Monate: Februar 2019

Wo wir zu Hause sind

Bis vor kurzem kannte ich Maxim Leo nicht. Dreihundertachtundsechzig Seiten später sieht das anders aus. Er, der Journalist und Schriftsteller aus Berlin, der sich mit mir Nachnamen und Geburtsjahr teilt, hat mich mitgenommen, auf eine Reise zu den Wurzeln seiner Familie. Und auch wenn wir Leos vermutlich keine gemeinsamen Vorfahren besitzen, so eint uns doch die Gewissheit, dass man immer ein wenig Familien-Vergangenheit in sich trägt, die zu einem gehört, die man nicht einfach abstreifen kann und die einen letztlich ein Stück weit eben auch zu dem macht, der man heute ist. Oft fällt es mir schwer, meine Begeisterung für ein Buch in Worte zu fassen. „Wo wir zu Hause sind“ bildet da keine Ausnahme. Gleich auf den ersten Seiten packt mich Maxim Leos Familiengeschichte. Dort begegne ich seiner Großtante Ilse und deren Cousinen Irmgard und Hilde. Die drei jungen Frauen haben jüdische Wurzeln, ohne diesen besondere Beachtung zu schenken. Doch schon Anfang der 30er Jahre sorgt ihr Jüdischsein dafür, dass die Berlinerinnen in alle Winde verstreut werden. Anhand ihrer Lebensgeschichten zeichnet der Autor seine …

Zeitreise.

Kennt ihr das? Manchmal wird man ganz ohne Vorwarnung ein paar Jahre in die Vergangenheit zurückkatapultiert. Bei mir ist das gar nicht so schwierig, denn mein Elternhaus liegt nur wenige Gehminuten von meinem jetzigen Zuhause entfernt, dort habe ich meine komplette Kindheit bis zu meinem Auszug verbracht, meine 80-jährigen Eltern leben noch heute dort und so wird man ganz automatisch beim Blick in den Garten in die eigene Kindheit zurückbefördert. Nach meiner heutigen, von der Sonne verwöhnten Spazierrunde, kehre ich also noch einmal „kurz“ bei meinen Eltern ein. Gerne trinke ich eine Tasse Kaffee oder ein Likörchen und genieße den Plausch mit ihnen. Heute bewundere ich das Gesummse in den Krokussen und die in voller Pracht erblühte Zaubernuss. Kein Wunder, dass ich so gartenversessen bin, da hat meines Vaters Erbgut bei mir voll zugeschlagen. Was haben wir in diesem Garten alles für Partys gefeiert, Feuerchen geschürt, Schwimmen gelernt, hier war immer was los. Und beim Blick in das aufgeräumte Grün meint man fast, die fröhlichen Stimmen der Vergangenheit zu hören. Schließlich kramt mein Vati noch …