Die Arbeit, Lesen
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Pfingstwochenende: 5 Bücher wurden (an-)gelesen

Bevor die Neuerscheinungen zu den Kindern und Jugendlichen in die Redaktion wandern, bleibt mir oftmals nicht viel Zeit, selbst einen Blick in die Bücher zu werfen geschweige denn sie sogar komplett zu lesen. So kommt es dann gelegentlich zu sogenannten An- und Durchlese-Wochenenden. Hierfür wähle ich mir einige Bücher aus (dieses Mal waren es ursprünglich neun, von denen ich allerdings nur fünf geschafft habe), die mich auf den ersten Blick besonders ansprechen. Jedem  Buch gebe ich dann 50 bis 100 Seiten, um mir einen ersten Eindruck* zu verschaffen. Hin und wieder werde ich natürlich auch schwach und lese das Buch zu Ende. Das darf allerdings nicht zu häufig vorkommen, schließlich hat der Tag nur 24 Stunden.

Bei „Lauren, vermisst“ machte mich das Cover sofort neugierig und auch der Klappentext ließ einen spannenden Jugendroman erwarten:

„Lauren, vermisst“ von Sophie McKenzie, Boje

Lauren ist vierzehn – und sie ist adoptiert. Sie möchte mehr über ihre Herkunft erfahren, das Problem ist nur, dass ihre Eltern ihr nichts darüber erzählen. Doch dann stößt sie im Internet auf den Bericht über ein kleines Mädchen, das zwei Monate, bevor Lauren in London adoptiert wurde, als vermisst gemeldet wurde. Die Ähnlichkeit zu den Bildern in Laurens eigenem Fotoalbum ist verblüffend. Kann es sein, dass Lauren als kleines Mädchen entführt wurde?

Ich begleitete Lauren auf der Suche nach ihrer Identität etwa 100 Seiten lang. Die restlichen zwei Drittel des Buches las ich nur noch quer. Hin und wieder fragte ich mich, ob 14-Jährige wirklich so reagieren oder ob manche Handlungsweisen nicht eher auf 16-Jährige und Ältere zutreffen. Spannend ist das Buch auf jeden Fall und ich glaube, dass die Zielgruppe ab 12 die Geschichte verschlingen wird. Ob sie wie ich über die in meinen Augen Ungereimtheiten stolpern, bleibt abzuwarten.

Bei Allen Zadoffs „Boy Nobody“ sprach mich sofort das dunkle Cover mit roter Schrift und Fadenkreuz an, insbesondere der Untertitel „Ich bin dein Freund. Ich bin dein Mörder.“ hatte es mir angetan. Auch der Klappentext verhieß eine spannende Lektüre:

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„Boy Nobody“ von Allen Zadoff, Bloomoon

Sie wollten den perfekten Soldaten: Einen, der in jeder Situation zuschlagen kann, einen, der keine Angst oder Zuneigung kennt. Einen, der sein Zielobjekt jederzeit schnell und effektiv aus dem Weg räumen kann, ohne sich emotional zu verstricken. Sie bekamen Boy Nobody. Er ist 16, ohne Namen oder Geschichte. Und er macht einen unverzeihlichen Fehler – er beginnt, sich zu verlieben …

Als Jungsmutter bin ich immer auf der Suche nach gutem Lesestoff für das eher weniger lesende Geschlecht, und dieses Buch sah auf den ersten Blick so aus, als könnte es ins Raster passen. Ich sage nur „Volltreffer“.  Spannender Einstieg, kurze Kapitel, deren Kapitelüberschrift immer aus dem ersten Satz des Kapitels besteht, ebenso kurze und knackige Sätze, actionreiche Handlung (übrigens nicht unblutig) und ein Ende, das man sich als harmoniebedürftige Mutter gerne anders gewünscht hätte, aber ein Happy End wäre der Geschichte nicht gerecht geworden! Das ist der Stoff, aus dem ein Buch für Jungs sein muss! Klasse und deshalb natürlich auch ausgelesen. Einziger Wermutstropfen: Das Buch erscheint erst im September, aber ich erinnere euch gerne rechtzeitig daran.

Bei Buch drei wechselte ich Genre und Altersklasse und nahm mir „Mission mit Schwein“, das erste Kinderbuch der Autorin Sabine Engel vor. Es ist für Kinder ab 9 Jahren gedacht und sowohl das Thema als auch die Gestaltung (Cover, Schriftgröße, Kapitellänge) fand ich optimal für das Lesealter:

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„Mission mit Schwein“ von Sabine Engel, Baumhaus

Oles großes Ziel ist es, ein Held zu werden. Deshalb möchte er mit seinem Opa zusammen einen Schatz finden. Doch dann ist Opa plötzlich nicht mehr da. Ole ist tieftraurig. Und dann soll er auch noch alleine ins Zeltlager fahren! Aber es kommt alles anders: Im Zeltlager lernt er die ständig plappernde India kennen. Sie halten zusammen Wache, retten gemeinsam ein Ferkel vor dem Grill und spüren dem komischen Kaplan nach, der irgendetwas im Schilde führt. Als dann auch noch plötzlich Oles Schatzkarten verschwinden, kann nur noch das Schwein helfen …

Die Geschichte um den Jungen Ole ist lustig und spannend und mit viel Identifikationspotenzial . Den Prolog fand ich etwas holperig, wird der 9-jährige Leser doch direkt im ersten Satz mit einer „Drechselbank“ konfrontiert, kurze Zeit später mit „Thomas Baker“ und den „Fidschiinseln“. Vieles davon erschließt sich im weiteren Verlauf der Geschichte, aber da die Schwelle, ein Buch zur Seite zu legen, bei Kindern unter 10 doch um einiges niedriger ist als bei Jugendlichen, hätte ich einen sprachlich etwas einfacheren Einstieg vorgezogen. Eine kleine Übersicht der Mitwirkenden – vielleicht mit kleinem Bild auf dem Vorsatzblatt – hätte mir persönlich gut gefallen, da bereits auf den ersten 10 Seiten acht Personen eingeführt werden, die im weiteren Verlauf noch eine wichtige Rolle spielen. Jedoch klage ich hier wirklich auf hohem Niveau, denn alles in allem ist „Mission mit Schwein“ eine empfehlenswerte Geschichte und für gute Leser sicherlich auch schon ab 8 Jahren geeignet.

Der dicke Wälzer „House of Secrets“ war das vierte Buch auf meinem Lesestapel. Gedacht ist es laut Verlag für Leser ab 11 Jahren und laut Klappentext „Der Auftakt der neuen Erfolgsserie“.

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„House of Secrets – Der Fluch des Denver Kristoff“ von Chris Columbus & Ned Vizzini, Arena

Als die Geschwister Eleanor, Brendan und Cordelia Walker erkennen, in was für ein großartiges und zugleich gruseliges Haus sie gezogen sind, ist es bereits zu spät: Die alte Nachbarin hat sie in einen fiesen Plan verwickelt. Ihre Eltern sind spurlos verschwunden, stattdessen streunen blutrünstige Krieger durch dschungelartige Wälder und übermenschliche Piraten bevölkern die Meere. Was haben die fantastischen Romane des ehemaligen Hausbesitzers und Autors Denver Kristoff damit zu tun und warum hat er die Familie Walker in sein dunkles Spiel verstrickt? Schnell merken die drei, dass nicht nur sie, sondern die ganze Welt in großer Gefahr schwebt.

Witzigerweise stolperte ich direkt auf der ersten Seite über zwei Markennennungen (PSP und iPhone), stolpern insofern, dass ich mir dort im Text durchaus auch einen allgemeineren Begriff hätte vorstellen können. Auf den gut 100 Seiten, die ich anschließend noch gelesen habe, begegnen mir noch ein Macbook Air, ein iPad, eine Maglite und Häagen-Dazs-Eis, Nennungen, die in meinen Augen weder zum Verständnis der Geschichte noch zur Charakterisierung ihrer Figuren beitragen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Aber zurück zur Geschichte. Bei gut 450 Seiten wird das Buch sicherlich nur gute und ausdauernde Leser ansprechen. Das Geschehen nimmt direkt an Fahrt auf, ist gruselig, spannend und nicht unblutig, bietet in meinen Augen (jedenfalls bis zu Seite 113, ich habe es ja nicht zu Ende gelesen) aber auch nicht wirklich Neues (ein wenig Zauberer von Oz und Narnia, eine Prise Tintenherz). Ich bin sehr gespannt auf die Meinung aus der Kinder-Redaktion.

Auch „Soul Beach – Frostiges Paradies“ ist leider kein Einzelband sondern als Trilogie angelegt. Sein Cover und besonders der schwarze Buchschnitt haben mir sofort gefallen und auch die Zusammenfassung verhieß ein außergewöhnliches Thema.

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„Soul Beach – Frostiges Paradies“ von Kate Harrison, Loewe

Als Alice eine E-Mail von ihrer toten Schwester bekommt, hält sie das zunächst für einen schlechten Scherz. Dann folgt jedoch eine Einladung in die virtuelle Welt von Soul Beach, einem idyllischen Strandparadies, wo ihre Schwester Megan seit ihrer Ermordung festsitzt. Unter www.soulbeach.org entdeckt Alice eine völlig neue Welt abseits der Realität, die sie mehr und mehr in ihren Bann zieht. Doch wer steckt hinter Soul Beach und warum herrschen hier solch strenge Regeln? Warum wird der Strand nur von Jungen und Schönen bewohnt? Und warum sind sie alle tot? Wer hat Megan umgebracht? Und könnte Alice das nächste Opfer sein?

Und tatsächlich packte mich die Geschichte sofort, ich wollte unbedingt wissen, was es mit der Webseite Soul Beach auf sich hat. Deshalb konnte ich das Anlesen auch nicht auf Seite 100 beenden. Zur Zeit bin ich auf Seite 174 und stelle leider erste Längen fest. Schade ein Turning-Point etwa auf Seite 120 (bis dahin habe ununterbrochen durchgelesen) wäre ideal gewesen. Bleibt also abzuwarten, ob mich die Geschichte wieder wie auf den ersten Seiten zu fesseln vermag oder ob es sich um einen ersten Band handelt, der nur viele Fragen aufwirft und die Antworten erst in Band zwei gibt. Band 1 erscheint übrigens Mitte Juni.

* Zu den Büchern, die ich nicht beendet habe, gebe ich hier nur meinen ersten Eindruck wieder, der sich auf den von mir gelesenen Teil bezieht.

 

 

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