Alle Artikel in: Die Arbeit

Ohne Wenn und Abfall

„Ohne Wenn und Abfall“

Ich mag Milena Glimbowski. Das liegt zum einen sicherlich daran, dass sie zu den wenigen Menschen gehört, denen ich aufgrund ihrer Körpergröße in die Augen blicken kann. Zum anderen hat mich die quirlige Berlinerin bereits weit vor Erscheinen ihres Buches beeindruckt als sie im Juni dieses Jahres auf der Litblog Convention ein Kapitel des mir nun vorliegenden Buches exklusiv zum Besten gab. Milena Glimbowski ist ein Original, eine mitreißende Persönlichkeit, die ihre Vorstellung eines müllbefreiten Lebens privat und als Gründerin des Original Unverpackt Supermarktes lebt. Und genau das nimmt man der 27-Jährigen ab, sowohl bei unserer damaligen Begegnung wie nach Lesen ihres Buches „Ohne Wenn und Abfall“. Glimbowski ist herrlich ehrlich, nimmt sich selbst nicht zu ernst, ihre Vision einer Zero-Waste-Gesellschaft umso mehr. Und vielleicht ist es gerade das, was sie dem Leser mitgeben will: „Schau her, was ich als bisweilen naive 22-jährige Studentin Schritt für Schritt ins Rollen gebracht habe, mit ein wenig Zeit und Übung schaffst du das auch …“ Ein Buch, zwei Teile Grob kann man das Buch in zwei Teile aufteilen: …

Buchtunnel Prag

Ich lese. Nicht.

Als Buchmensch einen Beitrag mit „Ich lese. Nicht.“ zu betiteln, das ist sicher gewagt. Aber ich bin schon immer für ehrliche Worte gewesen und außerdem steht da ja auch noch ein Punkt, streng genommen sogar zwei, aber der hinter der Aussage „Ich lese.“ ist schon nicht ganz unwichtig. Aber von vorne … Ich lese gerne Ich lese gerne. Daran gibt es überhaupt keinen Zweifel. Doch auch wenn sich mein berufliches Leben um die Bücher dreht, hat es tatsächlich nur im Nebensatz mit dem Lesen zu tun. Denn der Hauptsatz besteht aus ganz banalen Dingen wie Vorschauen sichten, Bücher bestellen, Titel – viele Titel – in die Datenbank einpflegen, Bücher an die Redaktion (derzeit 40 Redakteure) verschicken, Rezensionen überprüfen und freischalten, Belege selbiger an die Verlage schicken und so weiter und so fort. Jetzt mag der eine oder andere auch besser verstehen, warum ich mich ungern als Kinderbuchexpertin bezeichnen lasse, denn während ich noch mit den schnöden Dingen im Hintergrund beschäftigt bin, sind die Kinder und Jugendlichen diejenigen, die fleißig lesen. Sie sind die wahren Expertinnen …

Sungs Laden oder Eine Utopie, die keine ist

Heute möchte ich euch von „Sungs Laden“ berichten, einem Buch, das im Buchladen scheinbar nur auf mich gewartet hat, weshalb ich meinen Buchtipp bzw. meine Geschichte auch dort beginnen möchte. Eigentlich wollte ich am gestrigen Samstag nur kurz die vorbestellten Bücher in meiner Buchhandlung abholen. Als ich dann aber an der Verkaufstheke einem Gespräch zum Thema „Sind Bücher nicht eigentlich zu billig?“ lauschte, konnte ich nicht umhin, mich ebenfalls lebhaft in die Unterhaltung einzubringen. Irgendwie kamen wir dann thematisch vom Hölzchen zum Stöckchen und landeten schließlich bei den von mir bestellten Büchern über Hühnerhaltung, die der Kundin ein fast seufzendes „Ach, das hatten wir auch mal vor …“ entlockte. Das wiederum bewog mich, ihr von meiner Devise „Machen, nicht labern!“ zu erzählen, die mein Leben seit 2016 ganz schön auf den Kopf stellt. So berichtete ich unter anderem auch von unsere Entscheidung, einen Gastschüler aus Vietnam für zehn Monate in unsere Familie aufzunehmen. Ein Entschluss, der übrigens innerhalb einer Woche fiel. (Zum Thema des Zauderns – oder eben nicht – empfehle ich euch übrigens gerne …

Ich bin ein offenes Buch

Jemand hat einmal zu mir gesagt, dass man mich anhand meiner gelesenen Bücher – von denen ich auch oft Fotos in den Sozialen Netzwerken teile – wie ein offenes Buch lesen könne. Sollte das Sprichtwort „Zeige mir, was du liest, und ich sage dir, wer du bist.“ also tatsächlich auf mich zutreffen? Mein treuer Freund, das geschriebene Wort Ich habe aus meinem Herzen noch nie eine Mördergrube gemacht. Ich äußere mich offen und ehrlich zu vielen Themen, die mich augenblicklich bewegen und die ich für wichtig halte. In all diesen Momenten steht mir stets das geschriebene Wort in Form von Büchern, Artikeln in Zeitungen und Zeitschriften, Blogbeiträgen gedruckt oder digital zur Seite. Egal ob es um die Bewirtschaftung eines Biogartens geht, das Erziehen des pubertierenden Nachwuchses oder die großen (gesellschafts-)politischen Fragen unserer Zeit, zunächst begebe ich mich im Netz auf die Suche nach Beiträgen zur Sache, hole mir dort oft Buchempfehlungen ab und lese. Dabei sehe ich meine Meinung ein ums andere Mal bestätigt oder um Aspekte ergänzt. Hin und wieder werde ich auch eines …

Keine halben Sachen! Keine Buchmesse.

Ich mache keine ungern halbe Sachen. Ich brauche Struktur und Ordnung, und das gilt für mein privates Leben ebenso wie für mein berufliches. Als ich mich 2005 aufgrund der anstehenden Kinderbuchausstellungen in den Kitas entschied, das drei Jahre zuvor geborene Projekt Buecherkinder aus dem Hobby-Dasein in die Selbstständigkeit zu führen, tat ich auch dies nicht halbherzig. Ich nahm am Crashkurs Buchhandel im Mediacampus Frankfurt teil, wurde Mitglied im Börsenverein des Deutschen Buchhandels und besorgte mir für meinen Computer eine anständige Warenwirtschaft. Über 10 Jahre wickelte ich Büchertische in Schulen, Kitas und bei Wohnzimmerlesungen über das Barsortiment Könemann ab, ebenso wie private Buchbestellungen der Nachbarn und Freunde. Dass die Webseite über Jahre hinweg weiterhin zu Amazon verlinkte, ist nicht Thema dieses Beitrags und wurde schon ausreichend hier und hier besprochen. Vermutlich gehört aber eben auch dieser Umstand zu den Dingen, bei denen ich letztlich keine halben Sachen mache. Das verflixte 7. Jahr Ich erinnere mich, dass mir meine Mutter schon als Kind erzählte, dass sich der Mensch alle sieben Jahre irgendwie verändert. Und wenn man davon …