Alle Artikel mit dem Schlagwort: Solingen

Wahlen

Die Wahl oder Die Sache mit dem Joghurt

Wer die Wahl hat, hat die Qual Diese altbekannte Redewendung schießt mir regelmäßig durch den Kopf und das nicht nur, wenn politische Wahlen anstehen. Das ganze Leben besteht aus einer Aneinanderreihung von (Wahl)Möglichkeiten. Manche, wie beispielsweise die Frage nach Tee oder Kaffee, sind eher weniger bedeutend, wieder andere bringen einen schier zur Verzweiflung, so wie die ungenaue Angabe „Joghurt“ auf dem Einkaufszettel und das nicht enden wollende Regal mit selbigem im Supermarkt. Manchmal werden uns Entscheidungen abgenommen, ein anderes Mal beschließen wir, von der Möglichkeit zu wählen keinen Gebrauch zu machen und lassen andere entscheiden. Vielleicht sind wir wahlmüde, entscheidungsschwach. Vielleicht ist die Qual zu groß. Die Wahl und das Supermarktregal Politische Wahlen erinnern mich derzeit an das oben beschriebene Supermarktregal. OK, ich will Joghurt, aber welchen? Sollen die Kulturen sich nun rechts- oder linksherum drehen? Will ich lieber Bio oder Regional? Darf es ein wenig Frucht sein? Aber bloß keinen Zucker! Etiketten werden gedreht, Kleingedrucktes gelesen, ganz schön zeitaufwändig so ein Joghurtkauf. Am Ende habe ich dann doch nicht alle Beschreibungen und Zusammensetzungen gelesen …

Amtsschimmel

Mein Ritt auf dem Solinger Amtsschimmel

Gleich vorweg. Ich komme ganz gut klar mit Ämtern und Behörden und sie eigentlich auch mit mir. Das kann man auch in diesem Beitrag nachlesen: Einfach mal DANKE sagen. Aber manchmal eben auch nicht, und wenn ich dann auch noch herausfinde, dass ich es hätte viel einfacher haben können, wenn nur einer den Mund aufgemacht hätte, dann macht mich das richtig wütend und dann verschaffe ich mir Luft. Genau hier! Antrag auf Zeugnisbewertung Um mit einem ausländischen Hochschulabschluss in Deutschland beruflich Fuß zu fassen, ist es von Vorteil, diesen bei der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen bewerten zu lassen. Die Webseite Anerkennung in Deutschland ist da wirklich hilfreich. Recht zügig ist klar, welche Unterlagen für die Bearbeitung aus welchem Land benötigt werden. Das meiste – beispielsweise Ausweisdokumente oder den Asylbescheid – kann man sogar einfach als Kopie beilegen. Bei den Abschlussurkunden der zu bewertenden Hochschulqualifikation sieht das schon anders aus. Glücklicherweise konnten die Originale samt der Übersetzung durch einen vereidigten Übersetzer in Damaskus bei der Flucht aus Syrien mitgeführt werden und so sollte eine amtlich beglaubigte …

Als Mohammad bei den Leos einzog

Vor einigen Wochen erschien bei Spiegel Online unter dem Titel „Als Mohammad bei Heinrich einzog“ die Geschichte eines Hamburgers, der für vier Monate einer syrischen Familie in seinem Haus ein Zuhause gab. Zu diesem Zeitpunkt lebte „unser“ Mohammad gerade mal zwei Wochen bei uns, aber schon damals überlegte ich, nach einer Weile ebenfalls über unser Zusammenleben zu berichten und deshalb wähle ich heute – in Anlehnung an obigen Artikel – dieselbe Überschrift. Als Mohammad bei den Leos einzog Für meinen Bericht muss ich sicherlich ein wenig ausholen. Hilfsbereitschaft, Offenheit, Aufgeschlossenheit und eine Portion Neugierde stecken in jedem von uns, aber ohne eine Familie (oder Freunde), die diese Eigenschaften vorlebt, werden diese Merkmale nach und nach verkümmern. Ich hatte das große Glück in einer Familie aufzuwachsen, in der unter anderem auch diese Attribute gepflegt wurden, deshalb war es für mich vor gut einem Jahr auch völlig normal, etwas meiner freien Zeit in die Flüchtlingshilfe zu investieren. Und ich wähle hier bewusst nicht das negative Wort „opfern“, da ich nämlich für meine gut investierte Zeit als Belohnung …

Mein ganz persönliches „Wir schaffen das!“

Ein Jahr ist es her, dass Angela Merkel ihren berühmten Satz „Wir schaffen das!“ aussprach. Heute wird viel über diesen Satz diskutiert. Ob er spontan aus dem Bauch herauskam, werden wir wohl niemals erfahren. Und auch wenn uns Angela Merkel mit diesem Satz gleich einmal mit in die Verantwortung nahm, uns eine Bürde auferlegte, die aufgrund des jahrelangen Wegguckens ungleich schwerer ausfiel, war es doch ein Satz, den ich zum damaligen Zeitpunkt brauchte und an den ich auch ein Jahr später noch glaube. „Wir schaffen das!“ – Wenn nicht wir, wer sonst? Im bin Jahrgang 70 und in einer vergleichsweisen ruhigen Zeit aufgewachsen. Den linken Terror der Roten Armee Fraktion bekam ich als Kind nur unterschwellig mit, Gorbatschows Glasnost und Perestroika als Teenager dafür in vollem Umfang. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der vieles im Umbruch zum Guten war. Ich lebe in einer Demokratie, bin krankenversichert, trenne meinen Müll und in der Wupper vor meiner Haustür schwimmen sogar wieder Lachse. Ich führe ein schönes Leben, dafür habe ich nichts getan, ich wurde einfach …

Einfach mal DANKE sagen

Ihr kennt das sicherlich auch, oder? Wenn man mal wieder genervt ist, sich ungerecht behandelt fühlt, das Leben verrückt spielt, dann ist man mit Kritik schnell bei der Hand. Aber sind die Menschen freundlich und manches läuft besser als gedacht, vergisst man irgendwie darüber zu berichten, dabei wäre das so wichtig, eben auch mal die vielen guten Sachen hervorzuheben. Deshalb werde ich heute einfach mal DANKE sagen. Jetzt gibt es natürlich zahllose Menschen, bei denen ich mich bedanken könnten, aber heute sind einmal die dran, die gerne von der Öffentlichkeit gescholten werden und mit denen ich – auch aufgrund meines Engagements in der Flüchtlingshilfe – derzeit sehr viel zu tun habe. Ich möchte mich bei den für die Stadt Solingen an den verschiedensten Stellen arbeitenden Menschen bedanken, die mir im vergangenen Jahr zahllose Fragen beantwortet haben und mich dadurch regelmäßig in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit unterstützen. Viele Zusammenhänge waren mir anfangs nicht ganz klar, aber verschiedenste Menschen nahmen sich in den Ämtern die Zeit, mir Abläufe und bisweilen auch bürokratische Hürden zu entschlüsseln. Ich möchte mich …