Die Arbeit, Lesen
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Calpurnia oder Gibt es das perfekte Buch?

Gibt es das perfekte Buch? Ein Buch, an dem alles stimmt – die Geschichte, die Sprache, die Botschaft, seine Aufmachung – einfach alles?

Ich denke schon, denn ich habe gerade ein solches Buch beendet. Für mich war es perfekt!  Es war als hätte es auf mich gewartet, um zum richtigen Zeitpunkt in meine Hände zu gelangen. Es hat mich wie ein treuer Freund begleitet, mir beim Lesen ein wohliges Gefühl gegeben, mir manchen Seufzer entlockt, mich nachdenklich gestimmt und zum Lachen gebracht und mich als Schnell-Leser so langsam lesen lassen, um jeden Moment auszukosten.

Jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, weiß ich gar nicht, wo ich beginnen soll, um euch das Buch so schmackhaft zu machen, dass ihr gar nicht anders könnt als es zu lesen.  So geht es mir oft bei Geschichten, die ihren Weg nicht nur in meinen Kopf sondern auch in mein Herz gefunden haben. Ich will sie dann irgendwie ungern nur auf ihre inhaltliche und sprachliche Form reduzieren.

calpurnia01Nun ja, zumindest über den Inhalt werde ich euch wohl ein wenig verraten müssen:
Calpurnia, die Hauptdarstellerin in Jacqueline Kellys Buch „Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen“ ist fast 12 Jahre alt als wir ihr im Sommer 1899 das erste Mal in Texas begegnen. Sie lebt mit ihren Eltern und sechs Brüdern auf einer Baumwollfarm und möchte am liebsten Forscherin werden, zur damaligen Zeit natürlich undenkbar. Doch gerade ihr kluger und eigenwilliger Großvater unterstützt sie, gibt ihr Zugang zu seiner Bibliothek und bricht regelmäßig mit ihr zu naturwissenschaftlichen Exkursionen auf. Natürlich stößt das gerade bei Calpurnias Mutter auf wenig Verständnis.

Ich glaube am besten an Calpurnias Geschichte hat mir gefallen, dass sie ohne große Spannung auskommt ohne jemals dabei langweilig zu sein. Jacqueline Kelly lässt Geschichte, Figuren und Orte lebendig werden. Hitze, Kälte, Tiere, Pflanzen, Geräusche, Kleidung, Personen – alles spielte sich vor meinem inneren Auge ab und selten hatte ich bei einer Geschichte ein derartiges Kopfkino-Gefühl. Hin und wieder glaubte ich beim Lesen sogar, die Wohlgerüche der Küche zu erahnen. Was für eine Kunst, eine solch lebendige Geschichte zu schreiben, an deren Schluss man sich gar nicht von den lieb gewonnenen Figuren trennen möchte.

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Bibliographie:

Jacqueline Kelly
Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen
übersetzt aus dem Englischen von Birgitt Kollmann

Hanser Verlag
ISBN 978-3-446-24165-7
ab 12

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  1. Pingback: Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen | Büchernische

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