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Krautreporter? – Ja, verdammt!

krautreporter*

 

Als das Wort #Krautreporter Mitte Mai durch Twitter zu geistern begann, war ich spontan erst einmal begeistert. Da wollen also 25 Reporter unabhängigen, werbefreien, „echten“ Journalismus machen, ohne sich von einem Medienunternehmen, das WIE, WANN und WO vorschreiben zu lassen?! – Klasse, dafür braucht es Mut aber eben auch Geld, das die Krautreporter per Crowdfunding sammeln wollen. Einen Monat geben sie sich Zeit, um die erforderlichen 15.000 Abonnenten ins Boot zu holen, die bereit sind, sich mit einem monatlichen Abo von 5 Euro auf ein Jahr zu binden. Dann mal ran, dachte ich.

Und normalerweise höre ich auch immer auf meinen Bauch, meist schneller als auf meinen Kopf, der leise ein „60 Euro? Weißt du überhaupt, was du dafür bekommst?!“ vor sich hinmurmelte. Unglücklicherweise zückte ich meine Kreditkarte nicht gleich, und so geriet meine Teilnahme erst einmal ins Stocken und wäre auch fast gescheitert, aber eben nur fast. Denn kurz nach dem Start des Crowdfunding, nach den ersten Begeisterungsstürmen, machten sich erste kritische Stimmen breit. Es wird über das Ungleichgewicht der Geschlechter in der Redaktion gemeckert,  darüber, dass wenig von der Begeisterung der Krautreporter selbst zu spüren sei. Und schließlich müssen sich die Krautreporter auch die Kritik gefallen lassen, nicht ordentlich auf Kritik vorbereitet gewesen zu sein.

Um mein Zaudern nicht noch zu vergrößern – wie gesagt, mein Bauch hatte ja eigentlich schon JA gesagt – habe ich nur wenige kritische Beiträge gelesen und witzigerweise waren es Beiträge von Menschen, die ihre Kreditkarte schon längst gezückt hatten – also sozusagen von Krautreporter-ja-aber-Unterstützern. Gern weise ich auf die lesenswerten Beiträge von Dirk von Gehlen „Mein Geld, meine Hoffnung für Krautreporter“ oder auch Thomas Knüwer „Krautreporter! Verdammte Hacke, begeistert Euch!“ hin. Aber letztlich sollte dann doch dieser Beitrag von Martin Weigert „Krautreporter: Über die Kraft einer positiven Sogwirkung und wie verfrühte Kritik sie verhindert“ den Ausschlag pro Krautreporter geben, denn „Ja, verdammt!“, wenn man etwas Neues, Innovatives ausprobiert, dann kann nicht von Anfang an alles rund laufen. Aber Nachbesserungen sind doch gerade bei so einem Projekt viel einfacher zu stemmen als beispielsweise bei einem alteingesessenen Das-haben-wir-schon-immer-so-gemacht-Unternehmen.

Also lassen wir sie – wenn wir die 15.000 Unterstützer zusammen bekommen – doch erst einmal machen. Wir sprechen hier von lächerlichen 5 Euro pro Monat, die ich auch schnell für irgendeinen Quatsch ausgegeben habe. Hier sind sie gut investiert!

Als Unterstützer 6285 rufe ich euch also zu: „Krautreporter? – Ja, verdammt!“

* Eine kleine Anmerkung noch: (Fast) jede Konferenz, jedes Barcamp und viele Crowdfunding-Projekte bieten Banner und Logos an, um auf diese aufmerksam zu machen oder eben ein Zeichen zu setzen „Hey, ich bin dabei!“. Das hat mir bei euch gefehlt, weshalb ich mich einfach auf eurer Seite bedient habe. – Das Logo ist also © Krautreporter!

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