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„Ohne Wenn und Abfall“

Ohne Wenn und Abfall

Ich mag Milena Glimbowski. Das liegt zum einen sicherlich daran, dass sie zu den wenigen Menschen gehört, denen ich aufgrund ihrer Körpergröße in die Augen blicken kann. Zum anderen hat mich die quirlige Berlinerin bereits weit vor Erscheinen ihres Buches beeindruckt als sie im Juni dieses Jahres auf der Litblog Convention ein Kapitel des mir nun vorliegenden Buches exklusiv zum Besten gab.

Milena Glimbowski ist ein Original, eine mitreißende Persönlichkeit, die ihre Vorstellung eines müllbefreiten Lebens privat und als Gründerin des Original Unverpackt Supermarktes lebt. Und genau das nimmt man der 27-Jährigen ab, sowohl bei unserer damaligen Begegnung wie nach Lesen ihres Buches „Ohne Wenn und Abfall“.

Glimbowski ist herrlich ehrlich, nimmt sich selbst nicht zu ernst, ihre Vision einer Zero-Waste-Gesellschaft umso mehr. Und vielleicht ist es gerade das, was sie dem Leser mitgeben will: „Schau her, was ich als bisweilen naive 22-jährige Studentin Schritt für Schritt ins Rollen gebracht habe, mit ein wenig Zeit und Übung schaffst du das auch …“

Ein Buch, zwei Teile

Grob kann man das Buch in zwei Teile aufteilen: Im ersten Teil, der rund 130 Seiten umfasst, lernen wir die Autorin, ihre Beweggründe und die Entstehung des ersten Original Unverpackt Ladens kennen. Glimbowski widmet sich den Themen Minimalismus und Zero Waste, um schließlich zu den Lebensmitteln zu gelangen, die den meisten Verpackungsmüll verursachen.
Anschließend beginnt der zweite Teil des Buches, in dem sie sich den verschiedensten Lebensbereichen, wie z. B. Küche, Wohnen, Büro, Reisen etc. mit konkreten Tipps und Rezepten zuwendet. Hierbei handelt es sich nicht um bahnbrechende, neue Errungenschaften, sondern um eine solide Zusammenstellung von nützlichen und erprobten Vorschlägen, um eben – wie oben erwähnt – Schritt für Schritt mit einer Veränderung der eigenen Gewohnheiten zu beginnen.

Ergänzt werden diese Anregungen durch zahlreiche Link- und Buchtipps. Hier hätte ich mir eine Übersicht am Ende des Buches gewünscht, um diese nach Abschluss der Lektüre nicht erneut mühsam im Fließtext suchen zu müssen, denn auch in der gleichnamigen Facebook-Gruppe, in der zahlreiche im Buch angekündigte Listen zu finden sind, gibt es leider keine Literaturtipps. Der Vorteil so einer Facebook-Gruppe (Aktualisierungen ganz zeitnah und ohne Abfall) sind nicht von der Hand zu weisen, dennoch finde ich es schade, dass man auf diesem Weg sicherlich auch viele interessierte Nicht-Facebook-Nutzer ausschließt.

Nachtrag 13.11.2017: Bereits am Abend nach Erscheinen dieses Beitrags hat Milena Glimbowski eine Liste mit Literaturtipps in der Facebook-Gruppe „Ohne Wenn und Abfall“ veröffentlicht. Toll, wenn Autorinnen Anregungen so schnell umsetzen!!

Ein Fazit

Milena Glimbowskis Buch hat mich unterhalten (sie schreibt halt, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, und das gefällt mir), mir Anregungen geliefert und mich bisweilen sehr nachdenklich werden lassen. Und das ist alles, was für mich ein gutes Buch ausmacht.

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