Tag: 9. August 2015

Bis keine Träne mehr übrig war …

Ich habe geweint. Hemmungslos. Bis keine Träne mehr übrig war. Ich war immer schon recht nah am Wasser gebaut, aber gestern brachen irgendwie alle Dämme. Auslöser war der Film „The good lie“ über die „Lost Boys of Sudan„. Kaum zehn Minuten des Films waren vergangen, da waren ganze Familien ausgelöscht und eine Gruppe von sudanesischen Kindern auf der Flucht, die sie über 1.000 Kilometer zu Fuß und ohne Schuhe in ein kenianisches Flüchtlingslager führte. Dort lebten sie und  Tausende andere 13! Jahre lang bis sie in die USA ausreisen durften. Die Geschichte von Abital, Jeremiah, Mamere und Paul hat mich tief getroffen, zum einen sicherlich weil auch heute noch über 100.000 Flüchtlinge im kenianischen Flüchtlingslager Kakuma leben, zum anderen aber, weil wir einfach nur Ort und Zeit austauschen müssen, um im Hier und Jetzt ähnliche Zustände und Hoffnungslosigkeit in syrischen Flüchtlingslagern anzutreffen. Erst heute hat der 24-jährige Hubertus Koch in einer erschütternden Reportage darüber berichtet. Und was machen wir, wenn Flüchtlinge es schließlich doch raus aus dem Lager in deutsche Unterkünfte schaffen? Heißen wir sie …