Alle Artikel in: Lesen

Feine Bücher aus der Frankfurter Verlagsanstalt

Im Juni entdeckte ich beim #bookupDE in Frankfurt die kleine aber feine Frankfurter Verlagsanstalt. Im Urlaub kam ich nun endlich dazu, einen Teil – genauer gesagt zwei Titel – des aktuellen Programms kennenzulernen. Den Anfang machte ich mit der Geschichte um den jungen Architekten Felix, bei dem zuviele Glücksmomente regelmäßig zu einem anaphylaktischen Schock führen. Gar nicht so einfach damit umzugehen, wenn man doch gerade erst DIE Traumfrau kennengelernt hat und zudem im Job alles bestens läuft. Da kann eigentlich nur wohldosiertes Unglück beispielsweise in Form einer nervigen Bauleitung helfen. Was aber wenn die Diagnose möglicherweise doch fehlerhaft war? Hannah Simon hat mir mit ihrem ersten Roman fröhlich-leichte Lesestunden beschert. Die Idee, die Hauptfigur mit einer äußerst eigenwilligen Allergie auszustatten, die dessen Leben von rechts nach links umkrempelt, fand ich sehr amüsant. Und auch die Sprache des Ich-Erzählers Felix, der seine verrückte Geschichte rückblickend auf seinem Blog erzählt, ist authentisch. Er berichtet humorvoll, locker und leicht, mit ansprechenden Formulierungen. Wer also auf der Suche nach einer schönen Urlaubslektüre ist, die sprachlich überzeugt und auch inhaltlich …

„Wer die Nachtigall stört …“

Das Lesen von Klassikern flößt mir immer gehörigen Respekt ein. Zu gering ist meine Leseerfahrung diesbezüglich. In meinem Elternhaus überwog von jeher die Unterhaltungsliteratur und auch der damalige Deutschunterricht konnte meine Begeisterung für klassische Werke leider nicht wecken. Zunächst familiär- später dann berufsbedingt wandte ich mich hauptsächlich der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur zu. Doch gerade in den letzten Jahren wuchs der Wunsch, hin und wieder einen sogenannten Klassiker einzustreuen. Diese Idee führte dank der sozialen Netzwerke (Fragt NIE öffentlich, welche Klassiker ihr unbedingt lesen solltet!!) zu einer unüberschaubaren Liste, die mich in meinem Bestreben eher ausbremste als beflügelte. Schließlich wagte ich mit Thomas Manns „Buddenbrooks“ den Anfang und konnte feststellen, dass Klassiker gar nicht weh tun. Mit Salingers „Fänger im Roggen“ erging es mir ähnlich, obwohl man dieses Buch wohl besser zwischen zwanzig und dreißig liest. Fünfundfünzig Jahre nach seinem Erscheinen in den USA folgte nun „Wer die Nachtigall stört …“, das 1962 in Deutschland erschien und seit Mitte Juli in einer vollständig überarbeiteten deutschen Übersetzung von Nikolaus Stingl vorliegt. Von den bisher oben erwähnten …

Mit Mirjam durch das Ruhrgebiet der 80er

Ich weiß, dass man man ein Buch niemals nach seinen Äußerlichkeiten beurteilten sollte, trotzdem verliebte ich mich schon in der Buchhandlung in das tolle Cover und den roten Buchschnitt des Jugendromans „Crazy Dogs“. Die Autorin Brigitte Werner lässt ihre Hauptfigur Mirjam erzählen und katapultiert so den Leser von der ersten Seite an in ihr turbulentes Teenieleben. Dass auf den nächsten knapp 500 Seiten jedoch auch Dramatisches geschehen wird, lässt der Prolog bereits vermuten. Wer nun eine seichte Teeniegeschichte erwartet, der liegt völlig falsch, denn Mirjam ist eine ganz wunderbare Erzählerin. Mit detailreichen Beschreibungen erweckt sie das Buch zum Leben und zaubert dem Leser mit ihrem Sprachwitz ein Lächeln ins Gesicht. Dass die Autorin ihren Roman dann auch noch zu Zeiten von Kassetten, Volkszählung und Kaltem Krieg in den 80er Jahren spielen lässt, ließ mich als Kind der 70er Jahre beglückt weiterlesen, erinnerte mich doch so vieles an meine eigene Jugendzeit. Da Mirjam im Ruhrgebiet lebt, ist ihre Geschichte aber gleichzeitig auch eine Liebeserklärung an den „Pott“ mit all seinen Facetten, schrägen Vögeln und seiner eigenen …

Akute Leseunlust und eine mögliche Behandlung

Gelegentlich – man könnte beinahe chronisch sagen – werde ich von der besonders hartnäckigen Leseunlust befallen. Obwohl sich hinter mir die Bücher stapeln, kann ich mich für keines erwärmen. Zur Zeit hat mich eine besonders schwere Form der Leseflaute erwischt, der ich nun mit einer ausgeklügelten Behandlung begegnen möchte. ANLESEN lautet mein Heilungsplan. Diese 9 Bücher bekommen nun die Chance, mein Heilmittel zu werden. Jedem Buch gebe +/- 30 Seiten lang die Chance, mich zu überzeugen, das richtige für meinen jetzigen Zustand zu sein. Ich werde später über den Heilungsprozess berichten 🙂

Meine 24 Buchtipps aus der Hildener Bücherschau

Bei der Bücherschau der Hildener Stadtbücherei durfte ich gestern meine Buchfavoriten aus dem Herbst vorstellen. Natürlich konnte ich mich mal wieder nicht beschränken und so wurden es am Ende schließlich 24 Bücher, die aufgestapelt vor mir lagen. Aber schließlich musste ja vom Pappbilderbuch bis zum All-Age-Titel alles vertreten sein … Da nicht jeder in der Nähe von Hilden wohnt und Weihnachten naht, habe ich meine Buchtipps hier noch einmal kurz und knackig für euch aufgeführt. Zitronengelb und Feuerrot von Sabine Lohf Moritz Verlag, ab 2 Ein Papp-Bilderbuch, das ausgesprochen besondere Farbtöne wie zum Beispiel Zebrastreifenweiß oder Königskronengold sehr kunstvoll präsentiert und gleichzeitig jede Menge Anregungen für Bastelarbeiten zum Thema Farbe gibt. Das Monster aller Monster von Patrick McDonnell übersetzt von Ebi Naumann Aladin Verlag, ab 3 Weil sie sich nicht einigen können, wer von ihnen das schrecklichste Monster ist, erschaffen drei eher kleine Monster das vielleicht größte und fürchterlichste Monster überhaupt. Oder doch nicht? Ein herzerwärmend schönes Monsterbuch mit großem literarischem Vorbild, allerdings mit einem sehr verblüffenden und humorvollen Ende.