Monate: März 2019

You go me on the cookie!

Bei vielen Dingen in unserem Leben schalten wir unbewusst auf unseren Autopiloten um. Autofahren, dabei den Nachrichten lauschen oder mit dem Beifahrer plaudern? Nichts leichter als das. Auch den immer gleichen Weg beispielsweise zur Arbeit laufen wir ganz automatisch. Genauso verhält es sich als Muttersprachler mit der deutschen Sprache. Der, die, das? Kein Problem! Redensarten, Sprichwörter? Eine meiner leichtesten Übungen! Pronomen, Präpositionen, Kasus? Hauptsache ich weiß, wie man es richtig macht. Erwischt! Ich erinnere mich noch genau an so manche Deutschfrage, die mir von meinen im Sprachniveau B1 oder B2 befindlichen Freunden oder Gastsöhnen gestellt wurde und von mir mit einem „Uff, das muss ich erst einmal nachschlagen.“ oder völlig verzweifelt mit „Das ist eben so.“ beantwortet wurde. Obwohl man hier nicht wirklich von „beantworten“ sprechen kann. Die deutsche Sprache ist keine einfache Sprache. Geschrieben genauso wenig wie gesprochen. Wobei letzteres besonders auf Englisch sprechende Menschen zutrifft. Aber spätestens mit unseren Umlauten erwischen wir auch den letzten Araber, der sich bis dato in der deutschen Aussprache noch recht gut geschlagen hatte. Wie schön also, dass …

#weltmenschentag

Als Ruth Löbner einen Tag nach dem Weltfrauentag die vielen Beiträge dazu auf Facebook las und sich wieder einmal mit ihrer eigenen Ratlosigkeit in Bezug auf das ganze Mann-Frau-Thema konfrontiert sah, schossen ihr Sätze in den Sinn, die in Bezug auf Rollenklischees ganz widersprüchlich waren, aber eben auch ihr Wesen ausmachten. Diese Sätze sammelte Ruth einen Vormittag lang, schrieb sie auf und postete sie mit dem Hashtag #weltmenschentag. Mittlerweile sind einige Frauen und Männer ihrem Beispiel gefolgt, haben ihren Ambivalenzen der Geschlechterrollen nachgespürt und Texte dazu veröffentlicht. Ich finde, dass wir endlich mit dem Männer-Frauen-Ding aufhören und lieber über Menschen reden sollten. Isabel Bogdan Ich Meine Lieblingsfarbe ist blau. Dachte ich. Bis irgendwann dieser Tick mit den roten Schuhen kam. Als Kind habe ich genauso gerne Hörspiele gehört wie Bücher gelesen. Schon damals konnte ich mich mit den Protagonisten der Geschichten identifizieren. Ich dachte, dass nur Mädchen bei fiktiven Geschichten weinen, weiß aber spätestens seit ich gemeinsam heulend mit meinem Sohn Filme gucke, dass das nicht so ist. Familie ist für mich das wichtigste im …

Mein Leben mit Martha

Ich kenne Martina Bergmann. Viele Jahre schon. So wie man sich eben kennt, wenn man auf Facebook und Twitter unterwegs ist und derselben Branche angehört. Martina ist Buchhändlerin in Ostwestfalen, führt dort auch einen kleinen Verlag. Zwangsläufig liefen wir uns damals – als das Netzwerken losging – über den Weg. Seitdem bekomme ich hin und wieder etwas von Martina in meine Timeline gespült. Fragmente. Hier ein Blogbeitrag, da ein Rant und regelmäßig die Kolumne im Börsenblatt, in der sie kein Blatt vor den Mund nimmt. Ich halte Martina für eine ehrliche Haut. Aber kennen, nein, kennen tu ich sie nicht, jedenfalls nicht über das übliche Social-Media-„Kennen“ hinaus, an diesem Ort, wo jeder sowieso nur preisgibt, was und wie sie oder er es möchte. Der Algorithmus tut sein Übriges. Wie gut also, dass es Bücher gibt, und wie schön, dass es „Mein Leben mit Martha“ gibt, das mir auf vielfältige Weise gefallen hat und mir zumindest ein wenig das Gefühl vermittelt, die Frau Bergmann aus dem Netz ein wenig besser zu kennen. Mein Leben mit Martha …

Social-Media-Detox

Eine Entschlackungskur (engl. Detox) soll den Körper von Schadstoffen befreien. Eine Eliminationsdiät wiederum versucht über das Ausschlussverfahren hinter Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu kommen. Beide Anwendungen eint, dass sich Personen, die sich ihnen unterziehen, vorher nicht wohl gefühlt haben und an dieser Situation etwas ändern wollen oder müssen. Social-Media-Detox Die von mir liebevoll Social-Müdia genannte Netz-Überdrüssigkeit ist für mich nichts Neues. Bereits vor drei Jahren bloggte ich unter dem Titel  Vom „Ich bin dann mal weg“-Phänomen über einen Zustand, der auch mich regelmäßig befällt. Doch dieses Mal ist die Lage eine andere. Bremste mich bislang gerne ein Motivationstief aus, auf das dann zügig wieder ein Hoch folgte, machen mir verstärkt die Inhalte in den Sozialen Medien zu schaffen. Zunehmend geistern polarisierende, mit Clickbaiting-Überschriften versehene Artikel durch die Netzwerke, die zwar starke Emotionen hervorrufen, mich aber als Menschen nicht weiterbringen. Im Gegenteil, ich bin dünnhäutig geworden, das Lesen von Kommentaren habe ich mir schon lange untersagt und mein Algorithmus zeigt mir eine schlechtere Welt als sie eigentlich ist, denn die Social-Media-Welt meines Gatten sieht bei weitem beschaulicher aus als …