Gedanken
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Listen

Ich gebe unumwunden zu, dass ich einen Listenfetisch habe. Keine Ahnung, ob das bereits in meiner Kindheit oder Schulzeit begann, ich kann mich nicht erinnern. Ordentlich war ich glaube ich schon immer. Listen bringen mir Klarheit, sie teilen meinen Tag ein, ordnen das Gewusel in meinem Kopf, dieses geschäftige Treiben, was bisweilen nicht zur Ruhe kommen will.

Ich habe Listen für ToDos und ToDonts, Listen für den jeweiligen Arbeitstag, wobei es sich dabei nur um zwei bis drei dringliche Aufgaben handelt, die auf einem kleinen Zettel gekritzelt vor meiner Tastatur liegen. Aber alleine das Abstreichen erledigter Dinge vermittelt mir ein befriedigendes Gefühl.

Es gibt handschriftliche Listen, schnell hingeschmierte, ausgedruckte und digitale. Unsere Einkaufsliste führen wir seit neuestem digital und gemeinsam, was sich bei fünf erwachsenen Familienmitgliedern als ziemlich praktisch erwiesen hat. Manchmal werden ausgedruckte Listen auch laminiert, weil Abläufe wiederkehren und einfach nur regelmäßig abgehakt werden müssen.

Ich weiß, das Genie beherrscht das Chaos, und für den normal „Sterblichen“ klingt meine Struktur vermutlich abschreckend, aber ich kann ohne sie einfach nicht sein. Ich brauche Ordnung um mich herum, dann habe ich Ordnung im Kopf und kann fokussiert arbeiten.

Zur allgemeinen Beruhigung kann ich übrigens sagen, dass Listenschreiben nicht ansteckend ist, denn jeglicher Versuch, dieses bei meinen männlichen Mitbewohnern zu etablieren, ist bisher gescheitert, (die digitale Einkaufsliste bildet da die einzige Ausnahme). Das führt mitunter dazu, dass ich Notizen für andere Familienmitglieder anlege, diese auf den Esstisch lege und dort ihrem Schicksal überlasse.

Vermutlich sind diese Listen für mich einfach nur ein Selbstschutz, damit mein Kopf nicht doch irgendwann einmal überläuft, denn was auf dem Papier steht, muss ich mir nicht zwangsweise behalten. Übrigens liegen Notizheft und Stift sogar neben meinem Bett, weil mir die besten Ideen manchmal im Schlaf kommen und ich sie sonst bis zum nächsten Morgen vergessen habe.

Ob ich wohl mit diesem ausgeprägten Listenschreiben alleine bin?

Beitragsbild von TeroVesalainen auf Pixabay

2 Kommentare

  1. Martina sagt

    Nein, Du bist nicht alleine 🙂 Denn auch ich liebe es Listen zu erstellen und alles wieder abzustreichen oder -haken. Diese Erfolgserlebnisse tun gut!

  2. Nein, da muss ich zustimmen, du bist nicht allein.
    Ich kann dich sogar beruhigen, es gibt sehr viele Listenschreiber. Beruflich hatte ich in letzter Zeit viel mit „Persönlichkeitstests“ zu tun, die ich vorher eigentlich für Schwachsinn gehalten habe, da ich es albern und auch etwas unmöglich fand Menschen in solche Schubladen zu stecken. Die wissenschaftliche Belegbarkeit mal außen vor gelassen, war es doch spannend zu sehen, dass z.B. eben nicht jeder einen Einkaufszettel schreibt.
    Lange Rede kurz: ich hatte mit 3 sehr verschiedenen Modellen und Ansätzen zu tun (wenn es dich interessiert sie heißen HBDI, MBTI und SDI) und jedes davon kennt den Listenschreiber (HBDI & SDI- der grüne Typ, MBTI – die Judger) Ich bin übrigens auch einer und habe (auch) einen absoluten Anti-Listen-Mann 😉

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