Jahr: 2012

Leseexemplare zu verkaufen! Ernsthaft?

Es gibt nur wenige Dinge, die mich auf die Palme bringen, aber das Verkaufen von Lese- oder Rezensionsexemplaren und das dabei völlig abhanden gekommene Unrechtsbewusstsein einiger Buchblogger gehören definitiv dazu. Was ist an „unverkäuflich“ nicht zu verstehen? Und das Ganze dann auch noch in aller Öffentlichkeit bei Facebook zu diskutieren ist so frech, dass es mir fast die Sprache verschlägt. Ich komme in den Genuss seit nunmehr 10 Jahren Lese- und Rezensionsexemplare vieler Kinderbuchverlage zu erhalten. Ich freue mich bei jedem Päckchen immer noch wie ein kleines Kind und versuche zusammen mit der Kinder- und Jugendredaktion jedes Buch zu bewerten – auch diese, die ich nicht angefordert habe. Bleiben zum Ende des Jahres Bücher übrig, was meist nicht der Fall ist, da die Redaktionsmitglieder ihre Bücher natürlich behalten dürfen, gibt es viele Möglichkeiten, dieses Buch wieder unter die Leser zu bekommen. Verkaufen gehört definitiv nicht dazu! Was man mir kostenlos zur Verfügung stellt, gebe ich auch ebenso kostenlos weiter. Gerne beantworte ich auch deshalb die letzte Frage im oben abgebildeten Thread: „Was machst du denn …

Was macht einen Autor zum Autor?

Eine komische Frage? Keinesfalls! Diese Frage stelle ich mir bzw. muss ich mir regelmäßig stellen, denn als Betreiberin von Buecherkinder.de und den Ohrensessel Wohnzimmer-lesungen bekomme ich regelmäßig Bücher zum Testlesen angeboten. Doch ist jeder Verfasser eines Buches wirklich als Autor zu bezeichnen? Irgendwo muss es doch einen Unterschied zwischen Lieschen Müller und sagen wir mal Zoë Beck geben! Ich habe mal Wikipedia befragt. Dort heißt es: Alles klar. Demnach sind die Verfasser aller mir zugesandter Bücher Autoren. Die Fragestellung führt also hinsichtlich der Qualität zu keiner befriedigenden Antwort. Vielleicht muss ich die Frage umformulieren und sie müsste lauten: „Macht ein Verlag einen Autor zum Autor?“ Zur Beantwortung springe ich kurz in die Vergangenheit. Als ich vor 10 Jahren meine Website Buecherkinder.de ins Leben rief, war meine Verlagswelt noch in Ordnung, sie war eben geordnet. Die Kinder- und Jugendbuchverlage waren allesamt Publikumsverlage, viele von ihnen zudem in der avj organisiert. Für diejenigen, denen der Begriff „Publikumsverlag“ nicht ganz vertraut ist, habe ich mal den wie ich finde wichtigsten Satz des Wikipedia-Eintrags kopiert, in dem es heißt: Zur …

Bloggen für die Frankfurter Buchmesse

In gut drei Wochen öffnet die Frankfurter Buchmesse wieder ihre Tore. Ich werde 2012 das siebte Mal dabei sein, doch dieses Jahr ist manches anders. Verließ ich bislang die Messe spätestens am Freitag, um so dem Rummel des Wochenendes zu entgehen, bleibe ich dieses Mal bis zum Abschlussgong am späten Sonntag Nachmittag. So bleibt mir auch genügend Zeit, um über Neuigkeiten im Bereich Kinder- und Jugendmedien zu berichten. Dies tue ich jedoch dieses Jahr ausnahmsweise mal nicht hier sondern auf dem Blog der Frankfurter Buchmesse. Meine ersten Blogbeiträge sind bereits online, denn ich berichte schon im Vorfeld über Messeplanung, interessante Diskussionen und Termine. Schaut doch mal vorbei und wenn euch ein spezielles Thema besonders interessiert, lasst es mich wissen. Vielleicht kann ich auch daraus einen kleinen feinen Blog-Beitrag zaubern.

Die vierte Wohnzimmerlesung oder Autor an Panna Cotta

Schon zum vierten Mal konnte ich am vergangen Freitag einen Autor in meinem Wohnzimmer willkommen heißen. Die über 30 Zuhörer dürften sich über einen quirligen Frank Maria Reifenberg freuen, der mit seinem Buch „Unsichtbare Blicke“ im roten Ohrensessel Platz nahm.

Der Thriller erzählt die Geschichte der 17-jährigen Josie, die durch die Webcam in ihrem Zimmer beobachtet wird. Von einem Mörder wie sich bald herausstellt …

Doch bevor der Autor loslegte, gab es eine kurze Autorenvorstellung, die wir beide dieses Mal als Frage-Antwort-Spiel gestalteten. Natürlich stehenderweise, da Frank Maria Reifenberg eigentlich lieber dynamisch im Stehen sein Publikum unterhält. Dennoch hatte es die anschließende Lesung trotz Platz im Ohrensessel in sich, denn Reifenberg ist nicht nur ein wirklich guter Autor sondern auch ein begnadeter Vorleser. Die Passagen des unbekannten Mörders las er so eindringlich, dass es einem in der ersten Reihe Angst und Bange werden konnte.