Monate: Oktober 2018

Von der Bühne

Von einer, die auszog Capus kennenzulernen

Dieser Beitrag erschien zuerst auf www.schatzinsel-solingen.de, dort findet man auch Lesungsfotos. Die Schatzinsel ist „meine“ Mittwochsmorgenbuchhandlung 😉   Man kann nicht alle(s) kennen, zumal als Bloggerin im Bereich Kinderbuch mein Schwerpunkt eindeutig woanders liegt. Doch meine Neugierde auf diesen Alex Capus wuchs von Mittwochvormittag zu Mittwochvormittag. Schließlich lag bei Erwähnung seines Namens plötzlich so ein Glitzern in den Augen des Chefs und der Kolleginnen. „Der Capus, der kann auch aus dem Telefonbuch vorlesen, seine Lesungen sind einfach großartig!“, hieß es da. Und irgendwie konnte es ja auch nicht von ungefähr kommen, dass er bereits zum fünften Mal nach Solingen kommen sollte. Klar doch, dass ich mir den hoch gepriesenen Schweizer Autor nicht entgehen lassen konnte und das obwohl ich noch kein Buch von ihm gelesen hatte. Was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht wäre maßlos untertrieben, Capus hat mich einfach nur begeistert. Völlig unaufgeregt mit ruhiger Stimme sitzt er da auf der Bühne und ich lausche gebannt. Was macht ihn und seinen Auftritt so besonders? Capus ist ein Geschichtenerzähler und nicht nur einer, der …

Vom Ende eines langen Sommers

Vom Ende eines langen Sommers

Es ist Mitte Oktober, ich sitze bei 25 Grad auf der Terrasse in der Sonne und lese Vom Ende eines langen Sommers. Selten hat der Titel eines Buches so perfekt ins Bild gepasst, beschleicht einen doch das Gefühl, dass der diesjährige Sommer so gar nicht enden mag. Hier enden aber auch schon die Parallelen der Geschichte zu unserem derzeitigen Spätsommer. Drei Zeitebenen verwebt die Autorin Beate Teresa Hanika geschickt, eine davon umfasst den Titel gebenden langen Sommer 1944, den die erste Hauptdarstellerin Franka in Tagebucheinträgen festhält. Aufgrund einer Erkrankung lebte die damals 17-Jährige in der Toskana. Die Gegenwart hat die Autorin in das Jahr 2004 gelegt. Zu dieser Zeit erhält die zweite Ich-Erzählerin Marielle die Tagebücher ihrer im letzten Jahr verstorbenen Mutter. Und genau jener Sommer, den die beiden gemeinsam in der Toskana verbrachten, bildet die dritte Zeitebene. Dem Sog der verschiedenen Handlungsstränge, die die Mutter-Tochter-Geschichte Stück für Stück zusammensetzen, kann man sich kaum entziehen. Neugierig begleitet man Marielle auf dem Weg in die Vergangenheit, in der sie viel über die unnahbare, stolze und kühle …