Alle Artikel mit dem Schlagwort: Soziale Netzwerke

Leben und leben lassen

Gestern ließ mich ein Blogbeitrag verstört zurück. Wobei „verstört“ nicht der richtige Ausdruck ist, eigentlich fühlte ich mich zugleich angewidert, abgestoßen und bis ins Mark erschüttert. Es handelte sich dabei um einen sexistischen, frauenverachtenden Beitrag, der vor Häme und Hass nur so triefte, und den ich hier nicht verlinke, denn jeder Klick für diesen Schreiber wäre einer zuviel. Dieser Hass im Netz würde mich krank machen. Würde, denn immer wenn ich denke, dass es kaum schlimmer kommen kann, dann tun sich Menschen zusammen und stellen sich solidarisch an die Seite des Betroffenen, lassen ihn nicht allein, stärken ihm den Rücken. Sicherlich das Netz macht uns angreifbar, aber die dortige Gemeinschaft (und ja, die gibt es!) macht uns auch stark. Dennoch wünschte ich mir gruppenübergreifend mehr Kommunikation, zumindest mit denjenigen, bei denen Hopfen und Malz noch nicht verloren ist. (Der Schreiber oben gehört vermutlich nicht dazu.) Wir schmoren alle zu sehr in unserem eigenen Saft, für viele von uns gibt es nur noch Schwarz oder Weiß, die eigene Meinung und die der anderen. Es geht mir …

Warum Buchhandlungen auf Facebook gehören!

Es ist kein Geheimnis, dass ich ein Fan der Sozialen Netzwerke bin. Meine Accounts bei Twitter und Facebook führe ich nun schon gut sechs Jahre und 2011 gab ich zum Thema „Facebook für Buchhändler“ sogar einige Seminare. Viele der damaligen Teilnehmer führen mittlerweile mehr als lesenswerte Facebook-Seiten, mit denen sie über ihre Stadtgrenzen hinaus einem großen Publikum bekannt sind. Der Buchladen Neusser Straße in Köln-Nippes und Schmitz Junior in Essen-Werden seien hier nur kurz als Beispiele genannt. Warum Buchhandlungen bei Facebook sein sollten Erst einmal vorab: Eine Facebook-Seite ersetzt keine Buchhandlungs-Webseite und keinen Blog, ist aber eine wunderbare Ergänzung dazu. Buchtipps, die eh auf der Webseite/dem Blog veröffentlicht wurden, können beispielsweise ohne großen Aufwand auf Facebook geteilt werden und locken die Besucher so auf die eigene Webseite. Mit Fotos vom täglichen Buchhändlerleben kann man kleine Geschichten erzählen und die Leser bei Facebook neugierig machen. Und last but not least kann man seine Veranstaltungen rund ums Buch einem breiteren Publikum als dem Stammpublikum anbieten. Und – jetzt kommt das Tolle – diese Veranstaltungen kann man als …

Vom „Ich bin dann mal weg“-Phänomen im Netz

Regelmäßig befällt sie mich, die lähmende Müdigkeit im Netz, die von vielen einfach nur als Social-Media-Müdia bezeichnet wird. In dieser Zeit habe ich weder Lust zu bloggen noch reizt es mich, bei Facebook zu kommentieren oder Tweets abzusetzen. Ich habe schlichtweg das Gefühl, nichts Erbauliches zum allgemeinen Netzgemurmel beitragen zu können und lasse es deshalb gleich bleiben. Mit diesem Gefühl befinde ich mich übrigens in bester Gesellschaft wie ich unlängst bei Facebook feststellen konnte, auch wenn es sich bei Annette Schwindt und Christa Goede eher um eine Blogkrise als um eine globale Social-Media-Krise handelt. Seit einiger Zeit aber entdecke ich eine andere Bewegung im Netz, die ich im Titel dieses Beitrags als „Ich bin dann mal weg“-Phänomen bezeichnet habe. Hierbei handelt es sich um aktive Blogger und leidenschaftliche Nutzer verschiedenster sozialer Netzwerke, die sich auf unbestimmte Zeit und manchmal auch ganz aus dem Netz verabschieden. Von den vielen „Ich verzichte in der Fastenzeit auf Facebook und Twitter“-Menschen will ich erst gar nicht reden. Aber wie kommt es dazu, dass Blogger, die in Deutschland bekanntlich kein …

#PlantsForBlossfeldt – Fotos für die Pinakothek

Den Sozialen Netzwerken ist es zu verdanken, dass sich mein in der Jugend ein wenig eingeschlafenes Interesse für die Kunst in große Neugierde und Begeisterung verwandelt hat. Besonders Twitter ist eine Fundgrube an gut gepflegten und interessanten Museumsaccounts. Wer mir im Netz aufmerksam folgt, dem wird daher auch die Aktion #myRembrandt der Pinakothek nicht entgangen sein, an der ich mich vergangenen Sommer lebhaft beteiligte. Und auch diesen Sommer machen die Münchener mit einem Hashtag erneut auf sich aufmerksam. Mit einer Sonderausstellung ehrt die Pinakothek der Moderne Karl Blossfeldt, der im Juni dieses Jahres 150 Jahre alt geworden wäre. Bekannt war der deutsche Fotograf für seine streng-formalen Pflanzenfotografien, die er selbst eher als Unterrichtsmaterial und nicht als eigenständige künstlerische Leistung ansah. Sein Ziel war es Interesse an der Natur und an ihrer Beobachtung zu wecken. Diesen Ansatz verfolgt auch der Hashtag #PlantsForBlossfeldt, mit dem die Pinakothek erneut aufruft, sich in den Sozialen Netzwerken (Instagram, Twitter, Vine …) lebhaft mit eigenen Pflanzenfotos an der Aktion zu beteiligen. Also, macht mit und zeigt uns eure #PlantsForBlossfeldt!! Eine tolle …

Applaus für Bloggerseelen

Im Theaterleben heißt es so schön: „Der Applaus ist der schönste Lohn.“ und natürlich sind wir uns alle darüber im Klaren, dass niemand von Applaus alleine leben kann. Aber nichts wäre – selbst bei bester Bezahlung – grausamer für einen Künstler als eben keinen Applaus oder keine Rückmeldung für sein Tun zu bekommen. Auch in den sozialen Netzwerken gibt es Applaus. Natürlich klatschen wir dabei nur virtuell in die Hände, wir klicken „Gefällt mir“ bei Facebook oder faven auf Twitter, was das Zeug hält. Letztlich geben wir dem Verfasser auf diese Weise ein Zeichen, dass wir seinen Beitrag gelesen und für gut befunden haben. Nur zu oft fehlt einem nämlich die Zeit, weiterreichend zu kommentieren und häufig gibt es Beiträge, die schlicht und ergreifend gar nicht kommentiert werden müssen. Gerne spende ich auch Blogbeiträgen anderer gebührenden Applaus und freue mich natürlich auch selbst darüber. Steckt doch in jedem Blogbeitrag, so unscheinbar er auch daher kommen mag, jede Menge Arbeit.