Der Alltag
Schreibe einen Kommentar

Zum Teufel mit diesem Schubladendenken!

Ich erwische mich immer wieder. Beim Schubladendenken! Obwohl ich es doch besser wissen müsste, gehen auch meine imaginären Schubladen auf, wenn ich auf neue Menschen treffe. Anstatt demjenigen urteilsfrei und möglichst objektiv zu begegnen, sie oder ihn erst einmal kennenzulernen, habe ich die Person bereits nach kürzester Zeit in einem meiner Fächer versenkt. Überraschung ausgeschlossen.

Aber warum mache ich das bloß? Vermutlich fühle ich mich dann irgendwie sicherer, schließlich weiß ich ja je nach Schublade, wie ich mich verhalten soll, was ich bei Gesprächen erwidern kann. Das ist so schön einfach, denn jeder Mensch verhält sich seiner Schublade entsprechend. So mag ich das. Die Guten sind gut, die Bösen böse, die Rechten rechts und die Linken links. Dabei vergesse ich, dass auch ich bei meinem Gegenüber vermutlich in einer Schublade gelandet bin. Und so verhalten wir uns am Ende beide wie Marionetten, an unsichtbaren Fäden von den Erwartungen anderer geführt. Alle unsere Annahmen werden bestätigt, kein Grund also, die eigene Schublade zu verlassen und bei den anderen vorbeizuschauen.

Doch! Das Schöne an uns Menschen ist eben genau diese Vielfalt. Niemand gehört nur in eine Schublade, wir alle haben Berührungspunkte, Gemeinsamkeiten. Und diese sollten wir unbedingt herausfinden, damit aus den vielen Schubladen ein großes WIR wird.

Dieses Video eines dänischen TV-Senders zeigt das Phänomen Schubladendenken sehr anschaulich.

Foto: CC0 Pexels/Pixabay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.