Buch und Web, Lesen
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Ich bin ein offenes Buch

Jemand hat einmal zu mir gesagt, dass man mich anhand meiner gelesenen Bücher – von denen ich auch oft Fotos in den Sozialen Netzwerken teile – wie ein offenes Buch lesen könne. Sollte das Sprichtwort „Zeige mir, was du liest, und ich sage dir, wer du bist.“ also tatsächlich auf mich zutreffen?

Mein treuer Freund, das geschriebene Wort

Ich habe aus meinem Herzen noch nie eine Mördergrube gemacht. Ich äußere mich offen und ehrlich zu vielen Themen, die mich augenblicklich bewegen und die ich für wichtig halte. In all diesen Momenten steht mir stets das geschriebene Wort in Form von Büchern, Artikeln in Zeitungen und Zeitschriften, Blogbeiträgen gedruckt oder digital zur Seite.

Egal ob es um die Bewirtschaftung eines Biogartens geht, das Erziehen des pubertierenden Nachwuchses oder die großen (gesellschafts-)politischen Fragen unserer Zeit, zunächst begebe ich mich im Netz auf die Suche nach Beiträgen zur Sache, hole mir dort oft Buchempfehlungen ab und lese. Dabei sehe ich meine Meinung ein ums andere Mal bestätigt oder um Aspekte ergänzt. Hin und wieder werde ich auch eines Besseren belehrt. Aber immer lerne ich dazu, verlasse meine Komfortzone und blicke weit über meinen Tellerrand hinweg. Und genau das ist es, was Lesen für mich ausmacht.

Midlife-Crisis? Was ’nen Schmarrn!

Wer meinen derzeitigen Lesestapel mit Titeln wie „Anders leben“, „Die Kunst ein kreatives Leben zu führen“, „Achtsamkeit“ oder „Resilienz“ und dazu mein Lebensalter betrachtet, könnte – frei nach obigem Sprichwort – auf die Idee kommen, dass da jemand in der viel zitierten Midlife-Crisis steckt. Auch jetzt wende ich mich gerne dem geschriebenen Wort zu und schaue, was das Netz zum Wort Krise ausspuckt.

Auf der Duden-Webseite heißt es dazu: schwierige Lage, Situation, Zeit [die den Höhe- und Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt]; Schwierigkeit, kritische Situation; Zeit der Gefährdung, des Gefährdetseins.

OK, können wir die Midlife-Crisis also getrost als nicht zutreffend abhaken. Wobei ich derzeit durchaus eine Zeit des Gefährdetseins durchmache. Ich bin nämlich stark gefährdet, mein Leben ein wenig umzukrempeln und vielleicht bietet sich die Lebensmitte für solche Schritte einfach an. Die Kinder sind aus dem Gröbsten heraus, hinter mein Haus, mein Auto, mein Garten kann ich getrost einen Haken machen, die Zeit ist also reif, das (Arbeits-)Leben auf den Prüfstand zu stellen. Wie gut also, dass mir mein guter, alter Freund auch hierbei zur Seite steht.

Vier der zuletzt gelesenen Titel möchte ich hierbei besonders hervorheben, weil sie mir außerordentlich viele Denkanstöße geliefert haben.

Zunächst ist da die Psychologie Heute compact „Anders leben“, deren Artikel ich alle gelesen habe und das sogar schon zweimal, um auch wirklich nichts zu überlesen. Übrigens ein Heft mit vielen weiteren Literaturempfehlungen.

Zu Frank Berzbachs „Die Kunst ein kreatives Leben zu führen“ verweise ich euch gerne auf meinen bereits geschriebenen Blogbeitrag „Alles hat seine Zeit … auch manche Bücher“, in dem ich zudem erkläre, wieso sich auch häufig religiöse Titel unter meinen Büchern finden lassen.

Auch Berzbachs aktuelles Werk „Formbewusstsein“ habe ich sehr gerne und interessiert gelesen. Vor allem der Satz „Form und Inhalt sind jetzt Freunde“ – Textzeile einer Visitenkarte, die der Autor zitiert – hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt.

Und last but not least habe ich für „Meine spirituelle Autobiographie“ des Dalai Lama nahezu einen kompletten Satz an Haftzetteln benötigt, weil mich seine Worte und seine Weitsicht stets aufs Neue beeindrucken.

Und nun?

Manche Veränderung wird in der nächsten Zeit bei mir Einzug halten, manche liebgewonnene Gewohnheit zeitlich ausgedehnt werden, anderes wird rigoros ausgemistet. Ich werde also fleißig daran arbeiten, dass Form und Inhalt Freunde werden. Und ich werde weiterhin viel lesen.

Was sagte oben erwähnter Freund nochmal über mich? Genau, ich bin ein offenes Buch … und werde berichten.

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