Monate: Mai 2015

… doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

Manchmal stehst du vor einem Thema und überlegst, ob und wie du dich dazu äußern sollst. Die Frage nach dem „ob“ ist bei fast jedem Blogbeitrag gegenwärtig. Interessiert es die Menschen, was du zu sagen hast? Ist das Thema nicht schon in unzähligen redaktionellen Beiträgen mehr als ausreichend besprochen worden? – Meist beantworte ich diese Fragen mit „ist mir doch egal!“. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich mich zu einem Thema äußern will, weil es mir beispielsweise Unbehagen bereitet oder weil ich einen klaren Standpunkt beziehen will, dann tue ich das. Meist steht eher das „wie“ zwischen mir und einem Blogbeitrag. Oft habe ich einen zu hohen Anspruch, will zu tief recherchieren, was an sich ja nicht schlecht ist, bei mir aber meist zu Aufschub und letztlich zum Verwerfen von Blogbeiträgen führt. Das Thema meines heutigen Blogbeitrags ist aber zu wichtig, um aufgeschoben oder gar verworfen zu werden und deshalb blogge ich heute, ohne grundlegende Recherche einfach aus dem Bauch heraus  oder besser gesagt direkt aus meinem Herzen.

Von Gräfrath in die Kohlfurth

Die vierte Etappe des Solinger Klingenpfads (in der Freizeitkarte als Etappe 1 angegeben) windet sich in „eigentlich“ 6 km von der höchsten Stelle Solingens hinab zur Wupper in der Kohlfurth. Auf das „eigentlich“ komme ich später zurück. 😉 Diese Strecke war die bislang anspruchsvollste und einsamste (aber auch die mit den besten Ausblicken) und ich war deshalb sehr froh, auch dieses Teilstück in Begleitung zu gehen. Vom historischen Marktplatz geht es zunächst die große Treppe hinauf, vorbei an Klosterkirche und Deutschem Klingenmuseum hinein in den Gräfrather Stadtwald. Auf der linken Seite passiert man den Tierpark Fauna bis man schließlich den höchsten Punkt Solingens (276 m über NN) am Lichtturm erreicht. Wer nun glaubt von hier könne es ja nur bergab gehen, der hat sich getäuscht. Der Klingenpfad führt auf sehr gewundenen Wegen durch die Wupperberge hinab zur Wupper. Zum einen findet man breite, seicht abfallende Pfade, auf denen man locker auch zu viert nebeneinander laufen könnte, zum anderen kann man bisweilen nur von Trampelpfaden sprechen, die sich sogar plötzlich wieder den Berg nach oben schlängeln. …

Vom Engelsberger Hof bis nach Gräfrath

Am Pfingstsamstag startete ich mein Projekt „Klingenpfad“, über die Idee dahinter und meine erste Etappe berichte ich hier. Wie gut, dass das Wetter und die Familie mitspielten, denn so konnte ich am langen Pfingstwochenende gleich noch zwei weitere Etappen in Angriff nehmen. Klingenpfad – Teil 2 Unsere zweite Etappe (in der Freizeitkarte als Etappe 8 angegeben) führte meinen mittleren Sohn und mich vom Engelsberger Hof in der Ohligser Heide zur Heidberger Mühle im Ittertal. Startpunkt der 8 km langen Wanderung war der Wanderparkplatz in der Ohligser Heide. Der gut ausgeschilderte Weg führte uns zunächst ein Stück durch die Heidelandschaft, vorbei am Freibad. Am Hermann-Löns-Weg verließen wir das Waldgebiet. Ab hier ging es eine Weile an wenig befahrenen Straßen durchs Ohligser Unterland bevor wir am Ende der Lübecker Straße das Lochbachtal erreichten. Dieses überquerten wir jedoch nur, liefen durch die Hofschaften Maubes und Wilzhaus und erreichten kurz hinter dem Caspersbroicher Schloss das Ittertal. Entlang der Itter, die hier gleichzeitig Stadtgrenze zur Nachbarstadt Haan ist, schlängelte sich der zum Teil recht schmale Weg bis hin zum Ausflugslokal …

Unterwegs auf dem Solinger Klingenpfad

Seit meiner Geburt lebe ich in Solingen, auch bekannt als „Klingenstadt“. Diesen Namenszusatz darf meine Heimatstadt seit März 2012 auch offiziell zum Ortsnamen führen. Der Städtename „Solingen“ selbst ist zugleich geschütztes Markenzeichen für Qualtitäts-Schneidwaren. Neben scharfen Klingen hat meine Heimat, die im Bergischen Land liegt und das Rheinland zwischen Köln und Düsseldorf berührt, eine durchaus schöne Lage zu bieten. Im Süden und Osten bildet die Wupper die natürliche Grenze zu den Nachbarstädten. Und auch sonst ist Solingen von vielen kleinen, bewaldeten Bachtälern wie beispielsweise dem Ittertal, dem Lochbachtal oder dem Viehbachtal, um nur drei zu nennen, durchzogen. Kein Wunder also, dass dort Anfang des 19. Jahrhunderts zahlreiche wasserradbetriebene Schleifkotten entstanden. Aber zurück zur Natur. Ein rund 400 km langes Wegenetz erstreckt sich über das gesamte Stadtgebiet, das wiederum knappe 90 Quadratkilometer misst. Der berühmteste Wanderweg Solingens ist der Klingenpfad, der auch über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist. In den dreißiger Jahren angelegt führt der Wanderweg mit einer Gesamtlänge von 75 Kilometern einmal um das Solinger Stadtgebiet, vorbei an alten Kotten und Hofschaften, durch die …

Hilfsaktionen in Zeiten digitaler Medien

Das Netz (und damit meine ich das Internet mit all seinen sozialen Netzwerken) ist schnell. Gute und schlechte Nachrichten, Aufrufe für Hilfsaktionen aber auch sogenannte Shitstorms verbreiten sich binnen kürzester Zeit, besonders dann wenn sogenannte Influencer (Menschen mit großer digitaler Reichweite) an den Aktionen beteiligt sind. Dass das soziale Lauffeuer, richtig genutzt, viel Gutes bewirken kann, stelle ich nicht in Abrede. Allerdings fühle ich mich von ihm bisweilen in die Ecke gedrängt, teils bin ich überfordert, manchmal würde ich gerne wegsehen können. Egal ob Bootsflüchtlinge, Erdbebenopfer, in Not geratene Menschen, von allen Seiten strömen Eindrücke und Hilferufe auf mich ein, die ich für mich erst einmal sortieren muss. Wo wird die Hilfe am dringendsten benötigt? Kann ich vielleicht viel besser in meiner unmittelbaren Umgebung helfen? Wer steckt hinter der Organisation? Kommt meine Unterstützung überhaupt an? Und selbst, wenn alle Fragen hinlänglich beantwortet sind, obliegt mir die Entscheidung, wo und wie ich helfe, denn auch meine menschlichen wie finanziellen Kapazitäten sind begrenzt. Dass ich trotz guter Vernetzung nicht jeden Hilfeaufruf und jedes digitale Kopfschütteln teile, liegt …