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#12von12 im Januar 2019

Leider schaffe ich die #12von12 selten. Entweder vergesse ich sie oder an besagtem 12. des Monats passiert – außer im Bürohocken – nichts, was abgelichtet werden könnte. Umso größer also meine Freude, dass der erste 12. in diesem Jahr auf einen Samstag fiel, der zudem bei mir noch sehr ereignisreich verlief. Deshalb gab es gestern auf Instagram schon meine 12 Fotos zu sehen und eine Zusammenfassung heute hier.

Du kennst #12von12 nicht? Dann bitte hier entlang, denn Caro von Draußen nur Kännchen erklärt es in einem kurzen Beitrag ganz genau.

Teil 1 meines Tages führte mich nach Tee und Zeitung im Bett mit dem Rad zu meinen Eltern, zu denen ich häufig samstags frühstücken und quatschen gehe. Klar haben wir zum Teil recht unterschiedliche Ansichten, schließlich sind meine Eltern 80 und 79, aber der Austausch mit ihnen bereitet – so denke ich – beiden Seiten Freude und bereichert uns alle.

Anschließend fuhr ich mit meinen einen Führerschein besitzenden Männern nach Düsseldorf, um im Tesla Model 3 Probe zu sitzen. Ein wirklich feines, durchdachtes Elektroauto. Pink wird unser Wunschauto aber definitiv nicht! Wieder zurück konnten lediglich meine tibetischen Gebetsfahnen ein wenig Farbe in das einheitliche Regengrau bringen.

Am Nachmittag ging es in meinem frisch eingerichteten Arbeits- und Hobbyzimmer (aber irgendwie ist meine Arbeit ja auch mein Hobby 😉 ) an die Nähmaschine. Ein Duschvorhang wurde so gekürzt und angepasst, dass er nun als Vorhang für ein altes Bücherregal auf der Terrasse dient, das wiederum im Winter als zusätzlicher Kühlschrank genutzt wird. Hiervon konnte ich gestern kein Foto mehr schießen, da es draußen neben nass auch dunkel war.

Nach unserem leckeren Abendessen und einem zünftigen Friesengeist hatten wir ausreichend Zeit für den über 3-stündigen Extended Directors Cut von Lord of the Rings – The Fellowship of the Ring. Genauso platt wie unser Hund Mr Darcy ging es dann nach diesem Tag und 12 Fotos später ins Bett.

Und was die anderen so am 12. des Monats getrieben haben, das könnt ihr hier nachgucken und -lesen: draussennurkaennchen.blogspot.com/2019/01/12-von-12-januar-2019.html

* Das Beitragsfoto hat es übrigens nicht in die 12 von 12 geschafft und wurde dafür zum Covergirl.

Meine wundervolle Buchhandlung

Meine wundervolle Buchhandlung

Manchmal dauert es bei mir ein wenig länger bis ich bestimmte Bücher für mich entdecke. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass ich „Meine wundervolle Buchhandlung“ erst knapp vier Jahre nach Erscheinen las. Das Buch hatte mir eine Buchhändlerin mit den Worten „Ich mag keine Buchhandlungs-Geschichten lesen.“ vermacht.

Sonst erfreuen sich Romane, in denen Buchhandlungen eine Rolle spielen, großer Beliebtheit, zumindest bei Verlagen und Lesern. Da wird der Buchladen oft zum Ort des Verliebens, dann liegt er bestimmt an der Seine und ist auch sonst ganz zauberhaft. Er kann aber auch sonderbar sein oder mit einem Planwagen durch Neu England gezogen werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und genau das scheint auch das Problem – zumindest für Buchhänder*innen – zu sein, die gerne ein wenig mehr Realität zwischen den Buchdeckeln hätten.

Wer schreibt endlich über die wahren Heldinnen und Helden im Buchhandel, über die Hüter zahlloser Geschichten, die Bücherwannen-Schlepper*innen, die Platz in Regalen schaffen, wo eigentlich vorher schon kein Platz war, die die Ruhe selbst sind, wenn Lieferungen nicht pünktlich kommen oder der Computer nebst Kasse mitten im Weihnachtsgeschäft abschmiert?? Wer schreibt über großartige detektivischen Erfolge, die täglich im Buchhandel gefeiert werden, wenn anstatt der heißgeliebten 13-stelligen ISBN lediglich ein „Das Buch ist blau.“ ausreichen muss, um den richtigen Titel zu finden? Und wer kann überhaupt aufrichtig und wahrhaftig von Höhen und Tiefen, von großer Literatur, wenig Schlaf und viel Liebe für den Laden, seine Kund*innen und Mitarbeiter*innen erzählen??? – Defintiv nur jemand vom Fach!!

Buchcover

Meine wundervolle Buchhandlung von Petra Hartlieb, Dumont Buchverlag

Aus einer Schnapsidee heraus bemühte sich Petra Hartlieb im Urlaub gemeinsam mit ihrem Mann um eine gerade geschlossene Traditionsbuchhandlung in Wien – und bekam überraschend den Zuschlag. Von einem auf den anderen Tag kündigte sie ihren Job und begann mit ihrer Familie ein neues Leben in einer neuen Stadt, ohne zu wissen, worauf sie sich einlässt …
In diesem Buch erzählt sie ihre eigene Geschichte und die ihrer Buchhandlung. Einer Buchhandlung, die zum Wohnzimmer für die eigene Familie wird, und zum Treffpunkt für die Nachbarschaft. Mit Stammkunden, die zu Freunden werden, und Freunden, die Stammkunden sind.

„Meine wundervolle Buchhandlung“ kommt der Realität nicht nur ganz nah, das Buch ist Realität, berichtet die Quereinsteigerin Hartlieb doch ungeschönt und dennoch witzig von ihrem Buchhändlerleben in Wien. Häufig entdecke ich Parallelen und das obwohl ich ja sozusagen nur in homöopathischen Dosen in „meiner“ wundervollen Buchhandlung arbeite. Petra Hartlieb trifft genau den richtigen Ton, beschönigt nichts und kommt doch ohne Jammern aus. In Zeiten, in denen so anachronistische Läden wie der ihre totgesagt werden, wird sie – wie sie schreibt – weitermachen. Weiter machen, weil uns nichts anderes übrig bleibt. Weil wir nichts besser können. Weil wir nichts lieber tun.

Und da mir das Buch so gut gefallen hat und ich eh ein Freund der Backlist-Pflege bin, ist „Meine wundervolle“ Buchhandlung heute Tipp im Solinger Tageblatt. Den vollständigen Empfehlungstext findet ihr auf der Webseite „meiner“ Buchhandlung, der Schatzinsel.


Im Hintergrund meines Titelfotos seht ihr noch Petra Hartliebs „Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung“, das diesen Herbst erschienen ist. Gerne hätte ich diesen Titel in der Vorweihnachtszeit empfohlen, aber das Buch kommt einfach nicht an seinen Vorgänger heran.