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Deutsch-Norwegische-Freundschaft oder ein Fisch namens Fjodor

fjodor3Was? Ihr kennt Fjodor nicht, den griesgrämigen Kabeljau aus der gleichnamigen Musical-Buchreihe? Dann wird es aber Zeit!

Unter allen Kommentierenden, die mir verraten, für wen das „Fjodor“-Buch gedacht ist und warum, verlose* ich drei Bücher „Fjodor und der große Knall“.

Und wer könnte euch die musikalischen Bücher aus dem Terzio-Verlag besser vorstellen als der Autor Pål H. Christiansen und der Komponist  Felix Janosa! – Dann legt mal los ihr Beiden 🙂

Felix: Pål, in welchem Alter hast du mit dem Schreiben begonnen und was war deine erste Story?

Pål: Schon ab dem Alter von 10 dachte ich daran, Schriftsteller zu werden, aber richtig los ging es dann erst mit 20. Eine meiner ersten Geschichten war sehr kurz und sehr ernst – ein kafkaeskes Stück über einen einsamen jungen Mann, der einen Berg auf der Suche nach sich selbst bestieg. Sehr deprimierend. Sehr symbolisch. Später habe ich dann gemerkt, dass es mit ein bisschen Humor besser klappte.

Aber wie ist das bei dir, Felix? Wie wichtig ist das Spielerische und der Humor in deiner Musik?

Felix: Als Teenager hörte ich fast ausschließlich Musik, die auch Humor hatte: Die Beatles, Udo Lindenberg, Randy Newman und zu guter Letzt Frank Zappa. Als ich mit dem Komponieren begann, wusste ich also schon, was ich wollte: anspruchsvolle Musik mit lustigen Texten.

Aber jetzt zurück zu Fjodor, Pål: Wann hast du den griesgrämigen Kabeljau zum ersten Mal getroffen?

Pål: Ich hab keine Ahnung warum, aber schon in meinem ersten Roman aus dem Jahr 1989 fand ein Kabeljau seinen Weg in die Geschichte und seitdem klopfen diese Fische immer wieder beim Schreiben an meine Tür. Aber die Tür richtig geöffnet habe ich erst, als ich mit den Kindergeschichten begann und ein gewisser frecher Kabeljau mein Leben betrat. Die Idee zum ersten Fjodor-Buch „Fjodor flippt aus“ hatte ihren Ursprung in einem Prosastück, das ich geschrieben hatte, als ich 1987/88 in Lillehammer lebte. Es handelte von einem Mann, der aus dem Meer mit einer Hand in der Tasche stieg, wie ein Vater, der zurück von der Arbeit kommt, und ein Junge am Strand wartete auf ihn. Als ich von einem Verleger gefragt wurde, etwas für Kinder zu schreiben, fand ich einen alten Stapel Skizzen und wählte diese aus. Meine erste Frage war: Wo kommt der Vater her? Die Antwort war: Auf der Arbeit beim Reparieren von Fischen. Die zweite Frage war: Was ist in der Tasche? Die Antwort war: Ein Kabeljau namens „Fjodor“. Der dritte Band der Fjodor-Reihe, „Fjodor und der grosse Knall“ wurde gerade in Deutschland veröffentlicht, wieder mal mit wunderbaren Songs von dir, Felix. Wo siehst du eigentlich den Unterschied zwischen dem Songschreiben für „Ritter Rost“ und dem frechen Kabeljau „Fjodor“?

Felix: Fjodor ist weniger ein Musical mit unterschiedlichen singenden Rollen als ein Kinder- und Audiobuch mit langen Erzählpassagen und einer Reihe von netten Songs dazwischen. Wir haben nur einen Sänger der, obwohl er die Rolle des Sängers „Bobby Berg“ verkörpert, als eine Art zusätzlicher musikalischer Erzähler in Ergänzung zum traditionellen Erzähler fungiert. Ich musste also alle Songs auf diesen einen Sänger zuschneiden.

Pål: Warum wolltest du aus Fjodor überhaupt ein Musical machen? Du hättest doch selbst Texte und Songs für eigene Musicals schreiben können. Da gibt es doch sicher was.

Felix: Ich habe neben anderem z.B. das „Rap-Huhn“ mit zehn Songs geschrieben, das war sogar ein kleiner Hit in Deutschland. Aber es waren eben nur zehn Songs mit unterschiedlichen Themen, keine durchgehende Geschichte. Ich bin ein besserer Komponist als Geschichtenerfinder. Und darum ist die Zusammenarbeit mit Autoren wie Jörg Hilbert, der „Ritter Rost“ entwickelt hat oder dir, der „Fjodor“ erfunden hat, fantastisch – ich brauche mir selbst nicht diese Charaktere ausdenken.

Nebenbei, Pål: Gibt es einen Unterschied zwischen Kinderbüchern aus Norwegen und Schweden – von Deutschland sieht ja alles im Norden entweder nach „Pippi Langstrumpf“ oder „Petterson und Findus“ aus.

Pål: Schweden hat seit 1945 bereits eine starke Kinderliteratur und dabei war Astrid Lindgren natürlich die Gallionsfigur. In Norwegen hatten wir unsere eigenen prominenten Schriftsteller wie Thorbjørn Egner, Alf Prøysen und Anne Cath Vestly, alle drei extrem clever im Umgang mit dem Radio und unterschiedlich im Stil, aber einiges aus Schweden war damals ein bisschen mehr abgedreht und frecher, da denke ich besonders an Lindgrens Geschichten von Emil, Pippi und Karlsson auf dem Dach. Heute ist es anders und Norwegen hat seit Jahrzehnten Kinderbücher großartige Kinderbücher hervorgebracht, die das Genre voran getrieben haben wie die Bücher von Erlend Loes über den Gabelstaplerfahrer Kurt.

Felix: Tja, anscheinend haben wir mit diesem neuen Mix aus norwegischen Fischigkeit und der deutscher Rostigkeit auch etwas Neues geschaffen. Gefällt es dir?

Pål: Ich find es super. Ich mag es wie deine Songs, etwas meinem Fjodor-Universum hinzufügen, manchmal folgen sie ja der Geschichte genau, an anderen Stellen aber biegen sie ab und haben ihren eigenen Stil. Es gibt ja noch zwei weitere fertige Fjodor-Bücher: „Fjodor in der Schule“ und „Fjodor auf dem Eis“ und es liegt noch einiges mehr bei mir in der Schublade! Bist du darauf vorbereitet, Felix?

Felix: Kein Problem, immer her damit, Käpt’n Kabeljau!

Danke an Felix

FelixJanosa

und Pål

pal

für das Interview und Annette Schwindt für’s Organisieren 🙂

* Die Gewinner der Bücher ziehe ich am Montag, den 24. Juni um 9:00 Uhr per Random.org und gebe sie hier als Kommentar bekannt.

15 Kommentare

  1. Schon die Vorstellung eines griesgrämigen Kabeljaus sorgt bei den hochsommerlichen Temperaturen für die ersehnte Abkühlung… Und mit Musik geht ja dann auch alles leichter… das wäre ein tolles Geschenk für die ganze Familie!

  2. Pingback: Felix Janosa and Pål H. Christiansen talking about Fjodor | Pål H. Christiansen's Website

  3. Pingback: Felix Janosa und Pål H. Christiansen über Fjodor | Website von Pål H. Christiansen

  4. Oh prima… eins der drei Bücher ist nämlich für mich gedacht, weil ich bisher nur Band 1 und 2 zuhause habe 😉
    Fjodor ist großartig und die Musik macht richtig Laune!
    Viele Grüße Anette aka Katze mit Buch

    • Huhu,
      ich bin raus aus der Verlosung, der Kabeljau schwimmt schon auf anderem Weg zu mir 🙂
      Viel Glück den anderen, Fjodor ist cool!
      LG Anette

  5. Ich bin mir sicher, dass meine Ganztagsklasse viel Freude an Fjodor hätten und würde das Buch deshalb gerne für meine manchmal etwas frechen und vorlauten, aber trotzdem immer liebenswerten Schüler der 1. und 2. Klasse gewinnen.

  6. Stephanie Weibel-Wallner sagt

    Oh das hört sich ja nach einem wirklich guten Buch an. Ich habe von der Reihe (das scheint es ja zu sein) noch nie etwas gehört bin aber immer offen für neues. Liebe Grüße Stephie

  7. Barbara sagt

    Hallo, das Buch sieht klasse aus und würde meiner kleinen Großcousine, die gern an Ost- und Nordsee reist, bestimmt gefallen! Das letzte Mal haben wir zusammen Märchen (Aschenputtel) gelesen – Fjodor wäre ein schönes Kontrastprogramm! Und Musik ist immer toll… 🙂

    Barbara

  8. Stefanie Leo sagt

    Liebe Nina, Marion, Stephanie und Barbara, wir haben uns entschlossen bei nur 4 Teilnehmern und 3 zu verlosenden Büchern aufzustocken, so dass jede von euch einen „Fjodor“ bekommt 🙂
    Bitte schickt mir eure Adressen, damit der griesgrämige Kabeljau sich bald auf den Weg machen kann!

  9. Barbara sagt

    Toll, mein Fjodor ist heute angekommen und wird nächste Woche an seine bestimmungsgemäße Empfängerin weitergereicht (vorher muss ich den Kabeljau aber natürlich erst noch selbst kennenlernen…) :-). Ganz herzlichen Dank!

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