Flüchtlingshilfe, Heimat
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Patenfamilien für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gesucht!

Laut einem Artikel der Welt könnten dieses Jahr bis zu 30.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Eine unglaubliche Zahl und eine ebenso unglaubliche Herausforderung für die Jugendämter, die für die Inobhutnahme der Jugendlichen zuständig sind.

Am 1. November tritt zudem das geänderte Kinder- und Jugendhilfegesetz in Kraft, dass die Minderjährigen wie bereits die Erwachsenen zuvor nach dem Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer verteilt. Das bedeutet zum einen natürlich eine Entlastung der Großstädte, die die Kinder und Jugendlichen zum Teil in Hotels unterbringen müssen, zum anderen aber auch eine Herausforderung für die etwa 600 Jugendämter im Land, die in den meisten Fällen den Amtsvormund stellen.

Zur Zeit leben 36 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Solingen, einige von ihnen in der Clearinggruppe des Jugendheims Halfeshof. 95 % der Minderjährigen sind Jungen, die mit der Hoffnung auf ein besseres Leben von ihren Eltern auf den lebensgefährlichen Weg nach Europa geschickt wurden.

Hier angekommen, übernimmt das Jugendamt vor Ort ihre Betreuung. In einer Clearingphase, die zwischen 3 bis 6 Monaten dauert, werden verschiedenste Fragen (Herkunft, Alter, Gesundheitszustand, Traumata, eventuelle Familienangehörige) geklärt, bevor dann entschieden wird, ob der minderjährige Flüchtling in einem Heim, im betreuten Einzelwohnen oder eben in einer Pflegefamilie untergebracht wird. Gerne spricht man in diesem Zusammenhang von einer Patenfamilie und nicht von einer Pflegefamilie, da es sich bei den Minderjährigen meist um Jugendliche und nicht um kleine Kinder handelt.

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Aus dem Flyer „Patenfamilien für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gesucht!“ – Stadt Solingen/Stadtdienst Jugend

Bei einer Patenfamilie steht also eher die Begleitung in ein selbstständiges Leben als die Erziehung im Vordergrund. Die Patenfamilie unterstützt den Jugendlichen beispielsweise auch in Bildung und Ausbildung.

Dass dies kein leichtes Unterfangen wird, ist klar, schließlich sind etwa 80 % der jungen Flüchtlinge traumatisiert und benötigen oft psychologische Unterstützung.

Nichts desto trotz kann eine solche Patenschaft durchaus bereichernd sein, für beide Seiten. Zudem ist die mögliche Pflegefamilie nicht auf sich alleine gestellt und wird engmaschig vom Jugendamt und den Verbänden unterstützt.

Zunächst wird in Gesprächen die Eignung der potenziellen Pflegeeltern festgestellt. Es folgen Schulungen, ein erstes Kennenlernen beispielsweise bei gemeinsamen Aktivitäten und möglicherweise eine erste Übernachtung.

Weitere Informationen zu Eignung, Ablauf etc. geben für Solingen die folgenden Ansprechpartner, die ich dem Flyer „Patenfamilien für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gesucht!“ der Stadt Solingen entnommen habe.

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