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Das Ehrenamt oder Zu doof um NEIN zu sagen?!

Eins gleich vorweg: Ich bin ein großer Befürworter des Ehrenamts und habe bzw. hatte schon so manches Amt inne. Wenn sich dann aber an einem Wochenende wie diesem die Termine häufen und ich bisweilen neidisch auf diejenigen gucke, die sich wieder einmal clever um Mithilfe gedrückt haben, dann stelle ich mir schon die Frage, ob ich einfach zu doof bin, um NEIN zu sagen. Ein Leben ohne Ehrenamt ist möglich aber nicht erstrebenswert! Wenn ich mir vorstelle, was meinen Kindern in ihrem Leben bereits alles entgangen wäre, wenn sich niemand freiwillig und unbezahlt für ein bestimmtes Ehrenamt gemeldet hätte, dann ist dieser Gedanke schon sehr traurig. St. Martins-Umzüge oder Vorlesestunden im Kindergarten, Kindergottesdienst oder Kommunionunterricht, das Vorhandensein einer Schulbibliothek, Leseförderung oder das Grundschul-Sommerfest, Elternstammtische, Glühweinstand oder Kuchenbuffet an Anmelde- oder Projekttagen in der weiterführenden Schule, dies sind nur einige wenige Dinge, die ohne ehrenamtliches Mitwirken nicht möglich wären. Leider sind immer weniger Menschen bereit, ihren Part für ein gelungenes Miteinander zu erfüllen. Sicher ist dies auch den gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre geschuldet, beispielsweise waren …

Namaste oder Yoga um halb sechs

Heute vor drei Monaten wurden die Uhren auf Winterzeit umgestellt. Diese vermeintlich gewonnene Stunde nutzte ich, um einen schon lang gehegten Plan endlich in die Tat umzusetzen, getreu dem Motto „Yoga am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen“. Tatsächlich habe ich Yoga für mich schon vor Jahren entdeckt und besuche regelmäßig (allerdings mit einer großen Unterbrechung) Kurse. Seitdem jedoch der Zahn der Zeit an mir nagt und mir das leider auch vom Orthopäden bescheinigt wurde, war klar, dass das Dehnen und Strecken nur einmal pro Woche auf Dauer zur Behebung diverser Zipperlein nicht mehr ausreichen würde. Allerdings ist es schwer, sich in einem 5-Personen-Haushalt nebst zwei Hunden für knapp 30 Minuten zurückzuziehen. Morgens ruft das Büro, später die Familie und abends kann man sich eh so schlecht aufraffen. Blieb nur noch der richtig frühe Morgen also quasi die Zeit vor dem Aufstehen – auch unmenschliche Zeit genannt – übrig. Eigentlich undenkbar für jemanden wie mich, der morgens eher weniger leidlich aus dem Bett kommt.

Tai Chi, Yoga und Entspannung in einem buddhistischen Kloster

Wie alles begann Den Anstoß für dieses Wochenende in einem buddhistischen Kloster lieferte ein Radiobeitrag im WDR 2. Dort berichtete Georg Lolos in den Sonntagsfragen über seinen Aufenthalt in einem südfranzösischen Kloster, der sein Leben nachhaltig veränderte. Plum Village ist ein buddhistisches Kloster nahe Bordeaux, das 1982 von dem vietnamesischen Mönch Thích Nhất Hạnh gegründet wurde. Der Bericht von Georg Lolos ließ mich nicht mehr los und ich ging im Internet auf die Suche nach Mönch und Kloster und stellte zu meiner Überraschung fest, dass es auch in Deutschland die Möglichkeit gibt, an einem Retreat im Kloster teilzunehmen, denn Thích Nhất Hạnh rief 2008 im oberbergischen Waldbröl das Europäische Institut für Angewandten Buddhismus (EIAB) ins Leben. Erstaunt bemerkte ich zudem, dass ich schon über Jahre Bücher des Mönchs zum Thema „Achtsamkeit“ besaß, die ich direkt noch einmal las. Die Entschlossenheit, für ein Wochenende in das buddhistische Kloster zu gehen wuchs und da 2015 ja mein Jahr des Tuns und nicht nur des Darüberredens werden sollte, meldete ich mich (und eine Freundin) kurzerhand für das Wochenende …

Dein Fernweh ist mein Heimweh

Es gibt Blogs, die lese ich für mein Leben gern, so wie die Jazzlounge von Johannes, der neue Blogbeiträge meist früh morgens – dieser Umstand ist wohl seiner kleinen Tochter geschuldet – online stellt, genau zu der Zeit, in der ich meine Tweets mit einer Tasse Kaffee im Bett lese. Johannes ist verheiratet, Vater zweier Kinder und geht neugierig und mit offenen Augen durch die Welt, dort findet er genügend Inspiration für seinen Blog. Seine Themen sind stets aus dem Leben gegriffen, er startet Blogparaden wie die wunderbare Mutmachparade oder nimmt eben selber an einer Teil, so wie heute zum Thema „Fernweh“. Oft bin ich mit Johannes einer Meinung, sitze nickend vor meinem PC, wenn er auf seine unbeschreiblich angenehme Art mal wieder ein Thema verbloggt hat. Nur heute nicht, lieber Johannes, denn „Dein Fernweh ist mein Heimweh“! Au revoir? Im Radio dudelt mal wieder Mark Forsters „Au revoir“, wie passend zum heutigen Thema, wie unpassend für mich, denke ich. In diesem Haus, wo ich wohn Ist alles so gewohnt So zum Kotzen vertraut Mann, …

Ein wenig mehr Menschlichkeit stünde uns gut zu Gesicht!

Während ich hier gerade mit einer frischen Tasse Kaffee, nach einem guten Frühstück gestärkt in meinem Büro sitze, verlassen über 30.000 Menschen aus Angst vor Verfolgung, Krieg und Tod ihre Heimat, 50 % von ihnen sind Kinder. Dies ist die höchste Flüchtlingszahl seit dem 2. Weltkrieg. Angesichts solcher Zahlen und Bilder schäme ich mich zutiefst über den Protest rechtsextremer Organisationen oder Parteien wie „Pro NRW“ gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. Am meisten jedoch bestürzen mich Sätze, die mit „Ich hab ja eigentlich nichts gegen Flüchtlinge…“ anfangen und von  selbsternannten Gutbürgern stammen. Die ersten 50 von 140 Flüchtlingen, die vornehmlich aus Nord- und Ostafrika sowie den Krisengebieten des Nahen Ostens stammen, werden heute in Solingen erwartet. Es sind durchweg Familien, die in der Gräfrather Jugendherberge vorübergehend unterkommen. Neben ihnen werden etwa weitere 800 Flüchtlinge zur Zeit von der Stadt betreut. Diese Menschen mussten ihre Heimat, ihre Familien, ihr Hab und Gut verlassen, vermutlich haben sie Schreckliches gesehen und durchgemacht. Nun landen sie in einer fremden Welt, mit einer fremden Sprache und anderen Verhaltensweisen. Ist es nicht …