Monate: August 2015

Wie ich neulich (fast) vergaß, dass es nicht nur Schwarz und Weiß gibt

Ich halte mich für einen toleranten und aufgeschlossenen Menschen, für jemanden, dem Schubladendenken zuwider ist, der weiß, dass es zwischen Schwarz und Weiß eben noch viele andere Grautöne gibt. Nichts desto trotz gelangte ich heute morgen zu folgender Erkenntnis: Ich habe gestern bei FB viel über Vorurteile gelernt und auch meine eigenen entdeckt. Eine wichtige Erkenntnis. — Stefanie Leo (@Buecherkinder) August 7, 2015 Wie es dazu kam, ist schnell erklärt. In den Tagesthemen vom 5. August bezog Anja Reschke vom NDR im Kommentar klar Stellung zur Hetze gegen Ausländer im Internet und ermahnte die Zuschauer, den Mund aufzumachen und Haltung zu zeigen.   Wie über 200.000 andere auch teilte ich das Video auf meinen diversen Social Media Kanälen, öffentlich selbstverständlich, erhielt viele Klicks, Likes, das Video wurde weiter geteilt. Doch irgendwann ereilte auch mich die erste Stammtischparole – „Bin mal gespannt was sie sagt sobald ihr Job ein Zugewanderter kriegt und ihre Kinder keine Stelle weil es andere viel billiger tun…“ -,  die ich zunächst einfach ignorieren wollte, aber genau das wäre das Gegenteil gewesen …

Feine Bücher aus der Frankfurter Verlagsanstalt

Im Juni entdeckte ich beim #bookupDE in Frankfurt die kleine aber feine Frankfurter Verlagsanstalt. Im Urlaub kam ich nun endlich dazu, einen Teil – genauer gesagt zwei Titel – des aktuellen Programms kennenzulernen. Den Anfang machte ich mit der Geschichte um den jungen Architekten Felix, bei dem zuviele Glücksmomente regelmäßig zu einem anaphylaktischen Schock führen. Gar nicht so einfach damit umzugehen, wenn man doch gerade erst DIE Traumfrau kennengelernt hat und zudem im Job alles bestens läuft. Da kann eigentlich nur wohldosiertes Unglück beispielsweise in Form einer nervigen Bauleitung helfen. Was aber wenn die Diagnose möglicherweise doch fehlerhaft war? Hannah Simon hat mir mit ihrem ersten Roman fröhlich-leichte Lesestunden beschert. Die Idee, die Hauptfigur mit einer äußerst eigenwilligen Allergie auszustatten, die dessen Leben von rechts nach links umkrempelt, fand ich sehr amüsant. Und auch die Sprache des Ich-Erzählers Felix, der seine verrückte Geschichte rückblickend auf seinem Blog erzählt, ist authentisch. Er berichtet humorvoll, locker und leicht, mit ansprechenden Formulierungen. Wer also auf der Suche nach einer schönen Urlaubslektüre ist, die sprachlich überzeugt und auch inhaltlich …