Der Alltag, Heimat
Kommentare 1

Heimat? – #thisissolingen

Bereits am 4. August fragte Katja Wenk in ihrem Blog: Was ist Eure Heimat? Glücklicherweise kann ich dank der Laufzeitverlängerung noch auf den letzten Drücker an der Blogparade teilnehmen und Katjas Fragen beantworten:

Was ist Eure Heimat? Wo und warum? Ist Heimat für Euch etwas anderes als Euer Zuhause? Vielleicht ist es ja auch kein Ort oder keine Region, sondern etwas ganz anderes?

In meinem Fall sind Heimat und Zuhause identisch, denn ich habe mein ganzes Leben in Solingen verbracht. Der einzige schwarze Fleck auf meiner weißen Solingen-Weste ist mein Geburtsort. Da in den 70er Jahren viele Solinger Kinder in der damals renommierten Frauenklinik in Hilden zur Welt kamen, ziert die Stadt im Kreis Mettmann auch meinen Ausweis. Ansonsten kann ich auf 43 Lebensjahre in der Klingenstadt zurückblicken, nahezu alle verbrachte ich im selben Stadtteil. Ich bin hier in Ohligs in den Kindergarten gegangen und drückte die Schulbank nur einen Steinwurf von meinem Elternhaus entfernt. Meine Ausbildung zur Schriftsetzerin absolvierte ich in der alteingesessenen Druckerei Ullrich in der Stadtmitte. Mein Meister damals „kallte“ nur platt und meinte, dass ich als Ohligser ja ohnehin kein richtiger Solinger sei. Ja, so ist das hier mit den Stadtteilen, schließlich wurden die Städte Gräfrath, Höhscheid, Ohligs, Solingen und Wald erst am 1. August 1929 zur Großstadt Solingen vereinigt. Alle Stadtteile haben immer noch ihren eigenen Stadtkern und meist fühlt man sich dem Teil der Stadt zugehörig, in dem man aufgewachsen ist.

Lediglich als Jugendliche verspürte ich kurzzeitig den Drang, meine Heimat zu verlassen, schließlich war hier in Solingen ja alles „langweilig“ und die weite Welt mit Köln und Düsseldorf gar nicht weit entfernt. Am Ende blieb aber alles beim Alten und darüber bin ich sehr froh, denn als Familienmensch habe ich die Verwandtschaft in Laufweite, pflege viele Freundschaften nun schon über Jahrzehnte und last but not least hat Solingen auch viele schöne Ecken zu bieten. Und wenn es dann doch einmal Großstadt sein muss, erreicht man Köln, Düsseldorf und Wuppertal in weniger als 30 Minuten.

#thisissolingen

Seit ich Instagram nutze, entdecke ich meine Heimat gerade neu. Mit wachem Blick erlaufe ich mir meine Stadt und mag sie noch ein wenig mehr. Eine kleine Auswahl meiner Fotos habe ich als YouTube-Video zusammengestellt oder ihr schaut einfach bei Instagram vorbei und sucht den Hashtag #thisissolingen.

Christian Dingler, der ebenfalls an der Blogparade teilgenommen hat, schreibt übrigens in seinem Blog:

Heimat braucht Wurzeln. Der Rest ist nur ein zu Hause.
Aber das ist okay so.

Dem ist nichts hinzuzufügen! 🙂

 

1 Kommentare

  1. Pingback: Ganz viel Heimat: Das Fazit zur Blogparade | Katja bloggt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.