Flüchtlingshilfe
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Infoabend zur Flüchtlingssituation in Solingen

Harmonisch ging es gestern Abend in der Ohligser Festhalle zu. Der neue Oberbürgermeister hatte Interessierte aus ganz Solingen und die Ohligser im Speziellen eingeladen, sich über die aktuelle Flüchtlingssituation in der Klingenstadt und den Bezug des ehemaligen Schwimmbads Sauerbreystraße zu informieren. Über 300 Menschen waren diesem Ruf gefolgt.

Anders als bei der letzten Veranstaltung Ende September im Humboldtgymnasium, die damals über die Errichtung des Henry-Dunant-Dorfs informierte und aufgrund schlechter Organisation viel Raum für Stimmungsmache bot, ließ man dieses Mal nichts „anbrennen“. Schon vor der von Julitta Münch moderierten Veranstaltung wurde auf dem auf allen Plätzen ausliegenden Ablaufplan auch auf die bei Fragen aus dem Publikum geltenden „Spielregeln“ hingewiesen. Die Rückseite des Zettels bot zudem Platz, Sorgen, Kritik und Angebote zu notieren. Dieser konnte im Anschluss an die Veranstaltung in eine Box geworfen werden. Gute Voraussetzungen also für die aus dem WDR bekannte Moderatorin, die beherzt den Abend moderierte, Menschen und Initiativen vorstellte und diese auch gleich gewinnbringend zusammenbrachte.

Das Ehrenamt stand an diesem Abend sichtbar im Vordergrund. Die kommunale Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Schwimmbad an der Sauerbreystraße, in die bis zu 117 Menschen einziehen werden und das für die Landeszuweisungen fertig gestellte Henry-Dunant-Dorf am Monhofer Feld wurden lediglich kurz gestreift. Für manch einen im Saal sicher zu kurz. Hier bleibt zu wünschen, dass die auf den ausliegenden Zetteln gestellten Fragen oder die angebrachte Kritik zeitnah öffentlich – im Print aber beispielsweise auch auf einer Webseite der Stadt – beantwortet werden.

Als Ehrenamtler habe ich mich gestern Abend – besonders nach meinen negativen Erfahrungen der letzten Veranstaltung – über die positive Stimmung und über die Wertschätzung, die uns seitens der Stadt entgegengebracht wurde, gefreut. Trotzdem wäre vielleicht gerade die zustimmende Atmosphäre ein guter Ausgangspunkt gewesen, um noch mehr kritische Fragen zu beantworten und Vorurteile auszuhebeln.

Nichts desto trotz hat sich das Team um Oberbürgermeister Tim Kurzbach mehr als gut „geschlagen“ und so fand der Abend mit dem von der siebzehnjährigen Anna Mächel vorgetragenen Poetry-Slam, den die Schülerin der Schwertstraße bereits zur Feierstunde anlässlich der vor 77 Jahren stattgefundenen Reichspogromnacht vorgetragen hatte, einen guten aber auch nachdenklich stimmenden Abschluss.

poetryslam

© Anna Mächel

 

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