Alle Artikel mit dem Schlagwort: Ich

Der Blick durchs Schlüsselloch

Heute möchte ich euch eine etwas schräge Geschichte erzählen, die sich vor langer Zeit ereignet hat. Vermutlich klingt sie ein wenig verrückt und dennoch ist sie mir damals in den 1980er Jahren so passiert. Dass ich heute darüber schreibe, liegt daran, dass sie sich vor ein paar Tagen in ähnlicher Weise wiederholt hat. Der Blick durchs Schlüsselloch Kennt ihr dieses Gefühl, für einen Augenblick – sagen wir mal maximal fünf Sekunden – zu glauben, die Welt zu verstehen? Komische Frage, ich weiß. Ich hatte dieses Gefühl das erste Mal in der Schule, im Mathe-Leistungskurs. … ich sagte ja, dass die Geschichte ein wenig verrückt klingt. Ich habe Mathe tatsächlich immer gerne gemacht und an besagtem Tag in der Oberstufe fügte sich in meinem Kopf plötzlich alles zum großen Ganzen zusammen. Tatsächlich hatte ich für einen Moment das Gefühl, die komplexen Strukturen der Mathematik komplett zu verstehen. Es war als hätte man mir einen kurzen Blick durchs Schlüsselloch gewährt, um mir zu zeigen, was war, was ist und was sein kann. Dieses Gefühl damals war ungeheuer …

Ich bin ein offenes Buch

Jemand hat einmal zu mir gesagt, dass man mich anhand meiner gelesenen Bücher – von denen ich auch oft Fotos in den Sozialen Netzwerken teile – wie ein offenes Buch lesen könne. Sollte das Sprichtwort „Zeige mir, was du liest, und ich sage dir, wer du bist.“ also tatsächlich auf mich zutreffen? Mein treuer Freund, das geschriebene Wort Ich habe aus meinem Herzen noch nie eine Mördergrube gemacht. Ich äußere mich offen und ehrlich zu vielen Themen, die mich augenblicklich bewegen und die ich für wichtig halte. In all diesen Momenten steht mir stets das geschriebene Wort in Form von Büchern, Artikeln in Zeitungen und Zeitschriften, Blogbeiträgen gedruckt oder digital zur Seite. Egal ob es um die Bewirtschaftung eines Biogartens geht, das Erziehen des pubertierenden Nachwuchses oder die großen (gesellschafts-)politischen Fragen unserer Zeit, zunächst begebe ich mich im Netz auf die Suche nach Beiträgen zur Sache, hole mir dort oft Buchempfehlungen ab und lese. Dabei sehe ich meine Meinung ein ums andere Mal bestätigt oder um Aspekte ergänzt. Hin und wieder werde ich auch eines …

Das Klima wird rauer

Ich fuhr letztens mit dem Auto durch meine Heimatstadt und obwohl ich mich eigentlich gut auskenne, nahm ich die falsche Abbiegung. Ein paar Parkbuchten erleichterten mir das Wenden und ich bog erneut in die Straße ein. Dem Autofahrer, der sich näherte, war ich allerdings nicht schnell genug. Es wäre ein Leichtes für ihn gewesen, sein Tempo kurz zu drosseln und wir wären mehr als geschmeidig aneinander vorbei gekommen. Dies tat er aber nicht, obwohl er mich bereits mehr als fünfzig Meter vorher sah. Es war ihm scheinbar ein inneres Bedürfnis mir neben seiner Hupe auch noch eine drohende Faust und ein paar verbale Entgleisungen entgegen zu schmettern. Beim Vorbeifahren schaute ich in eine Fratze voller Zorn und fragte mich, ob der Fahrer mich auch körperlich angegangen hätte, wenn ich vielleicht ebenfalls mit einer Verbalattacke anstatt eines schuldbewussten Lächelns geantwortet hätte. Das Klima wird rauer Jetzt könnte man von einem Einzelfall sprechen, vielleicht hatte der Mann einfach einen schlechten Tag, aber so einfach ist die Lage nicht (und meines Erachtes auch keine Entschuldigung). Das zwischenmenschliche Klima …

Zeiten ändern sich. – Schön!

2015. Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendein vergangenes Jahr jemals so viele Veränderungen mit sich brachte wie dieses fast abgeschlossene Jahr. Und damit meine ich noch nicht einmal globale, politische Veränderungen, sondern menschliche. Solche in den eigenen vier Wänden, in meinem Bekanntenkreis, in meiner Heimatstadt. Seit den Sommerferien ist vieles anders. Ich bin anders. Ich habe meine Komfortzone verlassen und koste das gesamte Spektrum meines Lebens aus. Gemütlich war es, mein bisheriges Leben, nicht zu aufgeregt, vorhersehbar und schön. Letzteres ist es immer noch, aber in vielerlei Hinsicht eben doch ganz anders. Viele neue Menschen sind in mein Leben getreten, die Drähte meiner realen und digitalen Vernetzungen glühen. Ich darf Menschen meine Freunde nennen, von deren Existenz ich vor einem halben Jahr noch nicht einmal wusste. Fast täglich schaue ich über meinen Tellerrand und lerne stetig dazu. Ich habe es (noch mehr als bisher) geschafft, mich zu strukturieren und bekomme trotz größerem ehrenamtlichen Engagement meine alten wie neuen Tätigkeiten unter einen Hut. Und warum das alles? Weil Zeiten sich ändern und mit ihnen eben …

Niemand kann immer ein Held sein

Niemand kann immer ein Held sein, aber jeder kann immer ein Mensch sein. Jüdisches Sprichwort Ich glaube es ist an der Zeit, Missverständnisse bezüglich gewisser Superkräfte, die mir derzeit angedichtet werden, auszuräumen. Ein und für alle mal: ich bin weder eine Powerfrau noch haben meine Tage 36 Stunden. Ich koche mit Wasser, wie alle anderen auch. Ich bin – so könnte man es in Verwendung des obigen Sprichworts ausdrücken – einfach nur ein Mensch. Ein kleiner zugegebenermaßen, aber weder nach der Geburt in einen Topf mit Zaubertrank gefallen noch von der Königin der Amazonen aus Lehm geformt. Als ganz normaler Mensch versuche ich, in diesen – nennen wir sie mal herausfordernden – Zeiten dort zu helfen, wo gerade Hilfe benötigt wird und mich mit dem, was ich eh tagtäglich tue, nämlich vor dem Computer zu sitzen, nützlich zu machen. So entstehen manche Ideen ganz nebenbei und Linklisten wachsen, ohne meine tägliche Arbeit großartig zu behindern. Selbstverständlich sind ein paar zusätzliche Termine dazu gekommen, die meine Freizeit etwas reduzieren, aber letztlich fallen sie nicht groß ins …