Jahr: 2018

Meine wundervolle Buchhandlung

Meine wundervolle Buchhandlung

Manchmal dauert es bei mir ein wenig länger bis ich bestimmte Bücher für mich entdecke. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass ich „Meine wundervolle Buchhandlung“ erst knapp vier Jahre nach Erscheinen las. Das Buch hatte mir eine Buchhändlerin mit den Worten „Ich mag keine Buchhandlungs-Geschichten lesen.“ vermacht. Sonst erfreuen sich Romane, in denen Buchhandlungen eine Rolle spielen, großer Beliebtheit, zumindest bei Verlagen und Lesern. Da wird der Buchladen oft zum Ort des Verliebens, dann liegt er bestimmt an der Seine und ist auch sonst ganz zauberhaft. Er kann aber auch sonderbar sein oder mit einem Planwagen durch Neu England gezogen werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und genau das scheint auch das Problem – zumindest für Buchhänder*innen – zu sein, die gerne ein wenig mehr Realität zwischen den Buchdeckeln hätten. Wer schreibt endlich über die wahren Heldinnen und Helden im Buchhandel, über die Hüter zahlloser Geschichten, die Bücherwannen-Schlepper*innen, die Platz in Regalen schaffen, wo eigentlich vorher schon kein Platz war, die die Ruhe selbst sind, wenn Lieferungen nicht pünktlich kommen oder der …

Stolpersteine in Solingen

Auf den Spuren der Reichspogromnacht

Ein Mensch ist erst dann vergessen, wenn sein Name vergessen ist. – Aus dem Talmud Gestern nahm ich an einer Gedenkveranstaltung für die Solinger Opfer der Reichspogromnacht teil. Diese besondere Form des Gedenken – ein Stadtrundgang zu den Tatorten des 9. November 1938 –  hat mich zutiefst bewegt. Denn Daniela Tobias vom Unterstützerkreis Stolpersteine in Solingen schilderte die grausamen Ereignisse anhand von historischen Fotos und Zeugenaussagen genau dort, wo sie vor 80 Jahren stattfanden. So entstand für mich das Gefühl, zeitversetzt auf den dunkelsten Spuren meiner Heimatstadt Solingen zu wandeln. Diese zwei Fotos markieren Beginn und Ende des abendlichen Stadtrundgangs. Das linke Foto entstand auf dem jüdischen Friedhof, auf dem Max Leven beerdigt ist. Der ehemalige Kulturredakteur der unter den Nazis verbotenen „Bergischen Arbeiterstimme“ wurde in der Nacht auf den 10. November in seiner Wohnung vor den Augen seiner Familie erschossen. Das zweite Foto zeigt die Gedenktafel am Hochbunker an der Malteserstraße, wo bis zur Reichspogromnacht die Solinger Synagoge stand. Sie brannte bis auf die Grundmauern nieder und wurde anschließend abgerissen. Der jüdischen Gemeinde „kaufte“ …

Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Keine Ahnung wie lange ich Frau Brüllen schon auf Twitter folge, gefühlt schon ewig (kann man das eigentlich irgendwo herausfinden?), aber darum geht es ja auch gar nicht. Es geht heute um „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ oder eben auch #WMDEDGT, eine Nicht-Blogparade, die es seit April 2013 gibt. Und die ich vor zwei Wochen entdeckt habe. Ey, wo war ich die letzten fünf Jahre? Unter einem Stein? Das kann man ja noch nicht mal mehr Spätzünder nennen. Seufz. Aber zum Thema, und das lautet #WMDEDGT und ist genauestens auf dem Blog „Gut gebrüllt“ beschrieben. Also bitte HIER entlang! Liebes Tagebuch Ich glaube, dass ich tatsächlich noch nie tagebuchgebloggt habe, finde die Idee, das zumindest einmal pro Monat zu tun, aber ziemlich spannend. Mein „Jeden Tag ein Gedanke“-Tagebuch führe ich ja schließlich auch schon eineinhalb Jahre. Also let’s do it! Heute werde ich sogar schon um 5:15 Uhr wach und denke mir, dass es doch nichts Besseres gibt als vor seinem Wecker wach zu werden. Also schleiche ich mich aus dem Schlafzimmer (klappt …

Von der Bühne

Von einer, die auszog Capus kennenzulernen

Dieser Beitrag erschien zuerst auf www.schatzinsel-solingen.de, dort findet man auch Lesungsfotos. Die Schatzinsel ist „meine“ Mittwochsmorgenbuchhandlung 😉   Man kann nicht alle(s) kennen, zumal als Bloggerin im Bereich Kinderbuch mein Schwerpunkt eindeutig woanders liegt. Doch meine Neugierde auf diesen Alex Capus wuchs von Mittwochvormittag zu Mittwochvormittag. Schließlich lag bei Erwähnung seines Namens plötzlich so ein Glitzern in den Augen des Chefs und der Kolleginnen. „Der Capus, der kann auch aus dem Telefonbuch vorlesen, seine Lesungen sind einfach großartig!“, hieß es da. Und irgendwie konnte es ja auch nicht von ungefähr kommen, dass er bereits zum fünften Mal nach Solingen kommen sollte. Klar doch, dass ich mir den hoch gepriesenen Schweizer Autor nicht entgehen lassen konnte und das obwohl ich noch kein Buch von ihm gelesen hatte. Was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht wäre maßlos untertrieben, Capus hat mich einfach nur begeistert. Völlig unaufgeregt mit ruhiger Stimme sitzt er da auf der Bühne und ich lausche gebannt. Was macht ihn und seinen Auftritt so besonders? Capus ist ein Geschichtenerzähler und nicht nur einer, der …