Alle Artikel mit dem Schlagwort: Buchtipp

Ohne Wenn und Abfall

„Ohne Wenn und Abfall“

Ich mag Milena Glimbowski. Das liegt zum einen sicherlich daran, dass sie zu den wenigen Menschen gehört, denen ich aufgrund ihrer Körpergröße in die Augen blicken kann. Zum anderen hat mich die quirlige Berlinerin bereits weit vor Erscheinen ihres Buches beeindruckt als sie im Juni dieses Jahres auf der Litblog Convention ein Kapitel des mir nun vorliegenden Buches exklusiv zum Besten gab. Milena Glimbowski ist ein Original, eine mitreißende Persönlichkeit, die ihre Vorstellung eines müllbefreiten Lebens privat und als Gründerin des Original Unverpackt Supermarktes lebt. Und genau das nimmt man der 27-Jährigen ab, sowohl bei unserer damaligen Begegnung wie nach Lesen ihres Buches „Ohne Wenn und Abfall“. Glimbowski ist herrlich ehrlich, nimmt sich selbst nicht zu ernst, ihre Vision einer Zero-Waste-Gesellschaft umso mehr. Und vielleicht ist es gerade das, was sie dem Leser mitgeben will: „Schau her, was ich als bisweilen naive 22-jährige Studentin Schritt für Schritt ins Rollen gebracht habe, mit ein wenig Zeit und Übung schaffst du das auch …“ Ein Buch, zwei Teile Grob kann man das Buch in zwei Teile aufteilen: …

Sungs Laden oder Eine Utopie, die keine ist

Heute möchte ich euch von „Sungs Laden“ berichten, einem Buch, das im Buchladen scheinbar nur auf mich gewartet hat, weshalb ich meinen Buchtipp bzw. meine Geschichte auch dort beginnen möchte. Eigentlich wollte ich am gestrigen Samstag nur kurz die vorbestellten Bücher in meiner Buchhandlung abholen. Als ich dann aber an der Verkaufstheke einem Gespräch zum Thema „Sind Bücher nicht eigentlich zu billig?“ lauschte, konnte ich nicht umhin, mich ebenfalls lebhaft in die Unterhaltung einzubringen. Irgendwie kamen wir dann thematisch vom Hölzchen zum Stöckchen und landeten schließlich bei den von mir bestellten Büchern über Hühnerhaltung, die der Kundin ein fast seufzendes „Ach, das hatten wir auch mal vor …“ entlockte. Das wiederum bewog mich, ihr von meiner Devise „Machen, nicht labern!“ zu erzählen, die mein Leben seit 2016 ganz schön auf den Kopf stellt. So berichtete ich unter anderem auch von unsere Entscheidung, einen Gastschüler aus Vietnam für zehn Monate in unsere Familie aufzunehmen. Ein Entschluss, der übrigens innerhalb einer Woche fiel. (Zum Thema des Zauderns – oder eben nicht – empfehle ich euch übrigens gerne …

Alles hat seine Zeit … auch manche Bücher

In der Bibel heißt es: „Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit.“ An diesen Text im Buch Koholet musste ich unwillkürlich denken, als ich Frank Berzbachs „Die Kunst ein kreatives Leben zu führen“ las. Im Jahr 2013 erschien das Buch des Kölners im Mainzer Verlag Hermann Schmidt und wurde bereits damals in allen Medien – allen voran den digitalen – hoch und runter gelobt. Doch es mussten drei Jahre und sieben! weitere Auflagen vergehen, bis Berzbachs Werk es auch auf meinen Nachttisch schaffte. Schon im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres war absehbar, dass 2016 in vielerlei Hinsicht ein Jahr der Umbrüche werden würde und irgendwie erschien mir jetzt der richtige Zeitpunkt zu sein, mich mit einem Buch zu beschäftigen, dessen Untertitel „Anregung zu Achtsamkeit“ lautet. Anregung zu Achtsamkeit Schon lange beschäftigen mich die Weltreligionen, allen voran meine eigene – das Christentum – aber auch die Achtsamkeit, die ein zentrales Element des achtfachen Pfades der buddhistischen Lehre und Teil der Meditation ist, übte immer schon eine große Faszination auf mich aus. Die …

Feine Bücher aus der Frankfurter Verlagsanstalt

Im Juni entdeckte ich beim #bookupDE in Frankfurt die kleine aber feine Frankfurter Verlagsanstalt. Im Urlaub kam ich nun endlich dazu, einen Teil – genauer gesagt zwei Titel – des aktuellen Programms kennenzulernen. Den Anfang machte ich mit der Geschichte um den jungen Architekten Felix, bei dem zuviele Glücksmomente regelmäßig zu einem anaphylaktischen Schock führen. Gar nicht so einfach damit umzugehen, wenn man doch gerade erst DIE Traumfrau kennengelernt hat und zudem im Job alles bestens läuft. Da kann eigentlich nur wohldosiertes Unglück beispielsweise in Form einer nervigen Bauleitung helfen. Was aber wenn die Diagnose möglicherweise doch fehlerhaft war? Hannah Simon hat mir mit ihrem ersten Roman fröhlich-leichte Lesestunden beschert. Die Idee, die Hauptfigur mit einer äußerst eigenwilligen Allergie auszustatten, die dessen Leben von rechts nach links umkrempelt, fand ich sehr amüsant. Und auch die Sprache des Ich-Erzählers Felix, der seine verrückte Geschichte rückblickend auf seinem Blog erzählt, ist authentisch. Er berichtet humorvoll, locker und leicht, mit ansprechenden Formulierungen. Wer also auf der Suche nach einer schönen Urlaubslektüre ist, die sprachlich überzeugt und auch inhaltlich …

„Wer die Nachtigall stört …“

Das Lesen von Klassikern flößt mir immer gehörigen Respekt ein. Zu gering ist meine Leseerfahrung diesbezüglich. In meinem Elternhaus überwog von jeher die Unterhaltungsliteratur und auch der damalige Deutschunterricht konnte meine Begeisterung für klassische Werke leider nicht wecken. Zunächst familiär- später dann berufsbedingt wandte ich mich hauptsächlich der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur zu. Doch gerade in den letzten Jahren wuchs der Wunsch, hin und wieder einen sogenannten Klassiker einzustreuen. Diese Idee führte dank der sozialen Netzwerke (Fragt NIE öffentlich, welche Klassiker ihr unbedingt lesen solltet!!) zu einer unüberschaubaren Liste, die mich in meinem Bestreben eher ausbremste als beflügelte. Schließlich wagte ich mit Thomas Manns „Buddenbrooks“ den Anfang und konnte feststellen, dass Klassiker gar nicht weh tun. Mit Salingers „Fänger im Roggen“ erging es mir ähnlich, obwohl man dieses Buch wohl besser zwischen zwanzig und dreißig liest. Fünfundfünzig Jahre nach seinem Erscheinen in den USA folgte nun „Wer die Nachtigall stört …“, das 1962 in Deutschland erschien und seit Mitte Juli in einer vollständig überarbeiteten deutschen Übersetzung von Nikolaus Stingl vorliegt. Von den bisher oben erwähnten …