Monate: August 2015

Flüchtlingshilfe – Status einer Möchtegernhelferin

Nach meiner sehr lohnenswerten und aufschlussreichen vierstündigen Einführungsschulung am vergangenen Samstag lautete der Titel dieses Blogbeitrags übrigens noch „FAQ Flüchtlingshilfe in Solingen“, schließlich hatte ich auf Facebook schon diverse Anfragen von Zeit- und Sachspendern erhalten, die sich ebenfalls gerne in der Flüchtlingshilfe engagieren möchten. Es lag deshalb nahe, in einem Beitrag gebündelt Antworten zu geben auf Fragen wie „Wo gebe ich Kleidung oder Hausrat ab“, „Was wird überhaupt benötigt?“, „Wo melde ich mich, wenn ich ein Zimmer für einen Asylsuchenden vermieten kann?“, „Welche Hilfe wird am meisten benötigt?“, „An wen wende ich mich am besten?“. Nichts leichter als das, dachte ich, schließlich hatte ich auf der Webseite der Stadt Solingen unter „Solinger helfen!“ bereits die Koordinierungsstelle für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe entdeckt, Kontakt aufgenommen und kurzfristig einen von rund zwanzig Plätzen in der Einführungsschulung erhalten. Ausgestattet mit neuen Informationen und Kontakten dachte ich, dass das weitere Zusammentragen von Informationen für den Blogbeitrag für mich ein Leichtes sein würde. Was für ein Trugschluss! Einige Telefonate und Mails später war ich zu der Erkenntnis gelangt, dass mein Blogbeitrag wohl …

Bis keine Träne mehr übrig war …

Ich habe geweint. Hemmungslos. Bis keine Träne mehr übrig war. Ich war immer schon recht nah am Wasser gebaut, aber gestern brachen irgendwie alle Dämme. Auslöser war der Film „The good lie“ über die „Lost Boys of Sudan„. Kaum zehn Minuten des Films waren vergangen, da waren ganze Familien ausgelöscht und eine Gruppe von sudanesischen Kindern auf der Flucht, die sie über 1.000 Kilometer zu Fuß und ohne Schuhe in ein kenianisches Flüchtlingslager führte. Dort lebten sie und  Tausende andere 13! Jahre lang bis sie in die USA ausreisen durften. Die Geschichte von Abital, Jeremiah, Mamere und Paul hat mich tief getroffen, zum einen sicherlich weil auch heute noch über 100.000 Flüchtlinge im kenianischen Flüchtlingslager Kakuma leben, zum anderen aber, weil wir einfach nur Ort und Zeit austauschen müssen, um im Hier und Jetzt ähnliche Zustände und Hoffnungslosigkeit in syrischen Flüchtlingslagern anzutreffen. Erst heute hat der 24-jährige Hubertus Koch in einer erschütternden Reportage darüber berichtet. Und was machen wir, wenn Flüchtlinge es schließlich doch raus aus dem Lager in deutsche Unterkünfte schaffen? Heißen wir sie …