Jahr: 2020

Am Wegesrand

Am Wegesrand gibt es viel zu entdecken und wenn man wie ich mit einer App zur Pflanzenbestimmung ausgestattet ist, kann so eine Wanderung schonmal deutlich länger dauern. Meine erste kostenlose und empfehlenswerte App war Flora Incognita. Diese hat allerdings – gerade bei Pflanzen im Wachstum und ohne Blüten – häufig Bestimmungsschwierigkeiten. Mittlerweile bin ich auf die Bezahl-App Picture this umgestiegen, die ich ausnahmslos empfehlen kann. Nicht erst seit der Lektüre des Buches „Anstiftung zum gärtnerischen Ungehorsam“ bin ich aufmerksam unterwegs. Schon lange interessiere ich mich dafür, welche Pflanzen der Klimaveränderung trotzen und sich an bestimmten Standorten ganz von alleine vermehren. Auf meinen Wanderungen durch meine fränkische Zweitheimat habe ich dieses Mal viele Pflanzen bestimmt und einigen Flugverkehr beobachten können. In meiner Galerie habe ich die Fotos der Pflanzen zusammengestellt. Deren botanischen Namen und die Bezeichnungen unter denen sie auch bekannt sind, erhält man mit Klick auf das Foto. Sollte ich mich bei einer Zuordnung geirrt haben, lasst es mich wissen. Übrigens, als Buchhändlerin, die weiß, dass ein Titel nur durch seine ISBN eindeutig bestimmt wird, …

Anstiftung zum gärtnerischen Ungehorsam

Anstiftung zum gärtnerischen Ungehorsam

Über Bücher, die sich unversehens in mein Leben schleichen und dann auch noch bleibenden Eindruck hinterlassen, freue ich mich immer ganz besonders. Eine befreundete Autorin musste bei diesem Buch direkt an mich denken (ich frage mich natürlich bei welchem Wort im Titel?!) und schlug es mir innig als nächste Lektüre vor. Danke, Gina, für die Hartnäckigkeit, die sich für uns beide gelohnt hat! Ideen säen für eine bessere Welt Der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare) hat bei mir Einzug gehalten. „Schuld“ daran hat auch die Autorin Christiane Habermalz, deren Buch „Anstiftung zum gärtnerischen Ungehorsam“ genau das tut, was der Titel verspricht: Ideen säen, um unsere unmittelbare Umgebung wie Balkon, Baumscheibe, Park oder eigenen Garten ein wenig ökologischer zu machen. Die Autorin berichtet humorvoll, lehrreich, augenöffnend über heimische Wildpflanzen, Generalisten und Spezialisten unter den Insekten, über Biodiversität und Artensterben. Als Journalistin hat sie gut recherchiert und mit vielen Fachleuten gesprochen, deren Forschungsergebnisse erschreckend sind. Auch mir ist klar, dass sich für große Fortschritte die Politik ändern muss und nicht nur mein Vorgarten. Aber ich merke ein ums …

In der Ruhe liegt die Kraft

Ich bin ein quirliger Mensch, einer mit besagten Hummeln im Hintern. Jemand, der viel zu erzählen hat, der viel an Informationen aufnimmt. Manchmal zuviel. Eigentlich bin ich jemand, bei dem einem nicht als erstes das Wort „Meditation“ in den Kopf kommt. In der Ruhe liegt die Kraft Doch tatsächlich ist die Meditation, die Stille, das Besinnen auf den eigenen Atem meine geheime Kraftquelle in einem oft turbulenten Alltag. Seit bald 10 Jahren versuche ich regelmäßig zumindest ein paar Minuten pro Tag auf meinem Yogakissen zur Ruhe zu kommen, mich auf meinen Atem zu konzentrieren und an aufkommenden Gedanken nicht festzuhalten, sondern sie vorbeiziehen zu lassen. Dass das mal gut oder weniger gut gelingt, ist ganz normal. Mindestens einmal im Jahr gönne ich mir zudem eine Auszeit in Stille, meist im November, manchmal aber auch an einem verlängerten Wochenende im Mai oder Juni. Doch dieses Jahr ist alles anders. Anstatt im Kloster findet unser 5-tägiger Kontemplationskurs der Via Integralis dieses Mal digital, dezentral und somit auch mitten im eigenen Alltag statt. Die kommenden Tage werde ich …

Alles könnte anders sein: Eine Kritik

In Daniel Pennacs Werk „Wie ein Roman“ plädiert der Autor für die unantastbaren Rechte des Lesers. Vom 3. Recht, ein Buch nicht zu Ende zu lesen, mache ich nun Gebrauch und beende Harald Welzers „Alles könnte anders sein“ nach nur 100 gelesenen Seiten. Nur fertig gelesene Bücher dürfen rezensiert werden Dies wiederum ist eine der Regeln, die ich mir und meiner Nachwuchsredaktion, den Bücherkindern, auferlegt habe. Für den erzählenden Roman gilt sie in meinen Augen auch unbedingt, denn so manche Geschichte kommt nach einem schwachen Start noch richtig in Fahrt, manch anderes Buch wiederum enttäuscht auf den letzten Seiten. Aber gilt die Regel auch für Ratgeber? Vielleicht. Dennoch möchte ich meine Meinung zu den ersten 100 Seiten niederschreiben und meine Kritik am Buch erklären. Alles könnte anders sein Eigentlich mache ich – soweit vorhanden – von der Möglichkeit Gebrauch, vorab ein paar Seiten eines Buches zu lesen, bevor ich es kaufe. Viele Verlage bieten das Hineinblättern in ihre Titel beispielsweise auf der Verlagswebseite an. Bei „Alles könnte anders sein“ habe ich mir das jedoch erspart, …