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Dales Way: 4. und nicht 5. Etappe

Dales Way 4. Etappe

Etwa die Hälfte des Dales Way ist geschafft und ich auch. Warum es keine 5. Etappe für mich gibt und einem Busfahren bisweilen wie WARP 9 vorkommt, darüber erzähle ich heute.

Nach einer miserablen Nacht (passt wunderbar zum allgemeinen Eindruck unserer Unterkunft) weiß ich exakt, aus wieviel Federkernen meine Matratze besteht. Nach der gestrigen Erfahrung mit unserem Essen trauen wir uns beim Frühstück nur an Rührei, Bacon und Tomate heran, aber selbst das kann man miserabel hinkriegen. Also bezahlen wir, schnallen den Rucksack um und dann nichts wie weg zurück auf den Dales Way.

Unsere heutige Route führt uns von Gearstones zunächst noch einmal etwa hoch auf 400 Meter bevor es nach Stone House auf 2 Meilen 200 Meter bergab geht (Die Knie freuen sich. Nicht.). Wir erreichen den Fluss Dee im Dentdale, der die nächsten 10 Meilen unser ständiger Begleiter sein wird. Die Landschaft ähnelt wieder dem Beginn unserer Wanderung, es ist grün, wir wandern durch Felder und bunte Blumenwiesen. Nach 7 Stunden Wanderung liegt Sedbergh – unser heutiges Ziel – vor uns.

Sedbergh

Ich schleiche mittlerweile mehr als dass ich wandere, aber noch müssen wir schnell ein paar Dinge einkaufen, denn aufgrund der Bankholidays waren alle B&Bs bereits vor Monaten ausgebucht und lediglich ein Cottage etwas außerhalb von Sedbergh verfügbar. Das Old Station Cottage (115 £ Ü) entpuppt sich aber nach 8 Stunden Wanderung und 26 Kilometern als wahrer Glücksgriff. Meine verspannten Muskeln können in einer heißen Badewanne etwas entspannen, die Wäsche auf der Terrasse trocken, während wir den Blick in den schönen Garten und die Dales genießen. Dennoch beschließe ich, für die morgige Etappe von Sedbergh nach Burnside (bzw. Kendal) den Bus zu nehmen. Ich benötige dringend einen Tag Erholung.

Ich habe wunderbar geschlafen und mache mir erstmal einen Kaffee, den ich auf der Terrasse genieße. Natalie zaubert ein leckeres Rührei und macht sich gegen 8:45 Uhr auf die 5. Etappe, die ich schlabbern werde. Ich mache in Ruhe alles sauber und verlasse Sedbergh gegen 9:30 Uhr mit dem Bus (5 £) Richtung Kendal. Dreißig Minuten Fahrt, in denen die Felder und Steinmauern nur so an mir vorbeifliegen. Fühlt sich nach vier Tagen Dauerentschleunigung unsagbar rasant an.

Kendal

Der Bus hält tatsächlich direkt vor unserem Quartier, dem Shakespeare Inn (75 £ Ü/F), wo ich um diese Uhrzeit natürlich nicht einchecken kann, aber immerhin meinen Rucksack loswerde. Allen Beschwerden zum Trotz mache ich mich erst einmal auf, den nächstbesten Hügel mit 800 Jahre alter Burgruine zu besteigen. Anschließend trabe ich noch ein wenig durch den Ort, checke ein und bin froh, dass unser Duo um 14:45 Uhr wieder komplett ist. Laut meiner Wanderpartnerin habe ich tatsächlich den am wenigsten spektakulären Teil der Wanderung ausgelassen. Schön für mich!

Wir kundschaften noch die Busverbindung für morgen aus, da Kendal etwas abseits des Dales Way liegt und das Verbindungsstück nicht sehr schön zu wandern ist. Abends gibt es köstliches Essen in unserer Unterkunft und Qualitätsfernsehen (Britain’s got talent) im Bett. Meine Füße sind verarztet, die Beine fühlen sich ganz gut an, ich freue mich auf die letzte Etappe.

 

 

 

1 Kommentare

  1. Es ist nicht schlimm einen Ruhetag einzulegen, schlimm wäre nur wenn Dir dein Körper dann später sagt „Stopp meine Gute“. Auch daraus wirst Du für die nächster Wanderschaft lernen und diese wieder genießen können. Tolle Landschaft bisher, ich glaube ich wäre vor lauter fotografieren nicht vorwärts gekommen :-).

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