Das Netz, Digitales Leben
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Das Blogger-DU oder Sie können mich ruhig siezen!

Wer mich kennt weiß, dass ich ein quirliger, aufgeschlossener Mensch bin, der gerne auf Unbekannte zugeht und sowohl im realen Leben wie auch im Netz schnell Anschluss findet. Dabei fällt mir immer wieder auf, wie schnell ich in sozialen Netzwerken zum DU greife, obwohl ich das in natura anders handhaben würde. Allerdings vermeide ich auch meist in ersten Facebook-Posts oder Tweets eine eindeutige Ansprache, um auszuloten, ob ich mein Gegenüber besser duze oder sieze. Ihr seht also, ich bin wirklich eher der kumpelhafte Du-Typ.

Was ich aber auf den Tod nicht ausstehen kann, ist das Blogger-Du. Wer um alles in der Welt ist auf die Idee gekommen, dass man Blogger in Anschreiben** plump duzen darf? Regelmäßig erreichen mich bezüglich meines Blogs Anfragen per Email, in denen ich ausschließlich geduzt werde, obwohl ich vorher noch nie etwas vom Absender gehört habe. In nahezu gleichlautenden Anfragen meine Webseite Buecherkinder.de betreffend werde ich hingegen durchgängig gesiezt.

Wie kann das sein? Kommen alle Blogger per se erst einmal in die Nerd-Schublade? Schreibt man das Bloggen eher jungen Menschen zu und meint, dort mit einem kumpelhaften DU besser anzukommen? Im Duden heißt es u.a. zum Thema „Duzen oder Siezen“: […] Von wirklich schlechten Manieren zeugt es allerdings, […] wenn Angehörige bestimmter Berufsgruppen grundsätzlich geduzt werden. Und so sehe ich das auch! Bloggen ist schon lange keine Randerscheinung mehr und neben zahlreichen lesenswerten Hobby-Blogs gibt es mittlerweile auch nicht wenige hauptberufliche Blogger,  und uns alle sollte man eben nicht grundsätzlich duzen.

Übrigens bin ich nicht die Einzige, die sich zum Thema „Blogger-DU“ ihr Gedanken macht. Erst letztens kommentierte ich einen Tweet zum eMarketing Barcamp #embc14, der sich mit der Ansprache von Bloggern beschäftigte. Leider konnte ich anschließend die Quintessenz der Diskussion nirgends ausmachen.

Unbenannt-2Eure Meinung zum Thema würde mich übrigens brennend interessieren!

** Zum besseren Verständnis möchte ich Folgendes noch einfügen: Mit „in Anschreiben“ meine ich die professionelle, geschäftliche Ansprache von Bloggern.
Danke an Ute und Mike für den Hinweis.

 

31 Kommentare

  1. Anke sagt

    Hm, Ich finde, es kommt auf den Ton an. Eine freundliche Nachricht kann höflich und respektvoll sein, auch mit einem „Du“. Im englischen Sprachraum geht es ja auch. Für mich ist das „Sie“ ein unnötiges Relikt. Ich brauche es nicht.

    • Vollkommen legitim, wenn Du das auch so klar stellst. Nur das macht nicht jeder so. Im Zweifelsfall hilft halt das Siezen, welches zwar eine Mauer aufbaut, aber bekanntlich auch zum Mauerfall einlädt. 🙂

    • Stefanie Leo sagt

      Da stimme ich dir (und ja, ich duze dich, weil ich dich kenne 😉 ) ja auch fast zu. Aber hier geht es ja um eine angebotene Zusammenarbeit. Hier will jemand völlig Fremdes eine Dienstleistung von mir. Verbunden damit wäre vermutlich auch ein Vertrag (ob ich im Vertragstext wohl auch geduzt würde?). Wieso sollte ich mich auf dieser Ebene duzen lassen? Nein, für mich hat das auch mit Respekt zu tun.

  2. Ja, definitiv #fullack. Wenn man sich persönlich kennt, und schon über das Siezen hinaus eine Beziehung gereift ist, darf man sich gerne per Du schreiben. Sollten gänzlich unbekannte Menschen die zwischenmenschliche Kommunikation wagen, empfehle ich immer noch das höfliche und formelle Anschreiben auf Basis eines „Sehr geehrte/r Herr/Frau NACHNAME“, hilfsweise das „Hallo Herr/Frau NACHNAME“. Ein „Hey VORNAME“ oder „Hallo VORNAME“ kommt gar nicht gut an. Sobald man den deutschsprachigen Raum ins Englische wechselt, darf und sollte man sich gerne auch mit „Hi VORNAME“ anreden, wenn zumindest der initiale Empfänger dies in seinen Antworten anbietet – oder wenn von einem Hierarchiegefälle auszugehen ist. Bei Influencer Relations und Blogger Relations liegt die Hierarchie immer beim Influencer/Blogger eine Stufe höher als bei jedwedem Marketer und PRler. Daher… 🙂

    • Wenn’s um Geschäftliches geht, klar. Aber das geht aus dem Text da oben erstmal nicht hervor, und dies hier ist ja ein Privatblog. Da würde ich auch erstmal das Du nutzen.

      • Stimmt, rein aus dem Artikel geht es nicht hervor, aber der referenzierte Kontext des eMarketingCamp 2014 in Krefeld bezieht sich auf die von mir abgehaltene Session zum Thema „Influencer Relations“ bzw. „Blogger Relations“, also die professionelle, geschäftliche Ansprache von Bloggern. Würde gewiss der Klärung helfen, wenn Stefanie das im Artikel noch einmal hervorhebt…? 😉

  3. Ich sehe das ähnlche wie Anke. Für mich ist das „Sie“ auch zu einem unnötigen Relikt geworden.
    Wäre ich in meinem Beruf nicht dazu gezwungen das „Sie“ zu benutzen, dann würde ich auch da eher zum „Du“ greifen.

    Bei mir hat es nichts mit Respektlosigkeit zu tun, wenn ich jemanden duze, sondern mit meiner Einstellung dazu. Ich bringe grundsätzlich erstmal jedem meiner Gegenüber Respekt entgegen.

    Ich kann aber absolut verstehen und natürlich auch akzeptieren, dass es Menschen gibt, die das eben nicht so handhaben wie ich.
    Und ich bin ganz ehrlich, hier im Internet duze ich automatisch auch jeden, außer ich habe vernommen, dass die Person lieber gesiezt werden möchte.
    Zum einen liegt das bei mir an der oben genannten Einstellung dazu und zum anderen finde ich bringt das Internet Generationen zueinander, die im realen Leben oftmals nicht viel miteinander zutun haben würden und da finde ich persönlich ein „Du“ einfach angebrachter. 🙂

    • Stefanie Leo sagt

      Wie ich schon sagte, auch ich fühle mich eher als der DU-Typ. Für mich ist es auch selbstverständlich, dass auf Barcamps oder Konferenzen wie zum Beispiel die re:publica geduzt wird. Käme mir auch sehr alt vor, dort plötzlich gesiezt zu werden.
      Ich glaube es hat einfach damit zu tun, dass es sich bei den Mails um mögliches geschäftliches Miteinander handelt, also grob gesagt um geschäftliche Korrespondenz. Da gehört es sich, sich vorab ein Bild des anderen zu machen und ggf. auch in seine Vita zu schauen. Zudem ist eben wirklich ein Unterschied zwischen den Anschreiben an Stefanie Leo, Bloggerin zu Stefanie Leo, Webseitenbetreiberin auszumachen und das finde ich mehr als befremdlich.

      • Bei geschäftlichen Beziehungen würde ich (und bin ich auch schon) über ein „Sie“ gestolpert, würde aber vermutlich auch eher zum „Sie“ greifen, wenn ich jemanden geschäftsmäßig anschreibe.
        Wie gesagt, da kann ich es sehr gut nachvollziehen. 🙂

  4. Hm. Ich habe im Jahr 2000 mit dem Bloggen angefangen, da war jede Seite noch von Hand formatiert. Damals waren Blogs och eine Randerscheinung im Web und die Mitglieder dieser kleinen Gruppe haben sich automatisch geduzt. Und natürlich auch jeden, der neu dazu kam. Es war wie in einem Sportverein, wo man ja auch automatisch Du zueinander sagt.

    Seither hat sich diese Gruppe von Freizeitbloggern nicht nur wahnsinnig schnell vergrößert, sondern auch verändert: Inzwischen wird in der Tat viel beruflich gebloggt, ja. Aber in den allermeisten Fällen duze ich auch heute noch den Blogbesitzer, wenn ich ihn kontaktiere. Weil das eben noch Usus aus den Anfangszeiten ist und ich davon ausgehe, dass der Neuling damit einverstanden ist. Es sei denn, der Autor siezt seine Leser in seinen Texten selbst, wie z.B. „Frau Mutti“. Dann ist ja automatisch klar, dass ihm das lieber ist. Es fühlt sich aber dennoch extrem seltsam an.

    • Stefanie Leo sagt

      Es geht mir auch nicht darum, wie wir Blogger miteinander verfahren, da ist ein DU auch völlig normal. Ich würde mich nie aufregen, wenn mich ein Blogger hier in den Kommentaren duzt. Ganz im Gegenteil, vermutlich würde ich über ein SIE sogar stolpern.
      Es geht wirklich um die Email-Korrespondenz (siehe Antwort auf Miriam).

      • Da schreibst du aber nur, dass da eine Anfrage an dich kam, über das Blog(!): „Was ich aber auf den Tod nicht ausstehen kann, ist das Blogger-Du. Wer um alles in der Welt ist auf die Idee gekommen, dass man Blogger in Anschreiben plump duzen darf? Regelmäßig erreichen mich bezüglich meines Blogs Anfragen per Email,“

        Dass es sich schon dabei um Geschäftliches handelt, geht aus deinem Ursprungstext mit keinem Wort hervor. Klar nimmt man da das „Sie“. Dein Text oben klingt aber so, als könntest du es auch als Privatblogger nicht leiden, geduzt zu werden – egal, worum es geht.

        • Stefanie Leo sagt

          OK, das war vielleicht nicht ganz klar ausgedrückt. Letztlich geht es um Mails von Personen, die ich nicht kenne und die aufgrund meiner Bloggertätigkeit etwas (vielleicht sogar nicht immer Geschäftliches) von mir wollen. Es geht also auch nicht um Kommentare im Blog. Hier würde ein SIE völlig fehl am Platz sein.

        • Stefanie Leo sagt

          Zum besseren Verständnis habe ich den Blogbeitrag etwas ergänzt. Danke für den Hinweis.

  5. Ich bin mir wirklich, wirklich unsicher.

    Viele betrachten mich mit gerade neu erklommen 21 Jahren vielleicht noch als Küken 😉

    Zu 90% werde ich in Anschreiben geduzt, bei den anderen 10% erscheint es mir komisch und unnatürlich.

    In meiner ersten Einsatzstelle beim Bundesfreiwilligendienst war Siezen Pflicht, während unsere beruflichen ‚Nachbarn‘ oben im Haus alle duzten. Es erschien mir bei der engen Zusammenarbeit eine unnötige Distanz aufzubauen.

    Auf meiner neuen Einsatzstelle wird grundlegend geduzt, das finde ich besser.

    Es mag daran liegen, dass ich mir beim Siezen manchmal schon so alt vorkomme, wenn im Drogerie-Markt bspw. ungefähr 13-jährige mit dem Sie kommen und ich denke:“Mensch, ich bin nicht so weit weg von euch. Das ist doch unnötig“

    Aber Klar, du sprachst vom fremden Kontakt.

    Wenn ich andersherum mir Unbekannte kontaktiere, käme ich nicht einmal auf die Idee eines Du’s!

    Generell scheine ich mich aber mit dem Du also wohler zu fühlen und es muss nicht unbedingt respektlos gemeint sein, auch wenn ich dich das verstehen kann – es tickt jede/r anders – doch ich nehme es niemanden krumm, ob er mich mit Du oder Sie anschreibt.
    Meine Mutter bspw. war immer empört, wenn jemand einfach duzte, das hatte in ihren Augen etwas mit mangelndem Respekt zu tun und wenn man es so aufgreift, sollte man sich ruhig beschweren dürfen.

    Ich empfinde es für mich einfach nicht so, es mag vielleicht doch auch an den Generationen liegen 😉

    Mehr fällt mir dazu jetzt auch nicht ein.

    Viele Grüße,

    Charlousie

    PS: ich glaube, in unseren Anfangsmails war ich auch einmal einfach zum Du übergegangen und hatte sehr wohl bemerkt, dass es dir zunächst nicht sooo schmeckte.
    Aber da konnte ich es auch nicht mehr rückgängig machen. 😉

    • Stefanie Leo sagt

      Kann mich an unsere Anfangsmails gar nicht mehr erinnern. Würde mich aber sogar wundern, wenn ich da auf ein SIE bestanden hätte.
      Mittlerweile unterschreibe ich alle Mails an die Kinder- und Jugendredaktion mit Steffi und duze euch ja alle. Hätte kein Problem, wenn dort zurückgeduzt würde. Aber die Jüngeren trauen sich das nicht 😉

  6. Hallo in die Runde,

    spannende Diskussion! Ich duze Leute auf Facebook oder Barcamps (oder würde das zB auch hier tun, obwohl ich Stefanie nicht kenne). Aus einem „we are social“-Gefühl heraus, einem „wir sind alle Blogger und machen was mit diesem Internet“.

    Was ich dagegen komisch finde, ist, wenn ich Post von Unternehmen oder Agenturen bekomme. Wenn die mich mit „Hallo Inga“ ansprechen, fühle ich mich in der Tat nicht gaaanz ernst genommen. Ich bin schließlich nicht mehr 23. Sondern 43. Und so möchte ich auch wahrgenommen werden, als „Unternehmerin“. Auch, wenn ich meine Leser duze. Aber Geschäftsbeziehungen sind etwas anderes…

    Herzliche Grüße
    Inga

  7. Daniela Pe sagt

    Ich kann nur versuchen, derartige Phänomene aus der Sicht der Sprachwissenschaft zu betrachten. In diesem Zusammenhang kann man sagen, dass neue Kommunikationsformen (wie eben Bloggern, aber auch Facebook, einst noch Chat, Sms usw.) neue Kommunikationskonventionen auch aushandeln (müssen).

    Die meisten Kommunikationsformen kommen aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum, wo bekanntlich zwischen Du und Sie nicht unterschieden wird. Darüber hinaus versucht sich die elektronische Kommunikation insgesamt von den „normalen“ (sprich offline) Kommunikation auch sprachlich auszugrenzen (Emoticon, Abkürzungen, syntaktische Ausnahmen usw.), um eine eigene Identität zu bekommen, und Identität druckt sich u.a. in Sprache aus (vor allem in der virtuellen Welt, wo man oft über das Geschriebene hinaus keine weiteren Identifikationsmerkmale hat).

    Die elektronische Kommunikation ist schnell (beinahe simultan), informell, „unabhängig“ (zumindest möchte sie so aussehen/so sein), unkompliziert, „frei“, also greift man auf Sprachroutinen, die diesem entsprechen („frei“/unabhängig von orthographischen Regeln, von Zeichensetzungsregeln, erfundene Abkürzungen usw.). Darunter fällt beinahe automatisch auch der Gebrauch sehr informeller Anredeformen, Grußwörter usw., deshalb auch das allgemeine „Du“ eben als Zeichen der Zugehörigkeit einer anderen, virtuellen Welt, wo andere Konventionen gelten.

    Die Tatsache, dass Fremde (nicht im Sinne von Unbekannten, sondern eben im Sinne von „Nicht-Bloggern“, also von „Fremden in der virtuellen Kommunikation) versuchen, diese „neue“ Konventionen zu verwenden, erklärt sich als der Versuch, dieser Welt zu gehören bzw. sich so zu „verkaufen“, als würde man dazugehören, genauso wie wenn Erwachsene mit Jugendlichen kommunizieren und dabei gewollt irgendein Jargon benutzen, um „jugendlich“ zu wirken. Es gibt noch keine allgemeingültigen Regeln, Blogger untereinander (eben weil untereinander) duzen sich („wir sind alle Blogger“, wir gehören dazu), Fremde versuchen, „nah zu wirken“, indem sie es auch tun, und werden gerade deshalb ausgestoßen. Wenn jemand in ein fremdes Land reist, versucht er auch die einheimische Sprache zu reden, und macht sich dabei im besten Fall lächerlich, vor allem wenn die „Grammatik“ dieser Sprache noch nicht fest kodifiziert ist.

    Ein harter Kampf, was gerade in der elektronischen Welt stattfindet, denn es werden Rollen und Positionen ausgehandelt. Aus der Sicht der Sprachwissenschaft ist es sehr spannend, wie sich die Kommunikation entwickeln wird…

    • Stefanie Leo sagt

      Vielen lieben Dank, Daniela, für diese sprachwissenschaftliche Betrachtung. Das ist wirklich ein spannendes Thema!

  8. Ach, nicht nur beim Bloggen… Ich arbeite z.Z. in einer Postbankfiliale und werde total oft von den Kunden geduzt. Ich bin generell ein offener Mensch, der auch gerne zum Du übergeht. Aber auf der Arbeit finde ich das wirklich unmöglich, ich bin immerhin schon 32 Jahre alt!!! Und ich sieze selbst Kunden, die gerade mal 18 sind. Am meisten ärgert mich aber, dass mein Anstand es mir verbietet, die Leute dann eben einfach zurückzuduzen. Ich sieze dann immer noch ganz freundlich – eigentlich doof von mir…

  9. Kurzfassung:
    Schriftlicher Erstkontakt. In der Regel „Sie“
    Sonst gerne: Suzen, Diezen.
    Ernsthaft. Heute eher „Du“. Hängt aber von der Community ab.

  10. Und mich stört auch das „Liebe Vorname Nachname, blablaba“. Wie findest du das denn? Also wie finden Sie das? Es ist vielleicht das geringste Übel, wenn derjenige, der uns anschreibt, möglichst wenige Empfänger vergrätzen will? Plumpes Duzen jedenfalls mag ich auch nicht, gerade im Kontext des mich Werbenden.

    Viele Grüsse, Christine

    • Stefanie Leo sagt

      Liebe Christine, gegen ein DU hier in meinen Kommentaren habe ich gar nichts einzuwenden 🙂
      Liebe Grüße, Steffi

  11. Interessantes Thema!
    Mir ist gestern gerade erst aufgefallen, dass ich in letzter Zeit generell mehr zum „Du“ neige. Das liegt vielleicht daran, dass 90% meiner Geschäftskorrespondenz auf Englisch laufen und ein „Dear [Vorname]“ da einfach Usus ist, über sämtliche akademischen Grade und Titel hinweg.
    Allerdings fange ich neuerdings auch an, wildfremde Menschen zu duzen, wenn ich den Eindruck habe, sie sind etwa gleichaltrig oder jünger. Höflich ist das sicher nicht, deswegen kam ich gestern darüber ins Grübeln, denn ich bin eigentlich ein sehr höflicher Mensch.
    Ich erhalte über meinen Blog auch viele Anfragen, die z.T. beruflich sind, und ja, mir stößt es dann auch etwas auf, wenn ich einfach geduzt werde – kurios, wenn ich im Gegenzug an o.g. Verhalten meinerseits denke. Noch kurioser, wenn ich mein Verhalten in sozialen Netzwerken bedenke, wo ich neuerdings eben nicht mehr jeden automatisch duze.
    Ein Freund von mir sagte kürzlich, er würde die Menschen, die ihm auf Anhieb sympathisch sind, egal ob im echten Leben oder im Internet, sofort duzen, die Leute, die er hingegen nicht so „knorke“ findet, werden gesiezt. Vielleicht spielt so etwas unterbewusst auch hier eine Rolle.

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