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Abenteuer Gastfamilie

Am Samstag ist es soweit. Wir stürzen uns ins Abenteuer Gastfamilie. Um 6 Uhr erwarten wir am Frankfurter Flughafen die Maschine VN 0037, die unser neues Familienmitglied aus Vietnam an Bord haben wird. Die kommenden zehn Monate wird der siebzehnjährige Kiên Teil unserer Familie sein. Darauf freuen wir uns sehr! AFS – Interkulturelle Begegnungen Unsere erste Begegnung mit der Organisation AFS machten wir vor gut drei Jahren als unser ältester Sohn sich für ein Auslandsjahr in Norwegen entschied. So verbrachte er das 11. Schuljahr in Randaberg nahe Stavanger. Schon damals fühlten wir uns gut betreut und so wurde das Jahr in Südnorwegen ein voller Erfolg. Neben der Organisation durch AFS  haben aber natürlich die dortigen Gasteltern den größten Anteil am Erfolg der Mission „Auslandsjahr“. Alle Gastfamilien in allen Ländern engagieren sich dabei ehrenamtlich und erhalten für die Aufnahme eines Schülers kein Geld. Schon damals war klar, dass wir irgendwann etwas für die Gastfreundschaft, die unserem Kind entgegengebracht wurde, zurückgeben wollen. Kurzentschlossen Die Entscheidung, jemand Wildfremden in die Familie aufzunehmen und die Verantwortung für diesen jungen …

Happy Birthday, mein Großer!

Lieber Tom, vor 18 Jahren hast du – sehr voreilig weil fünf Wochen zu früh – das Licht der Welt erblickt und uns von heute auf morgen zur Familie erklärt. Dein Start in die Welt war zwar etwas holprig, aber dennoch hast du dich zu einem tollen, jungen Mann entwickelt, und aus den damaligen 47 cm sind nun knapp zwei Meter geworden. Auch wenn sich – so glaube ich – zunächst erst einmal nicht viel ändern wird, bist du nun volljährig mit all den Rechten und Pflichten, die das so mit sich bringt. Nächstes Jahr wirst du dein Abitur machen, danach vielleicht eine Ausbildung oder ein Studium beginnen und irgendwann dein Elternhaus verlassen. Noch kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen, aber ich weiß ja, so ist der Lauf der Dinge. Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe zu diesem besonderen Tag und hoffe, dass die Zukunft viel Schönes für dich bereit hält. Ich umarme dich und drücke dich ganz fest. Mama (von dir derzeit liebevoll „Mutter“ genannt)  

Das größte Abenteuer meines Lebens

Ich bin kein Abenteurer, nie gewesen. Vermutlich bin ich sogar ein wenig langweilig. Meine Discobesuche zu Jugendzeiten lassen sich an einer Hand abzählen, Verbotenes blieb und bleibt verboten, ich bin nie per Anhalter gefahren, besaß kein Interrail-Ticket. Vermutlich war mein Zelturlaub in Alaska lange das Aufregendste, was ich erlebt habe. Heute vor 17 Jahren änderte sich das schlagartig. Um 6:50 Uhr begann das größte Abenteuer meines Lebens, auch wenn man es auf den ersten Blick vielleicht nicht vermutet hätte. Das eigentlich auf 9 Monate ausgelegte „Trainingscamp“ endete auf Wunsch einer einzelnen Person bereits 5 Wochen früher. Plötzlich hielt ich 2.380 Gramm in den Armen, die für immer mein Leben umkrempeln würden. Niemand – keine Eltern, keine Freunde mit oder ohne Kinder, keine Hebamme – kann dich auf diesen Moment vorbereiten, der dir den Atem raubt und dich im Gefühlschaos versinken lässt. Plötzlich bist du Mutter, mit allem was dazu gehört. Du bist ab jetzt nicht mehr nur für dich verantwortlich, da ist jemand, der dich braucht, dein ganzes Leben lang, auch wenn du ihn nur …

„Ha det bra, Tom“ oder Wenn Kinder groß werden

Ich kann mich noch gut an die Zeit ohne Kinder erinnern. Damals, als einem andere junge Eltern erzählten, dass man über das Kinderkriegen und Elternsein doch lesen könne, was man wolle, am Ende würde einen der Zustand ohnehin umhauen. Jaja, dachten auch wir, lass sie mal erzählen, vermutlich haben sie einfach nur nicht genug gelesen, denn wir konnten uns schließlich sehr genau vorstellen, wie es wohl sein würde, wenn wir irgendwann mal eigene Kinder haben würden. Fünf Wochen vor dem errechneten Termin hielten wir ach so belesenen Eltern schließlich unser erstes Würmchen in den Armen. Klein war es, gesund auch, etwas trinkfaul, weshalb es noch ein wenig auf die Frühchen-Station musste. Und alle Bibliotheken dieser Welt hätten uns auf diesen Moment nicht vorbereiten können. Was einem vor kurzer Zeit noch lebenswichtig erschien, verkommt mit der Liebe und Verantwortung für ein eigenes Kind plötzlich zur Nebensache, innerhalb kürzester Zeit schiebt dieses kleine Menschlein die wirklich wichtigen Dinge des Lebens in den Vordergrund. Nun sind wir (mittlerweile sogar dreifache) Eltern, haben unser Bestes gegeben (und tun es …