Alle Artikel mit dem Schlagwort: Heimat

Ein offener Brief

Liebe Frau Merkel, liebe Frau Kraft, lieber Herr Kurzbach, Sie kennen mich nicht, aber diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich ein durch und durch positiver Mensch bin, ein „Kopf hoch“-Typ von der Sorte „Das schaffen wir!“. Doch heute beschleicht mich das erste Mal ein klammes Gefühl, es kriecht mir den Rücken rauf, will von mir Besitz ergreifen. Ich bin nicht vorbereitet, hatte nicht erwartet, dass Angst bei mir eine Chance haben könnte. Wie konnte es dazu kommen? Schließlich bin ich doch von offenen, hilfsbereiten Menschen, die sich in diesen herausfordernden Zeiten mit all ihrer Kraft für ein buntes, weltoffenes Deutschland einsetzen, umgeben. Wieso also erstmals diese kalte Hand auf meiner Schulter? Da ist sicher zum einen der ungläubige Blick nach Brüssel. Ich bin zutiefst schockiert von einem Europa, dem es zwar 70 Jahre nach Kriegsende besser geht denn je, das aber seine Menschlichkeit in diesen Jahrzehnten verloren zu haben scheint und anstatt gemeinsam zu handeln, Zäune errichtet. Da wird der vielbeschworene europäische Gedanke innerhalb kürzester Zeit zur Farce. Die europäische Politik taumelt und die …

Solingen-Umrundung beendet

Am 23. Mai 2015 fiel der Startschuss für die Umrundung meiner Heimatstadt auf dem Solinger Klingenpfad. Neun Etappen und fünf Monate später sind die 75 km geschafft. Hier kommt eine kurze Beschreibung der letzten beiden Etappen: Die 8. Etappe des Klingenpfads führte uns von Glüder nach Widdert. Diese Etappe ist in meinen Augen wegen der zu bewältigenden Steigungen die anspruchsvollste, belohnt den Wanderer aber auch mit tollen Aussichten, wie beispielsweise der auf den Balkhauser Kotten (Titelbild). Zum Schluss der Etappe sollte man sich im Café Blauer Kotten unbedingt ein Stückchen selbstgebackenen Kuchen gönnen. Für die gut 8 km dieser anspruchsvollen Etappe benötigten wir knapp 3 Stunden. Eigentlich ist die 9. Etappe des Klingenpfads nur etwa 10 km lang, da ich jedoch im Mai mit einer halben Etappe meine Solingen-Umrundung startete, war das Ziel am 24. Oktober 2015 nicht Aufderhöhe sondern  Buchweizenberg nahe des Solinger Hauptbahnhofs. Und auch wenn diese Etappe entlang der Wupperberge einige schöne Ausblicke zu bieten hatte, gefielen mir die Etappen 5, 7 und 8 am besten. Hier eine Übersicht der Etappen: Etappe …

Zwei ganz unterschiedliche Etappen

Bevor es Sonntag erneut auf den Klingenpfad geht, muss ich noch schnell über meine letzten beiden Etappen, die kaum unterschiedlicher hätten ausfallen können, berichten. Die sechste Etappe meiner Solingen-Umrundung führte mich und meinen ältesten Sohn Anfang August von Unterburg nach Höhrath. Aufgrund der Höhenlage erwartete ich spektakuläre Aussichten und wurde nicht nur in dieser Hinsicht enttäuscht. Obwohl man Schloss Burg auf der Anhöhe fast umrundet, gibt es nur einmal einen sehr entfernten Blick auf das Schloss und auch sonst lässt die dichte Bewaldung keine großen Blicke in die Ferne zu. Zudem ist die Wegbeschaffenheit sehr unterschiedlich, der Abstieg zum historischen Luhnshammer am Eschbach mit glitschigen Steinen und Wurzeln auf einer Breite von vielleicht 60 cm war das bislang gefährlichste Stück auf dem Klingenpfad, das wir auch leider nicht ohne Blessuren hinter uns ließen. Hier ist gutes Schuhwerk mit Profilsohle unerlässlich. Vermutlich hätte uns der Pausenplatz „Alter Fritz“ an der kleinen Straße Hummelsburg mit seinem Panoramablick von Köln bis Schloss Burg für alles entschädigt, hätten wir uns nicht einen sehr diesigen Tag ausgesucht. So bleiben uns …

Nichtwählen ist keine Option!

Ich bin Jahrgang 1970. Ich bin in einer Demokratie aufgewachsen, kenne jedoch Geschichten anderer Zeiten noch aus erster Hand von Eltern und Großeltern. Auch ich meckere gern über aktuelle Politik und kann mich in regelmäßigen Abständen aufflammender Politikverdrossenheit nicht erwehren. „Nichtwählen“ als Form des stillen Protests kam und kommt für mich jedoch niemals in Frage! Will ich meine Zukunft und die meiner Kinder mitgestalten, ist es meine verdammte Bürgerpflicht zur Wahlurne zu gehen, egal ob zu Bundestags-, Landtags-, Kommunal- oder wie bei uns morgen (13.09.15)  in Solingen zu Oberbürgermeisterwahlen gerufen wird. Und wer noch unentschlossen ist, bei welchem der fünf Kandidaten er denn nun ein Kreuz machen soll, dem habe ich hier ein paar Links zur Meinungsfindung zusammengetragen: Das sind die Kandidaten. OB-Wahl ist ein morderner Fünfkampf. Radio RSG Kandidatencheck Fünf für Solingen – das etwas andere Interview Alle Kandidaten im Video-Interview Brückentalk der OB-Kandidaten Muster des Wahlzettels Was mich als Ohligserin übrigens besonders freut ist, dass alle Kandidaten aus Solingen kommen, vier von ihnen sogar aus meinem Stadtteil. Also liebe 127.000 Solinger Wähler, geht …

Von der Kohlfuhrt nach Unterburg

Bereits im Juni wanderte ich mit einer Freundin die fünfte und bislang schönste Etappe des Solinger Klingenpfads. Sie führte uns von der Kohlfuhrt an der Müngstener Brücke vorbei bis hin nach Unterburg. Mit gut 9 km gehört der in der Freizeitkarte als Etappe 2 gekennzeichnete Weg zu den längeren Wegstrecken des Klingenpfads. Doch auch wenn wir erneut 2 Stunden 20 Minuten unterwegs waren, erschien uns diese Wanderung doch deutlich entspannter als die Etappe zuvor. Von der Kohlfuhrt läuft man ein Stück oberhalb der Wupper bis man an der Papiermühle ins Tal gelangt. Ab hier führt der Weg ohne nennenswerte Anstiege am Fluss entlang. Lediglich nach der Überquerung der B229 muss ein etwas längerer Anstieg bis hoch zum Schaberger Bahnhof gemeistert werden. Von dort steht man dann nach nur wenigen Gehminuten direkt unterhalb der Müngstener Brücke. Und obwohl ich schon häufig von hier nach Unterburg gewandert bin – mal rechts mal links entlang der Wupper – kannte ich den Klingenpfad, der auf halber Höhe oberhalb des rechten Wupperufers verläuft, nicht. Und gerade dieser Weg abseits des …