Monate: Juli 2015

45 oder Das Leben ist halbvoll

Es ist schon komisch. Geburtstagstechnisch gesehen gab es in meinem Leben schon einige Meilensteine. Und trotzdem fühlt es sich heute irgendwie anders an … Ich erinnere mich noch gut an die große Fete zu meinem 18. Geburtstag. Endlich war ich volljährig, hatte die Schule beendet und sollte nur vier Tage später meine Ausbildung zur Schriftsetzerin beginnen. Raus aus dem Oberstufen-Lotterleben hinein in die 40-Stunden-Woche, wenn das kein denkwürdiger Geburtstag war! Der 30. Geburtstag ist mir vermutlich wegen Bauch Numero Zwo, den ich vor mir hertrug, im Gedächtnis geblieben. Das Projekt „Familiengründung“ hatte mit K1 zwei Jahre zuvor begonnen. Ich war in Elternzeit, Patrick nach Bundeswehr und Studium in Lohn und Brot, wir hatten ein Haus gemietet. Das neue Jahrtausend ließ auch uns wohl oder übel erwachsen werden. Vierzigwerden stellte für mich überhaupt kein Problem dar. Ganz im Gegenteil! Die Familienplanung war mit K3 schon seit einigen Jahren abgeschlossen, die Jungs mit 12, 9 und 7 dem Kindergarten entwachsen. Auch beruflich hatte sich einiges getan. Seit 2005 war ich selbstständig und hatte mit Buecherkinder.de meine Berufung …

„Wer die Nachtigall stört …“

Das Lesen von Klassikern flößt mir immer gehörigen Respekt ein. Zu gering ist meine Leseerfahrung diesbezüglich. In meinem Elternhaus überwog von jeher die Unterhaltungsliteratur und auch der damalige Deutschunterricht konnte meine Begeisterung für klassische Werke leider nicht wecken. Zunächst familiär- später dann berufsbedingt wandte ich mich hauptsächlich der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur zu. Doch gerade in den letzten Jahren wuchs der Wunsch, hin und wieder einen sogenannten Klassiker einzustreuen. Diese Idee führte dank der sozialen Netzwerke (Fragt NIE öffentlich, welche Klassiker ihr unbedingt lesen solltet!!) zu einer unüberschaubaren Liste, die mich in meinem Bestreben eher ausbremste als beflügelte. Schließlich wagte ich mit Thomas Manns „Buddenbrooks“ den Anfang und konnte feststellen, dass Klassiker gar nicht weh tun. Mit Salingers „Fänger im Roggen“ erging es mir ähnlich, obwohl man dieses Buch wohl besser zwischen zwanzig und dreißig liest. Fünfundfünzig Jahre nach seinem Erscheinen in den USA folgte nun „Wer die Nachtigall stört …“, das 1962 in Deutschland erschien und seit Mitte Juli in einer vollständig überarbeiteten deutschen Übersetzung von Nikolaus Stingl vorliegt. Von den bisher oben erwähnten …