Jahr: 2019

Wo die Freiheit wächst

Seit mehr als fünfzehn Jahren ist die Kinder- und Jugendliteratur (nicht nur) auf Buecherkinder.de mein ständiger Begleiter. In dieser Zeit habe ich unzählige Titel gelesen, besondere Bücher entdeckt und Autor*innen kennengelernt. Manche streifen mich nur kurz, anderen bleibt man über Jahre hinweg und bisweilen sogar freundschaftlich verbunden. Bei letzteren schaut man also genauer hin, wenn sie ein neues Buch veröffentlichen, ist gespannt, ob sie sich dieses Mal den Kindern oder den Jugendlichen zuwenden und welchem Thema sie sich widmen. Frank Maria Reifenberg ist einer dieser Autoren. Sein Schaffen begleiten die Bücherkinder und ich schon seit seinem Jugendbuch „Landeplatz der Engel“, das 2008 erschien. In den letzten Jahren lag der Fokus des Autors auf den Titeln für 8- bis 11-Jährige. Umso mehr freute ich mich über den gerade erschienenen Roman „Wo die Freiheit wächst“, der sich an Leser*innen ab 14 aufwärts wendet und auch Erwachsene durchaus zu fesseln vermag. Wo die Freiheit wächst Es gibt Menschen, die lesen das Ende eines Buches zuerst, um einschätzen zu können, ob sie es überhaupt lesen wollen. Für mich undenkbar. …

Ich bin dann mal weg …

Den Satz „Ich bin dann mal weg“ werde ich wohl mein Leben lang mit dem 2006 erschienen Reisebericht von Hape Kerkeling verbinden. Erst ein Hörsturz und eine entfernte Gallenblase ließen den damals schier pausenlos arbeitenden Entertainer die Notbremse ziehen, die Wanderschuhe schnüren und den fast 800 km langen Camino Francés beschreiten. Seitdem verbinde ich den Ausspruch vor allem mit großen Veränderungen, mit Abkehr von dem, was man bislang machte und vielleicht auch ein wenig mit der Suche, nicht unbedingt nach dem Sinn des Lebens, aber irgendwie schon nach sinnstiftenden Dingen. Und tatsächlich schrieb ich unter ähnlichem Titel bereits im Frühjahr 2016 über meine regelmäßig wiederkehrende Social-Müdia, die Unlust, zu bloggen, und zu kommentieren. Was damals noch mehr oder weniger nach einer harmlosen Frühjahrsmüdigkeit klang, wuchs sich in den folgenden Jahren zu einer diffusen Abneigung oder zumindest einem sehr ambivalenten Verhältnis zu den sozialen Netzwerken im Allgemeinen und Facebook im Speziellen aus. Vieles dort mag ich gar nicht erst sehen, von vielem bin ich gefühlsmäßig überfordert (ich kann nicht die ganze Welt retten!) und selbst wenn …