Tag: 22. Mai 2015

Hilfsaktionen in Zeiten digitaler Medien

Das Netz (und damit meine ich das Internet mit all seinen sozialen Netzwerken) ist schnell. Gute und schlechte Nachrichten, Aufrufe für Hilfsaktionen aber auch sogenannte Shitstorms verbreiten sich binnen kürzester Zeit, besonders dann wenn sogenannte Influencer (Menschen mit großer digitaler Reichweite) an den Aktionen beteiligt sind. Dass das soziale Lauffeuer, richtig genutzt, viel Gutes bewirken kann, stelle ich nicht in Abrede. Allerdings fühle ich mich von ihm bisweilen in die Ecke gedrängt, teils bin ich überfordert, manchmal würde ich gerne wegsehen können. Egal ob Bootsflüchtlinge, Erdbebenopfer, in Not geratene Menschen, von allen Seiten strömen Eindrücke und Hilferufe auf mich ein, die ich für mich erst einmal sortieren muss. Wo wird die Hilfe am dringendsten benötigt? Kann ich vielleicht viel besser in meiner unmittelbaren Umgebung helfen? Wer steckt hinter der Organisation? Kommt meine Unterstützung überhaupt an? Und selbst, wenn alle Fragen hinlänglich beantwortet sind, obliegt mir die Entscheidung, wo und wie ich helfe, denn auch meine menschlichen wie finanziellen Kapazitäten sind begrenzt. Dass ich trotz guter Vernetzung nicht jeden Hilfeaufruf und jedes digitale Kopfschütteln teile, liegt …