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„Branche ohne Wert!“ – Ein offener Brief von Kai Lüftner

10308161_756359461064240_3464208247093037016_nAls ich Anfang Mai ein paar Tage in Berlin verbrachte, kam ich auch in den Genuss auf den lieben Kai Lüftner zu treffen.

Seit der Buchmesse 2013 in Leipzig – als er mit seinen Milchpiraten erstmalig in den Leipziger Lesekompass „einzog“ – kennen wir uns persönlich und stehen seitdem auf Facebook, per Email und hin und wieder auch ganz altmodisch per Telefon regelmäßig in Kontakt.

Kein Wunder also, dass ich meinen Besuch in Berlin auch für ein persönliches Gespräch bei Tee und Kuchen nutzte, eigentlich mit der Intention, anschließend über den Kinderbuchautor Kai Lüftner zu bloggen. Zurück aus Berlin bremste mich jedoch ein hartnäckiges Virus erst einmal aus und so wurde der Beitrag über den Tausendsassa Kai immer wieder auf die lange Bank geschoben. Vielleicht sollte das aber auch so sein, denn irgendwie ist dieser Mann schrecklich schwierig zu „packen“. Seine Vita liest sich teilweise wie ein Berufe-ABC und auch heute kann man Kai nicht wirklich auf ein Arbeitsfeld reduzieren. Deshalb war ich wohl auch gar nicht so schrecklich überrascht, als es letzte Woche hieß: „Der Kai Lüftner ist beim Lanz!“. Er ist eben eine interessante Figur, hat das Herz auf dem richtigen Fleck und trägt es bisweilen auch auf der Zunge.

Damals in Berlin haben wir auch intensiv über die Kinderbuchbranche gesprochen. Darüber, dass man vom Kinderbuchschreiben nicht wirklich leben kann; darüber, dass diese Zunft von vielen so wenig wertgeschätzt wird. So wie zum Beispiel von der ZEIT, die im Mai 2010 das Kinderbuch mal eben so aus dem Feuilleton warf. Vier Jahre später hat Kai Lüftner – wie ich so gerne sage – die Faxen dicke und macht seinem Unmut Luft. Dies tat er heute berlinernd in einem Beitrag auf seiner Facebook-Seite „Kai Lüftner – Kreativitäter“.

Nach Rücksprache mit Kai findet ihr den kompletten Beitrag in meinem Blog, damit er auch Facebookfernen zugänglich gemacht wird:

1921014_1479420638944213_594341628_oDas große Klein-Gemache
oder: eine Branche ohne Wert!

Guten Tag.

Mein Name is Kai. Ich bin seit ca. drei Jahren sowas wie ein Autor, ein Kreativitäter der sich für die Zielgruppe Kind entschieden hat. Und irgendwie hab ich grad voll Erfolg und so – mehrere Bücher bei verschiedenen Verlagen, Preise, Auslandslizenzen, Hörbücher, Musik-CDs und ne Planungssicherheit für die nächsten drei – vier Jahre! Wow, oder?

Ja, alles cool eigentlich! Nich hinterfragen, sondern dankbardankbardankbar sein und einfach genauso weitermachen! Hinter der Doppeldeckung den Rückenwind genießen, so lange er weht. –

Is mir aber leider irgendwie nich möglich! Denn hier läuft gewaltig was schief!

Ich komme vom Hörbuch, hab u.a. für Comedians und TV-Produktionsbuden geschrieben, war als Redakteur für Radio oder Printmedien tätig. Und was soll ich sagen? – Es waren fast alles Scheißjobs, gegen die ich mich letztlich ganz bewusst entschieden hab!

Aber, Momentchen, jedes einzelne mal hab ich trotzdem besser verdient als jetz, wo ich meine eigenen Inhalte kreiere. Inhalte für Kinder. Für das Wichtigste im Leben! Oder?

Ähm, hat meine Arbeit denn eigentlich einen Wert wenn sie so schlecht vergütet wird? Für die Zielgruppe? Die Verlage? Mich selbst?

Das Thema ist nich neu. „Erfolgreich, aber arm!“ titelte gerade erst ein NDR-Bericht, indem unter anderem meine geschätzte Kollegin Antje Herden tief über die raue Wirklichkeit für uns Kinderbuchautoren blicken ließ. Aber durch is das Thema noch lange nich, denn man hat noch ein paar wesentliche Punkte außer Acht gelassen, finde ich!

Als es hieß, ich würde in eine große deutsche Talkshow eingeladen, sind Menschen, die seit Jahrzehnten in Presseabteilungen von Verlagen arbeiten, beinahe kollabiert. Das gab es ja noch nie! Wahnsinn! Einer „unserer“ Autoren? Im Fernsehen? – Ehrlich, als diese Nachricht so langsam durchsickerte, war das wie ein Paukenschlag in der Branche. Am Anfang hab ich das gar nich so richtig registriert, sondern einfach nur hingenommen – aber die Dimension dieses Ereignisses und die damit verbundene Aufregung hat mich rückblickend wirklich erschrocken – und vor allem zum Nachdenken gebracht.

Es scheint ganz normal zu sein:
Jeder Vollhorst, der mal n Stoppschild bei „GZSZ“ oder in der Lindenstraße gespielt und dann – unvermeidlich – seine Biographie oder einen Selbstverwirklichungs-Ratgeber veröffentlicht hat, wird durch alle existenten Talkshows gejagt und bekommt seine ihm offenbar zustehende Portion Öffentlichkeit.
Bamm, zwei Wochen Power-Promo später hat sich selbst der größte Rotz 20000 mal verkauft! Herzlichen Glückwunsch, Zweit- und Drittauflage – Bestseller – Dankeschön!

Wir Kinderbuchautoren sind schon stolz wie Bolle, wenn wir mal im regionalen offenen Kanal kurz unser neues Werk präsentieren dürfen und nach einer Lesung in der Bibliothek von Klein Kleckersdorf drei signierte Exemplare aus unserem Bücherkoffer verscherbelt haben. Als Gimmicks noch die selbstfinanzierten Lesezeichen oder Autogrammkarten für die Kinder – und darauf hoffen, dass es im Backstagebereich noch Kaffee und Käsebrötchen gibt.

Das is übertrieben? Nich im Geringsten! Alles immer schön kleinklein. Und sich die ganze Zeit bewusst machen, in was für einer privilegierten Situation man is. – Hey, wir dürfen Kinderbücher schreiben, während andere richtig arbeiten müssen. Alles klar?

Und wo sind eigentlich die Stars der Branche? Wo sind die Gesichter zu den Namen derer, die erfolgreiche Titel produzieren? Wen kennt man denn noch, wenn man nich Händler, oder Blogger oder Verlagsmitarbeiter is?

Die alten Recken des Kinderbuchs klingen den meisten noch im Ohr: Michael Ende, Astrid Lindgren, Paul Maar, Ottfried Preussler, James Krüss, Enid Blyton, Erich Kästner – allesamt Stars! – Aber das is doch schon Jahre her! 10? 15? 20? Ich weiß es nich genau.

Heute fallen einem vielleicht noch Cornelia Funke, Kirsten Boje oder Andreas Steinhöfel ein. Wobei ich mir da nich mal wirklich sicher bin. – Und selbst diese Erfolgsautoren können vermutlich vollkommen unerkannt im Bademantel Brötchen holen gehen. WIESO KÖNNEN SIE DAS? Wie is das möglich?

Während Herr Schätzing Schlüppa-Werbung macht, Herr Hohlbein ne eigene Doku-Soup im Privatfernsehen bekommt und Herr Fitzek sowieso n Popstar is, verdienen Jugendliteraturpreis-Gewinner ihren eigentlichen Lebensunterhalt als Synchronsprecher, geben Schreib-Workshops oder sind das ganze Jahr auf Tour, um über die Runden zu kommen!

Da platzt mir doch echt ne Ader!!!

Ich möchte brüllen: Hallo, hier sind wir! Die Frauen und Männer, die die Inhalte schreiben, die eure Kinder lesen! Meistens sogar gerne! Is es echt nich interessant, wie wir die Welt sehen, oder was wir über das Schreiben hinaus zu sagen haben? Is die Meinung eines Schauspielers, einer Nachrichtensprecherin, eines Pop-Musikers wirklich kategorisch so viel interessanter als unsere?
Ehrlich?

Ich hab allerdings auch das Gefühl, ein Teil dieses nicht zu leugnenden Zustandes resultiert aus der Selbstwahrnehmung der Branche selbst. Sorry, ich will niemandem zu nahe treten, aber wann habt ihr euch das letzte mal breit gemacht für „eure Kunst“ oder „unsere Sache“?

Wer legt sich mit seinem Verlag an, wenn der die Prozente runterschraubt, irgendwelche Rechte über das Buch hinaus auf Lebenszeit besitzen möchte, Vorschüsse halbiert oder einfach mal nichts für das Produkt tut, nachdem es erschienen is? Wer?

Ein großer Verlag für den ich arbeite war es scheinbar überhaupt nich gewöhnt, dass man die von ihm ausgestellten Vertragsangebote mit Anmerkungen zurück schickt. Das kannten die schlicht und ergreifend nich.
Einer meiner Lieblings-O-Töne aus unser schriftlichen Korrespondenz, als ich den Vertrag nach Prüfung durch meinen Medien-Anwalt zum dritten Mal zurückschickte und auf gewisse Dinge bestand: „Man könnte anhand Ihres Verhaltens vermuten, Sie wollen gar nicht bei uns veröffentlichen!“

Doch, lieber Verlag, will ich! Sehr gern sogar! Ich will nur auch was davon haben! Ich möchte zum Beispiel die Hörbuchrechte behalten! Bei ein paar hundert angebotenen Euro Vorschuss, sollte man doch noch ein paar hundert Euro mehr aushandeln dürfen! Und nein, ich möchte nicht kategorisch meine Rechte an allen noch nicht bekannten Nutzungsmedien abtreten!

Vor allem, wenn ein Buch in der Herstellung so günstig is, wie ein Kinderbuch (billiger Autor, billiger Illustrator, billige Produktionskosten im Ausland), muss man sich als Verlag auch nich wirklich ins Zeug legen. Die paar Tausend Euro werden schon irgendwie wieder eingespielt – und wenn nich, egal! Versendet sich und macht sich ganz gut in der Backlist. Wird halt der nächste Autor ausprobiert, kein Ding!

Außerdem haben wir Kinderbuchschreiber auch scheinbar längst irgendwie akzeptiert in Nischen statt zu finden, außerhalb des Feuilletons und unterhalb des Wahrnehmungsradars der relevanten Medien. Eine positive Amazon-Rezi is uns schon mal ein Facebookposting wert! Hey, wenn andere nich über uns sprechen, müssen wir es eben selber machen!

Kürzlich zufällig mal Kinderradio gehört? Der einzige relevante und explizite Sender, den es gibt, spielt zu 50% Chart-Musik. Also Erwachsenen-Charts!
Es gibt eine einzige Sendung über Kinderliteratur im deutschen Fernsehen! EINE! EINZIGE!
Hey, schau mal, ne dreizeilige Besprechung meines neuen Buches im kostenlosen Magazin der deutschen Bahn! Wahnsinn!

Das Land der Dichter und Denker verscherbelt seine Kinderbuchautoren am Krabbeltisch. Und wir basteln uns auch noch unsere Sonderangebots-Schildchen selber.

Mann ey, lasst mal was machen! Wenigstens mit der Faust auf den Tisch hauen und kund tun, dass wir das mitbekommen, was hier mit uns abgezogen wird. Wir müssen echt aufhören uns so klein zu machen, sonst sind wir so klein wie sie uns gerne hätten. Die Verlage brauchen uns mehr, als wir die Verlage.

Verkauft euch nich unter Wert! Macht euer Ding – und das zu euren Bedingungen! Im Team zwar, aber als gleichberechtigte Partner, nich als Bedarfsschreiber! – Das klingt einfacher als es is? Stimmt nich – es is einfacher als es klingt.

Habt euch lieb! Ich tue es!

Kai

7 Kommentare

  1. Sehr gut! In der Tat, die Verlage brauchen Leute wie Dich, Kai, wesentlich dringender als umgekehrt. Das haben noch nicht alle begriffen, aber diese Erkenntnis wird sich aufdrängen.
    Steffi, Kai … dürfen wir diesen Blogbeitrag nebst Brief auf Flipintu veröffentlichen?

  2. Sehr klasse, dass Kai Lüftner das mal so drastisch sagt!
    Es gab ja schon auf der letzten Frankfurter Buchmesse eine Diskussionsveranstaltung zu diesem Thema. Junge /neue deutsche Autoren/innen haben es nicht leicht. Verlage kaufen gern (teure) amerikanisch/englische Lizenzen ein und dafür wird dann auch das gesamte Marketingbudget ausgegeben, ein blöder Teufelskreis!
    Aber ziemlich sicher weiß ich, dass sich die Verlage insgesamt nicht die Taschen vollstopfen (bei den Konzernen mag es anders sein, da gucken ja Controller drauf und denen ist’s egal ob sie Parfum- oder Kinderbuchzahlen prüfen).
    Und die Presse ist tatsächlich in beklagenswertem Zustand.
    Kinder- jugendbuchrezis? Meist Fehlanzeige… Im Hamburger Abendblatt werden x-beliebige (Erwachsenen-)Bücher besprochen, wo man sich nur fragt: Welcher Verlagspressemensch kennt welchen Journalisten?
    Wir Hörbüchler sind dann ganz und gar am Ende der Kette: Ab und zu seh bzw. höre ich hie und dann doch eine schöne Kinder- Jugendbuch-Rezi, aber so gut wie nie wird erwähnt, dass es den Titel auch als Hörbuch gibt. Bei unseren Titel weiß ich ziemlich genau, dass der/die Rezensent/in das Hörbuch auch vorliegen hat(te) …
    Und vom Vertriebsaußendienst hören wir immer: macht Eure Titel billiger, sonst verkaufen wir die nicht im Handel. Hm, schon erstaunlich, wenn man dann guckt, was viele Kiddies so an Klamotten auf dem Leib tragen.
    Meine Jungs sind noch mit rosa Anorak in den Kindergarten (beide nacheinander jahrelang) gegangen, den hatte die Oma sehr günstig im Schlussverkauf erstanden. Wär heut wahrscheinlich nicht mehr möglich …

  3. Hans Hafner sagt

    Vielen Dank für die offenen Worte.

    Jetzt gehe ich mit gleich mal Deine Werke und die der anderen genannten Autoren näher anschauen.

    Und Dein Blog kommt in meinen Feed Reader!

    Beste Grüße
    Hans

  4. Gut, mal starke Worte zum Dilemma zu lesen. Eine Anmerkung. Der Radiokultursender MDR hat die Kindersparte Figarino. Die haben beispielsweise von der Leipziger Buchmesse berichtet. In mehr als 30 Minuten haben Kinder aktuelle Kinderbücher rezensiert, die Kinderbuchautoren interviewt, welche aus dem besprochenen Buch vorlasen. Eine wirklich schöne Sendung!

  5. Pingback: “Lieber Kai, …” – Eine Antwort von Antje Herden | Lesen :: Leben :: Lachen

  6. Ein toller Vorstoß! Hier mein Beitrag:
    An Verlage, Handel, Feuilletonist(inn)en und Genießer(innen), je nachdem wer sich angesprochen fühlen möchte: Macht Euch Gedanken über den Wert von Kinderbuchmachern! Macht Euch ein paar Gedanken über das Verhältnis von Kultur zu Profit – und den Preis, den man längerfristig für die reine Ausrichtung auf den schnellen Gewinn zu bezahlen hat. Macht Euch Gedanken über den Preis eines „Kinder“-Buches, den ihr (nicht) zu bezahlen bereit seid, über das Hecheln nach den angeblichen Bestsellern (mit Mainstream-Garantie) und die vielen dadurch übersehenen kleinen Schätze. Denkt auch Ihr darüber nach, ihr Feuilletonist(inn)en, ob es immer nur die Bücher sein müssen, die bereits auf der Bestsellerliste der New York Times auftauchten, oder aus England, Schweden etc. stammen. Sie sind oft großartig, doch das können wir auch … wenn man uns dafür honoriert. Wenn man uns die Möglichkeit gibt, einen Stoff in Ruhe zur Welt zu bringen, ihn mit Herz und ohne Geldnot und Hektik umzusetzen. Wenn man sich nicht Monate, manchmal Jahre herausnimmt, um über die Umsetzung einer Idee in endlos wiederholbaren Radaktionskonferenzen zu beraten, um das lange blockierte Projekt dann doch noch abzulehnen. Wenn man unserem Buch länger als eine Halbwertszeit von 3 Monaten nach Veröffentlichung gibt. Wenn man sich klar macht, dass insbesondere Auflagen für Jungs nicht in wenigen Monaten und nicht ohne stetes Marketing, stete Pressearbeit abgesetzt werden können (um nicht vorschnell als Flop verramscht zu werden), während die Klaviatur eines glücklichen Erfolgsrezeptes aus den USA dermaßen rauf und runter geklimpert wird, dass der Wahrnehmungsfaktor der Zielgruppe für Neues ins Minimale schrumpft. Lieber Einzelhandel: Wenn man nicht immer nur schon unten an der Rolltreppe stapelweise das fördert, was ohnehin schon durch die Medien gereicht wird (weil beispielsweise ein „Bestseller-Autor“ dahintersteckt, der jetzt auch noch im deutschen Keller des Jugendbuches herumtappen darf), sondern auch mal dem unbekannten Aussenseiter einen Stapel gönnt, dem neuen Buch, auf dem nicht bereits – sozusagen als sich selbst verwirklichende Vorhersage – „Bestseller“ steht, nur weil es bereits in den USA ganz gut verkauft wurde, dann… ja dann könnts vielleicht sogar auch wieder besser klappen, dem großen Online Konkurrenten wieder ein paar Meter abzunehmen! Welcher Supermarkt stellt die Milch stapelwese vorne an den Eingang, neben die Kasse? Keiner. Denn niemand, der nur mal eben Milch braucht, würde sich dann noch zu etwas Weiterem inspirieren lassen. Rein – Milch kaufen – raus. Irgendwann gibts dann nur noch Milch im Markt – der Rest läuft halt nicht. Es täte also uns allen gut, Neues, unbekanntes, Ungewöhnliches solange zu fördern, bis es entdeckt wird – und damit mehr Interesse für besondere Kinder- und Jugendbücher UND für den sich selbst (mit-)gefährdenden stationären Einzelhandel zu generieren.
    Nun wird man mir vielleicht die Fußballkerle entgegenhalten, die ähnlich stark über Monate und Jahre hinweg Neues und Unbekannteres in die verstärkte Unsichtbarkeit gedrängt hatten. Doch dazu an dieser Stelle nur soviel: Sie waren und sind immerhin kein Lizenzthema. Sie wurden hier bei uns erschaffen, kamen aus dem Nichts und wurden damals von einem Verleger mit Buchherz gefördert – hartnäckig, mit einer Vision und engegen allen ursprünglichen Bedenken von der Seite der Redaktionskonferenzen, der Vertreterkonferenzen und des Handels. So etwas wäre heute wohl undenkbar, nicht bei uns.
    Ein Zitat von John Ruskin, einem englischen Sozialreformer (1819-1900) zum Schluss:
    „Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute dieser Machenschaften. Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren sie manchmal alles, da der gekaufe Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Bezahlen Sie zu wenig, müssen sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um mehr zu bezahlen.“

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