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Mit Mirjam durch das Ruhrgebiet der 80er

crazydogsIch weiß, dass man man ein Buch niemals nach seinen Äußerlichkeiten beurteilten sollte, trotzdem verliebte ich mich schon in der Buchhandlung in das tolle Cover und den roten Buchschnitt des Jugendromans „Crazy Dogs“.

Die Autorin Brigitte Werner lässt ihre Hauptfigur Mirjam erzählen und katapultiert so den Leser von der ersten Seite an in ihr turbulentes Teenieleben. Dass auf den nächsten knapp 500 Seiten jedoch auch Dramatisches geschehen wird, lässt der Prolog bereits vermuten.

Wer nun eine seichte Teeniegeschichte erwartet, der liegt völlig falsch, denn Mirjam ist eine ganz wunderbare Erzählerin. Mit detailreichen Beschreibungen erweckt sie das Buch zum Leben und zaubert dem Leser mit ihrem Sprachwitz ein Lächeln ins Gesicht. Dass die Autorin ihren Roman dann auch noch zu Zeiten von Kassetten, Volkszählung und Kaltem Krieg in den 80er Jahren spielen lässt, ließ mich als Kind der 70er Jahre beglückt weiterlesen, erinnerte mich doch so vieles an meine eigene Jugendzeit.

Da Mirjam im Ruhrgebiet lebt, ist ihre Geschichte aber gleichzeitig auch eine Liebeserklärung an den „Pott“ mit all seinen Facetten, schrägen Vögeln und seiner eigenen Sprache. Dass der im Buch verwendete Ruhrgebietsslang sehr authentisch wirkt, liegt sicherlich auch daran, dass die Autorin Brigitte Werner dort lebt und arbeitet.

Wenn man 46 Kapitel und 5 Lebensjahre lang einen Menschen durch eine Geschichte hindurch begleitet, mit ihm lacht und weint und im Innersten berührt ist, dann hat man wohl ein neues Lieblingsbuch entdeckt.

Bibliographie:

Brigitte Werner
Crazy Dogs

Verlag Freies Geistesleben
ISBN 978-3-7725-2648-0
ab 14

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