Monate: Februar 2020

Was geht, Solingen?!

Im Sommer werde ich 50 Jahre alt und feiere ein paar Tage später gleich ein weiteres Jubiläum, denn im Alter von nur wenigen Tagen zog ich in das Haus meiner Eltern in Ohligs ein, lebe also bald ein halbes Jahrhundert hier. Fünfzig Jahre sind eine lange Zeit, Dinge kommen und gehen, Stadtteile verändern sich, manches bleibt, doch dies allein ist nicht der Grund dafür, dass ich meine Stadt zukünftig ein wenig genauer unter die Lupe nehmen möchte. Angesichts der weltweiten Entwicklungen ist man manchmal geneigt, den Kopf in den Sand zu stecken. Auch ich erwische mich aufgrund der vielen schlechten Nachrichten – egal ob politischer, gesellschaftlicher oder ökologischer Natur – bei dem Gedanken, sowieso nichts ändern zu können. Ein großer Irrtum, denn jeder Weg, jede noch so große Veränderung fängt eben doch mit einem ersten kleinen Schritt an. Und dieser Weg beginnt nunmal bei mir, in meiner Familie, in meiner Straße, in meinem Viertel, hier bei mir in Solingen. Was geht, Solingen?! Die Idee, die Rubrik „Was geht, Solingen?!“ in meinem Blog ins Leben zu …

Das Evangelium der Aale

Ich interessiere mich nicht für Aale. Ich bin weder Naturwissenschaftlerin noch Anglerin, und mein weniges Wissen über diesen schlangenartigen Fisch beruht lediglich auf Kindheitserinnerungen, in denen wir von Ausflügen zum Rhein geräucherten Aal mitbrachten. Meine Kenntnis was das lebendige Tier anbelangt geht also fast gegen Null, ein Umstand, der mich bislang nicht weiter gestört hat. Warum also ein Buch über Aale lesen? Am Ende war es vermutlich die Summe aus außergewöhnlichem Titel, einem schönen Cover und dem überflogenen Klappentext, die mich dann doch irgendwie neugierig machte. So erwartete ich eine Vater-Sohn-Beziehungsgeschichte, in der – wie auch immer – das Angeln und der Aal seinen Platz finden würden. Nicht mehr und nicht weniger. Ich tat mich schwer mit den ersten 40 Seiten. Das lag einerseits sicherlich an meiner falschen Erwartungshaltung, denn beim Überfliegen des Klappentextes war mir entgangen, dass es sich bei „Das Evangelium der Aale“ nicht um Fiktion, sondern um Erinnerungen des Autors an den Vater handelt. Mea culpa. Andererseits lasen sich die ersten Seiten durchaus holprig, was gewiss auch an der Übersetzung liegen kann. …