Jahr: 2016

Keine halben Sachen! Keine Buchmesse.

Ich mache keine ungern halbe Sachen. Ich brauche Struktur und Ordnung, und das gilt für mein privates Leben ebenso wie für mein berufliches. Als ich mich 2005 aufgrund der anstehenden Kinderbuchausstellungen in den Kitas entschied, das drei Jahre zuvor geborene Projekt Buecherkinder aus dem Hobby-Dasein in die Selbstständigkeit zu führen, tat ich auch dies nicht halbherzig. Ich nahm am Crashkurs Buchhandel im Mediacampus Frankfurt teil, wurde Mitglied im Börsenverein des Deutschen Buchhandels und besorgte mir für meinen Computer eine anständige Warenwirtschaft. Über 10 Jahre wickelte ich Büchertische in Schulen, Kitas und bei Wohnzimmerlesungen über das Barsortiment Könemann ab, ebenso wie private Buchbestellungen der Nachbarn und Freunde. Dass die Webseite über Jahre hinweg weiterhin zu Amazon verlinkte, ist nicht Thema dieses Beitrags und wurde schon ausreichend hier und hier besprochen. Vermutlich gehört aber eben auch dieser Umstand zu den Dingen, bei denen ich letztlich keine halben Sachen mache. Das verflixte 7. Jahr Ich erinnere mich, dass mir meine Mutter schon als Kind erzählte, dass sich der Mensch alle sieben Jahre irgendwie verändert. Und wenn man davon …

Mein ganz persönliches „Wir schaffen das!“

Ein Jahr ist es her, dass Angela Merkel ihren berühmten Satz „Wir schaffen das!“ aussprach. Heute wird viel über diesen Satz diskutiert. Ob er spontan aus dem Bauch herauskam, werden wir wohl niemals erfahren. Und auch wenn uns Angela Merkel mit diesem Satz gleich einmal mit in die Verantwortung nahm, uns eine Bürde auferlegte, die aufgrund des jahrelangen Wegguckens ungleich schwerer ausfiel, war es doch ein Satz, den ich zum damaligen Zeitpunkt brauchte und an den ich auch ein Jahr später noch glaube. „Wir schaffen das!“ – Wenn nicht wir, wer sonst? Im bin Jahrgang 70 und in einer vergleichsweisen ruhigen Zeit aufgewachsen. Den linken Terror der Roten Armee Fraktion bekam ich als Kind nur unterschwellig mit, Gorbatschows Glasnost und Perestroika als Teenager dafür in vollem Umfang. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der vieles im Umbruch zum Guten war. Ich lebe in einer Demokratie, bin krankenversichert, trenne meinen Müll und in der Wupper vor meiner Haustür schwimmen sogar wieder Lachse. Ich führe ein schönes Leben, dafür habe ich nichts getan, ich wurde einfach …

Einfach mal DANKE sagen

Ihr kennt das sicherlich auch, oder? Wenn man mal wieder genervt ist, sich ungerecht behandelt fühlt, das Leben verrückt spielt, dann ist man mit Kritik schnell bei der Hand. Aber sind die Menschen freundlich und manches läuft besser als gedacht, vergisst man irgendwie darüber zu berichten, dabei wäre das so wichtig, eben auch mal die vielen guten Sachen hervorzuheben. Deshalb werde ich heute einfach mal DANKE sagen. Jetzt gibt es natürlich zahllose Menschen, bei denen ich mich bedanken könnten, aber heute sind einmal die dran, die gerne von der Öffentlichkeit gescholten werden und mit denen ich – auch aufgrund meines Engagements in der Flüchtlingshilfe – derzeit sehr viel zu tun habe. Ich möchte mich bei den für die Stadt Solingen an den verschiedensten Stellen arbeitenden Menschen bedanken, die mir im vergangenen Jahr zahllose Fragen beantwortet haben und mich dadurch regelmäßig in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit unterstützen. Viele Zusammenhänge waren mir anfangs nicht ganz klar, aber verschiedenste Menschen nahmen sich in den Ämtern die Zeit, mir Abläufe und bisweilen auch bürokratische Hürden zu entschlüsseln. Ich möchte mich …

Das Klima wird rauer

Ich fuhr letztens mit dem Auto durch meine Heimatstadt und obwohl ich mich eigentlich gut auskenne, nahm ich die falsche Abbiegung. Ein paar Parkbuchten erleichterten mir das Wenden und ich bog erneut in die Straße ein. Dem Autofahrer, der sich näherte, war ich allerdings nicht schnell genug. Es wäre ein Leichtes für ihn gewesen, sein Tempo kurz zu drosseln und wir wären mehr als geschmeidig aneinander vorbei gekommen. Dies tat er aber nicht, obwohl er mich bereits mehr als fünfzig Meter vorher sah. Es war ihm scheinbar ein inneres Bedürfnis mir neben seiner Hupe auch noch eine drohende Faust und ein paar verbale Entgleisungen entgegen zu schmettern. Beim Vorbeifahren schaute ich in eine Fratze voller Zorn und fragte mich, ob der Fahrer mich auch körperlich angegangen hätte, wenn ich vielleicht ebenfalls mit einer Verbalattacke anstatt eines schuldbewussten Lächelns geantwortet hätte. Das Klima wird rauer Jetzt könnte man von einem Einzelfall sprechen, vielleicht hatte der Mann einfach einen schlechten Tag, aber so einfach ist die Lage nicht (und meines Erachtes auch keine Entschuldigung). Das zwischenmenschliche Klima …