Monate: September 2019

Listen

Ich gebe unumwunden zu, dass ich einen Listenfetisch habe. Keine Ahnung, ob das bereits in meiner Kindheit oder Schulzeit begann, ich kann mich nicht erinnern. Ordentlich war ich glaube ich schon immer. Listen bringen mir Klarheit, sie teilen meinen Tag ein, ordnen das Gewusel in meinem Kopf, dieses geschäftige Treiben, was bisweilen nicht zur Ruhe kommen will. Ich habe Listen für ToDos und ToDonts, Listen für den jeweiligen Arbeitstag, wobei es sich dabei nur um zwei bis drei dringliche Aufgaben handelt, die auf einem kleinen Zettel gekritzelt vor meiner Tastatur liegen. Aber alleine das Abstreichen erledigter Dinge vermittelt mir ein befriedigendes Gefühl. Es gibt handschriftliche Listen, schnell hingeschmierte, ausgedruckte und digitale. Unsere Einkaufsliste führen wir seit neuestem digital und gemeinsam, was sich bei fünf erwachsenen Familienmitgliedern als ziemlich praktisch erwiesen hat. Manchmal werden ausgedruckte Listen auch laminiert, weil Abläufe wiederkehren und einfach nur regelmäßig abgehakt werden müssen. Ich weiß, das Genie beherrscht das Chaos, und für den normal „Sterblichen“ klingt meine Struktur vermutlich abschreckend, aber ich kann ohne sie einfach nicht sein. Ich brauche Ordnung …

10 Minuten

Seit ich Doris Dörries Buch Leben Schreiben Atmen gelesen habe und erste kleine Schreiberfahrungen sammeln konnte, lässt mich das Thema Schreiben insbesondere das Schreiben mit der Hand nicht mehr los. Es erstaunt mich jedes Mal aufs Neue, dass Themen, Schreibfluss und das sich Trauen mit Hand und Papier etwas völlig anderes sind. So schreibe ich Texte mit Tastatur niemals in einem fort, springe immer wieder zum Anfang, lese mir Absätze erneut durch, ändere während des Schreibens ganze Sätze ab. Sicher ist dies beim handschriftlichen Schreiben auch möglich, ein fetter Querstrich durch eine Formulierung oder ein X durch einen Absatz sind genauso gut wie die Delete-Taste, aber komischerweise tue ich es nicht, denn ich will meinen Schreibfluss, der ja irgendwie auch mein Gedankenfluss ist, nicht stören. Bereits gestern kam mir deshalb die Idee mit #lebenschreibenatmen eine neue Rubrik in meinem Blog zu schaffen. Gerne möchte ich dieses 10-minütige, fast meditative Schreiben beibehalten. Sicherlich nicht täglich – nun, wir werden sehen – aber recht regelmäßig werde ich mir Worte raussuchen, zu denen ich 10 Minuten lang meine …