüßt wurden oder ich mich mit Pema und Thinley (beide Ingenieurinnen) unterhielt, alle Frauen strahlten ein hohes Maß an Selbstbewusstsein aus. Im Gespräch mit unserem Guide fand ich zudem heraus, dass Land und Immobilien immer an die Töchter vererbt werden und die Männer deshalb auch nach der Hochzeit in die Heimat der Frauen ziehen. Übrigens ist Polygamie in Bhutan legal. Jigme Singye Wangchuck (*1955) , der vierte König Bhutans, ist mit vier Schwestern verheiratet. Unter den Nomadinnen wiederum ist es durchaus üblich zwei Brüder zu heiraten. Die Viel-Ehe kommt allerdings nicht mehr häufig vor.

Gab es etwas, das ganz anders war, als du es dir vorgestellt hast?
Dünne Luft kann man sich nicht vorstellen und selbst das Höhentraining bereitet einen nicht wirklich darauf vor. 80 % des Landes liegen in über 2.000 Metern Höhe und ich hätte es mir nicht wirklich vorstellen können, mein Trekking nach lächerlichen 5 km und rund 800 Höhenmetern auf einer Höhe von 3.600 Metern völlig erschöpft abbrechen zu müssen. War aber so. Einen Tag später, 1.000 Meter tiefer und 12 km weiter war ich wieder ganz die Alte.

Wandbemalung im Dorf Lobesa

Religion und Spiritualität – was hast du mitgekriegt? Erzähl ein Detail.
Ich wurde mit einem Holz-Penis gesegnet. Wer kann das schon von sich behaupten. Im Kloster Chimi, rund 10 km außerhalb von Punakha, ist dies üblich. Schon auf dem Weg zum Kloster begegnen uns Phallusse an Hauswänden, aus Holz und sogar mit Propeller und Flügeln zum Aufhängen fürs Kinderzimmer. Sie sollen Dämonen und Böses fernhalten.

Wie verändert das, was du dort erlebt hast, deinen Blick auf dein Leben hier?
Wer reist, kommt immer verändert zurück, mal mehr, mal weniger. Noch nie war ich vom „Gesamtpaket“ eines Landes so angetan. Die Menschen, die Kultur, die Religion und nicht zuletzt die Natur haben mich zutiefst beeindruckt. Und vielleicht wurde mir dort einmal mehr bewusst, wie verletzlich unsere Erde ist, denn obwohl Bhutan sogar mehr Kohlendioxid aufnimmt als es selbst ausstößt bleibt es vom Klimawandel nicht verschont.

Danke Beate für deine Fragen, die ich als Blogstöckchen nun auch an andere zurückgekehrte Reisende weitergeben möchte.