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Vom Ende eines langen Sommers

Vom Ende eines langen Sommers

Es ist Mitte Oktober, ich sitze bei 25 Grad auf der Terrasse in der Sonne und lese Vom Ende eines langen Sommers. Selten hat der Titel eines Buches so perfekt ins Bild gepasst, beschleicht einen doch das Gefühl, dass der diesjährige Sommer so gar nicht enden mag. Hier enden aber auch schon die Parallelen der Geschichte zu unserem derzeitigen Spätsommer.

Drei Zeitebenen verwebt die Autorin Beate Teresa Hanika geschickt, eine davon umfasst den Titel gebenden langen Sommer 1944, den die erste Hauptdarstellerin Franka in Tagebucheinträgen festhält. Aufgrund einer Erkrankung lebte die damals 17-Jährige in der Toskana. Die Gegenwart hat die Autorin in das Jahr 2004 gelegt. Zu dieser Zeit erhält die zweite Ich-Erzählerin Marielle die Tagebücher ihrer im letzten Jahr verstorbenen Mutter. Und genau jener Sommer, den die beiden gemeinsam in der Toskana verbrachten, bildet die dritte Zeitebene.

Dem Sog der verschiedenen Handlungsstränge, die die Mutter-Tochter-Geschichte Stück für Stück zusammensetzen, kann man sich kaum entziehen. Neugierig begleitet man Marielle auf dem Weg in die Vergangenheit, in der sie viel über die unnahbare, stolze und kühle Frau erfährt, die ihre Mutter war. Der Roman erzählt aber auch vom Kriegsgeschehen 1944, von italienischen Partisanen, von Verrat und von unaufgearbeiteten Taten, die bis in die Gegenwart nachwirken.

Vom Ende eines langen Sommers ist ein vielschichtiger, spannender und auch nachdenklich machender Roman, den ich sehr gerne gelesen habe.


Vom Ende eines langen Sommers von Beate Teresa Hanika, btb Verlag

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